Muslime in Potsdam – Fakten, Hintergründe

Der Verein der Muslime in Potsdam wurde im Jahr 1998 gegründet und als gemeinnützig anerkannt. Wir praktizieren und lehren den klassisch-sunnitischen Islam, dem die Mehrheit der Muslime angehört. Der Verein verfolgt ausdrücklich keine politischen oder nationalistischen Ziele und Wir gehören keiner Gruppierung oder Sekte an.Wir distanzieren uns von Gewalt und von Personen oder Gruppen, die dazu aufrufen. Unsere Gäste und Mitglieder sind international. (Quelle)

Der Verein der Muslime in Potsdam

So charakterisiert sich der Verein der Muslime in Potsdam e.V.. (VMP) auf seiner Internetseite.
Was man herauslesen kann ist, dass es sich dabei nicht um einen die Religionsgruppen übergreifenden und damit religiös neutralen Verein der Muslime handelt, sondern um einen Verein der sunnitischen Muslime. Schiiten gehören ihm offensichtlich nicht an. Die seit 2003 im arabischen Raum in verheerender Weise agierende Miliz Islamischer Staat ist sunnitisch.

Die Anfänge

Die Anfänge der organisierten Ausübung der muslimischen Religion in Potsdam reichen zurück in das Jahr 1997 und sind verbunden mit dem Namen des Kurden Dündar Baran. Nach den in der Presse zu ihm veröffentlichten Informationen war er Mitglied der SPD und kümmerte sich um die muslimischen Asylbewerber im Asylbewerberheim an der Michendorfer Chaussee. Durch die Betreiber des Heimes war ihm dort unbürokratisch ein kleiner Betraum zur Verfügung gestellt worden. Ausreichend für die dort befindlichen Muslime. Dündar Baran wirkte im Heim als Imam (Vorbeter). Mit einem Schreiben vom 2. Dezember 1997 wandte er sich an den damaligen Oberbürgermeister Horst Gramlich. Er bat die Stadt darum, einen Betraum einzurichten. “Der müßte etwa 60 Quadratmeter groß sein und über einen Wasseranschluß und eine Toilette verfügen. Eine Liste mit über 80 Unterschriften wurde dem Brief beigelegt.” (MAZ v. 21.01.1998) Bis Ende Januar 1998 war darauf nicht geantwortet worden. Als Kurde praktizierte Baran einen sunnitischen Islam schafiitischer Richtung.

Wie lange Dündar Baran als Imam der Potsdamer Muslime aktiv war, ist nicht bekannt. Im Jahr 2002 jedenfalls war er es nicht mehr. Wie die MAZ vom 21. Februar 2002 mitteilte, wirkte zu diesem Zeitpunkt Ahmed Al Adwi als Imam. Der 31jährige stammte aus Katar und war Informatikstudent. Die von ihm geleitete “kleine Potsdamer Muslim-Gemeinde” befand sich in der Gutenbergstraße, in von der evangelischen Kirchengemeinde bereit gestellten Räumen. Die Muslime mussten dafür nur eine symbolische Miete bezahlen, da sie über kein Geld verfügten, wie Al Adwi berichtete.

Unter den rund 50 ständigen Besuchern des Freitagsgebets sind etwa 20 Flüchtlinge und zehn Studenten.

Die Verständigung zwischen den aus verschiedenen Ländern stammenden Gläubigen falle nicht leicht. Auf der Basis des Islams seien die Konflikte aber lösbar.

“Wenn ich etwas sage, glauben die Leute das”, sagt Al Adwi. Schließlich wurde er zum Vorbeter ernannt, weil er sich am besten mit dem Koran auskennt.

Aus den Bemühungen Barans und Al Adwis ging die Al Faruq-Moschee hervor. Am 29. September 2006 berichtete die Zeitung “Potsdamer Neueste Nachrichten” über sie. In dem Beitrag heißt es u.a.:

So beschuldigte der frühere Brandenburger CDU-Generalsekretär Sven Petke 2004 den Imam der Al Farouq-Moschee, Kamal Abdallah, Hasspredigten gegen den Westen gehalten zu haben. Nach einem Rechtsstreit musste der Landesverfassungsschutz im vergangenen Jahr den Namen von Abdallah aus seinem Bericht streichen. Laut Gemeindemitgliedern soll Abdallah derzeit seinen Rückzug vorbereiten. (Quelle)

Die Vorsitzende des Ausländerbeirats von Potsdam, Hala Kindelberger, erklärte damals dazu beruhigend, dass die Imame der Al Faruq-Moschee durchschnittlich nur drei Jahre bleiben würden. Da sie  meist geduldete Asylbewerber wären. Kamal Abdallah predigt nun schon über 10 Jahre in Potsdam.

2005 gab es einen weiteren Versuch zur Etablierung öffentlicher muslimischer Religionsausübung in Potsdam. Getragen wurde er von dem 1995 durch Konvertiten gegründeten  islamischen Verein Weimar Institut für geistes- und zeitgeschichtliche Fragen e.V. . Dem Verein war es gelungen, in Stralsund ein Seminarzentrum aufzubauen, also unternahm er einen solchen Versuch auch in Potsdam. Als Sitz des Seminarzentrums Potsdam diente das Haus Weinbergstraße 21. Leiter der Islamischen Gemeinschaft Potsdam war der im Schwarzwald geborene und 1989 zum Islam konvertierte Ahmad Gross. Der Verfassungsschutz widmete der Potsdamer Einrichtung in seinem Jahresbericht 2008 eine ganze Seite. (Quelle, S. 140)  Auch 2009 fand die Gruppierung, die sich inzwischen in “Islamische Gemeinschaft am Park Sanssouci” umbenannt hatte, breite Erwähnung im Verfassungsschutzbericht. (Quelle, S. 193-197) In einem Interview mit der “Islamischen Zeitung” berichtete Gross am 5. Oktober 2010 über seine Erfahrungen in der brandenburgischen Landeshauptstadt. Im Verfassungsschutzbericht für Brandenburg 2010 ist die von ihm vertretene Gruppierung wieder ausführlich dargestellt. (Quelle, S. 163 – 168), ebenso 2011 (Quelle, S. S. 158-160). Ansonsten stellt der Verfassungsschutz fest:

In Brandenburg gibt es keine Moscheen mit radikalen Predigern. In den Gebetsräumen in Potsdam und Cottbus wird eine auf Integration ausgerichtete Linie vertreten. (Quelle, S. 158)

2012 gab das “Weimar Institut” den Versuch auf, sich in Potsdam mit einer muslimischen Einrichtung zu etablieren. Seine in Potsdam verbliebenen Anhänger wären, so der brandenburgische Verfassungsschutz, zur Al Faruq-Moschee übergewechselt.

Dem Verfassungsschutz bereite dies aber kein Kopfzerbrechen, betonte der Sprecher. In den Potsdamer Gebetsräumen werde eine auf Integration ausgerichtete Linie vertreten, heißt es im aktuellen Verfassungsschutzbericht zu anderen islamischen Vereinen in Potsdam. (Quelle)

Doch ganz so eindeutig, wie die PNN schrieben, kam das im Verfassungsschutzbericht für 2012 nicht vor:

In den Moscheen und Gebetsräumen im Land Brandenburg, wie in Potsdam und Cottbus, scheinen radikale Prediger momentan keine Akzeptanz zu finden. (Quelle, S. 165)

Was die Aussagen zum Islamistischen Extremismus in den Verfassungsschutzberichten für 2013, 2014 und 2015 anbelangt, so bedürfen diese einer besonderen Betrachtung. Auffällig ist jedoch die Einengung des Beobachtungsgegenstandes  auf die Themenfelder “Salafismus” und “Tschetschenen”.

Distanzierung von Gewalt?

Der VMP distanziert sich, so die Behauptung auf der Internetseite, “von Gewalt und von Personen oder Gruppen, die dazu aufrufen”.Dies stimmt jedoch nur teilweise. Sieht man sich z. B. den Namenspatron der vom Verein eingerichteten Moschee in der Potsdamer Straße Am Kanal, Al Faruq, genauer an.

Umar ibn al-Chattāb Beinamen al-Fārūq (der die Wahrheit von der Lüge unterscheidet), war der zweite Kalif des Islam (634–644). Die Sunniten betrachten ihn als einen der vier „rechtgeleiteten“ Kalifen.
Er setzte die Steinigung im islamischen Recht durch und zeichnete sich durch eine grausame Haltung gegenüber ihm Unterlegenen aus. Gewissermaßen war er Konvertit. Zunächst ein erbitterter Feind der Muslime und des Propheten, soll er durch seine Schwester auf den “rechten Weg” gebracht worden sein. Was der Anlass für den Sinneswandel war, darüber gibt es keine Auskunft. Aber über seine besondere Grausamkeit gegenüber denjenigen, mit denen er in Mekka aufgewachsen war bzw. unter denen oder mit denen er lebte.

Nach dem Sieg von Badr fiel er durch seine Härte gegenüber den mekkanischen Kriegsgefangenen auf. Während sich Abū Bakr in dieser Situation für die Freilassung der Gefangenen gegen eine Lösegeldzahlung einsetzte, forderte ʿUmar ihre Hinrichtung.[2] Wörtlich soll er zu Mohammed gesagt haben: „Sie haben Dich zum Lügner erklärt und vertrieben. Lass sie antreten und schlage ihnen den Kopf ab!“

Dass er ebenfalls ein Gegner Mohammeds gewesen war, spielt hier keine Rolle.
Warum sollten Konvertiten und geborene Muslime heute anders eingestellt sein, als derjenige, dessen Namen sie ihrer Moschee gaben? Vor allem: Warum hatten sie gerade ihn ausgewählt? Die Geschichte des sunnitischen Islam bietet eine ganze Reihe von Persönlichkeiten, die als Namensgeber passender gewesen wären. Zum Beispiel an-Nawawī.

Desweiteren ist keine Stellungnahme des Imams und des Vorstandes des Vereins der Muslime in Potsdam e.V.. zu der am 27. September 2014 verbreiteten und von 120 sunnitischen Gelehrten unterzeichneten Fatwa zum Islamischen Staat bekannt. Falls das übersehen worden sein sollte, ist das korrigierbar. Eine klare Aussage dazu würde die vom Verein erklärte Distanzierung von Gewalt und von diese anwendenden Personen und Gruppen glaubhafter machen.

Der brandenburgische Verfassungsschutz stellte bereits in seinem Bericht von 2005 fest:

Allerdings fehlt es Brandenburger Muslimen weiterhin an einer deutlichen Distanzierung vom Terrorismus, wie sie viele muslimische Gemeinden in Deutschland und Europa bereits erklärt haben. Darüber hinaus gibt es bei Muslimen in Brandenburg Ansätze, den Holocaust an den Juden zu leugnen oder die Verbrechen der Nationalsozialisten an den Juden zu relativieren. Auch verkünden sie, Muslime hätten Vorrang vor Nichtmuslimen, und die Scharia habe Vorrang vor der weltlichen Ordnung des Grundgesetzes. (Quelle, S. 115)

Die wundersame Vermehrung der Mitglieder

Jeder Vorsitzende oder Vorstand eines Vereins darf, ohne dass er dafür zur Verantwortung gezogen werden kann, jede Behauptung über die von ihm vertretene Gruppierung in die Öffentlichkeit tragen. Ob diese der Wahrheit entspricht oder nicht, ließe sich nur mit Hilfe einer Einsicht in die beim Vereinsregister lagernden Unterlagen klären. Aber wer macht das schon bzw. kann es machen? Und das nutzt auch der Vorstand des VMP.

Am 19. Januar 2016 berichtete die PNN davon, dass der VMP e.V.. “rund 50 eingetragene Mitglieder” habe und zu den Freitagsgebeten “mehr als 400” Betende kämen. Laut einem MAZ-Beitrag vom 26. September 2016 hatte der VMP e. V. zu diesem Zeitpunkt “40 bis 50 eingetragene Mitglieder”. Zu den freitäglichen Gebeten kämen rund 500 Betende. Am 8. Oktober 2016 hatte sich laut MAZ die Zahl auf 350 Betende verringert. Am 9. November 2016 berichtete die gleiche Zeitung von “rund 1000 Menschen der islamischen Gemeinde“.

Was ist klassisch-sunnitischer Islam?

Der Versuch einer Antwort auf diese Frage wurde am 22. Februar 2016 durch den Verein für islamische Bildung und interkulturellen Dialog “Madrasah“, mit Sitz in Wien, veröffentlicht.

Eine weitere Erklärung ist auf der von dem evangelischen Pfarrer Willi Höpfner ins Leben gerufenen Internetplattform “Orientdienst” zu finden.

Die sunnitische Theologie hält am nichthinterfragbaren Vorbild Mohammeds und der vier rechtgeleiteten Kalifen fest, deren Aussprüche und Taten in der Überlieferung (arab. hadith) niedergelegt sind. Die fünf Säulen des Islam – Bekenntnis, Gebet, Fasten, Almosen, Wallfahrt – gelten Sunniten als verbindlich, der Koran als unfehlbares Gotteswort, die Scharia als ewiges Gottesgesetz – auch wenn man sich selbst vielleicht nicht immer an die Vorschriften hält. (Quelle)

 

Das Beten in der Öffentlichkeit

Yasin Alder stellte dazu in einem Beitrag in der Reihe “Der Alltag der Muslime in Deutschland”  der in Deutschland erscheinenden Islamischen Zeitung fest:

Manchmal können sich … aber auch interessante Gespräche ergeben, wie übrigens auch dann, wenn man von Nichtmuslimen beim Gebet gesehen wird, was sicherlich viele schon erlebt haben. Das soll natürlich nicht heißen, dass man mitten im belebten öffentlichen Raum sein Gebet verrichten sollte. Man sollte sich schon einen ruhigen, sicheren, geschützten Platz suchen.

Offensichtlich ist das dem Vorstand der Potsdamer Moschee entgangen. Oder sie haben das öffentliche Beten ganz bewusst forciert. Zumindest ging ihre Rechnung auf: Die Öffentlichkeit wurde darauf aufmerksam, die Presse griff die Thematik auf, die Stadtverwaltung (aus Angst, etwas Falsches zu tun oder als antiislamisch charakterisiert zu werden) griff ein und lieferte öffentliche Räume einer religiösen Gemeinschaft aus. Was natürlich auch andere religiöse oder scheinreligiöse Gemeinschaften animieren könnte, in einer ähnlichen Angelegenheit vorstellig zu werden.

Die Benutzung öffentlicher Verkehrsfläche (Straßen, Wege oder Plätze) über den widmungsmäßig bestimmten Gebrauch (Gemeingebrauch) hinaus, stellt eine Sondernutzung dar, die erlaubnis- und gebührenpflichtig ist. …

Wird eine Straße ohne die erforderliche Erlaubnis benutzt, so kann die für die Erteilung der Erlaubnis zuständige Behörde die erforderlichen Maßnahmen zur Beendigung der Benutzung anordnen. Zudem stellt eine solche Handlung eine Ordnungswidrigkeit dar und kann mit einer Geldbuße bis zu 2.500 EUR geahndet werden.   (Quelle)

Wie sah dies in Verbindung mit dem wöchentlich wiederkehrenden Beten auf der öffentlichen Verkehrsfläche aus? Die Nutzung der Fläche einer Fußgängerzone für organisierte religiöse Veranstaltungen gehört wohl nicht zu dem vorstehend definierten Begriff des Gemeingebrauchs. Hier handelte es sich eher um eine Sondernutzung. Und diese wurde vermutlich niemals beantragt.

Die sich als “bürgerlich liberal unabhängig” bezeichnende, vermutlich der AfD nahe stehende, Internet-Plattform “Metropolico” veröffentlichte am 1. Oktober 2016 unter dem Titel “Beten unter Orchideen” einen bissigen, sehr sarkastischen Beitrag zu dem obigen Sachverhalt. Egal, wie man zu einzelnen Bemerkungen in dem Beitrag steht, die in ihm enthaltenen sachlichen Aussagen sollten jedenfalls nicht unbeachtet bleiben. Die Antwort auf die darin erwähnte und an die Landesregierung von Brandenburg gestellte Kleine Anfrage liegt jedenfalls vor und wurde im Internet veröffentlicht.

Wie die als neurechts charakterisierte “Preußische Allgemeine Zeitung” am 8. Oktober 2016 berichtete, habe sich wegen der Gebete in der Einkaufsstraße und damit verbundener Umsatzeinbuße auch ein dort ansässiger Geschäftsmann mit einer offiziellen Beschwerde an den Vermieter Pro Potsdam gewandt.

Was ist ein Imam?

„In Deutschland sind derzeit keine Berufsausbildung und kein Studium erforderlich, um den Beruf eines Predigers im Allgemeinen und eines Imams im Speziellen auszuüben. Die Wahl des Berufs eines Imams steht somit jedem frei. Die Bezeichnung Imam untersteht hierbei keinem Schutz. … Ziel ist, dass ausschließlich im Land ausgebildete Imame in den Moscheen predigen und so auch eine bessere Kontrolle über die Predigtinhalte möglich wird.“ (Quelle)

Herr Kamal Mohamad Abdallah bezeichnet sich als Imam. Ob zu Recht oder nicht, darüber ist er nie befragt worden. So wie man sich als Stadtführer oder Reiseleiter bezeichnen kann, so kann man dies auch mit den Berufsbezeichnungen Journalist oder Historiker handhaben, und offensichtlich auch mit der Bezeichnung Imam.

Befragt wurde der Potsdamer Imam auch nicht, ob es sich bei seinen Namen um die offiziellen in den amtlichen Personalunterlagen eingetragenen handelt. Wenn er sich diese zugelegt hat, so zeugen sie nicht von Zurückhaltung und Demut.

Kamal ist ein arabischer Name (arabisch كمال, DMG Kamāl). Übersetzt bedeutet er „Die Vollkommenheit“.

Mohamad = Religionsstifter des Islam,  Prophet und Gottesgesandter.

Abdallah (auch Abd-Allah oder Abdullah; arabisch عبد الله, DMG ʿAbd Allāh) ist ein männlicher, arabischer Vorname und bedeutet ‚Knecht‘ oder ‚Diener Gottes‘.

 

Wer ist Kamal Mohamad Abdallah?

Kamal Mohamad Abdallah (45) ist ehrenamtlicher Imam der Potsdamer Al Farouk Moschee und erster Vorsitzender des Vereins der Muslime in Potsdam. Geboren wurde Abdallah im Libanon. Seit 15 Jahren lebt er in Potsdam. (Quelle)

Die “Berliner Zeitung” vom 05. Februar 2015 war da im Vergleich zu den PNN vom 19.Januar 2016 ausführlicher.

Abdallah lebt mit Frau und fünf Kindern in Potsdam. Seit 1990 ist der 45-Jährige in Deutschland, erzählt er nach dem Gebet. Als Palästinenser im Libanon geboren, hat er heute einen deutschen Pass. Sein Visum erhielt er noch von der untergehenden DDR. Der gelernte Eisenschmied arbeitet in Cecilienhof für eine Servicegesellschaft der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten. – Quelle: http://www.berliner-zeitung.de/2783974 ©2016
Abdallah lebt mit Frau und fünf Kindern in Potsdam. Seit 1990 ist der 45-Jährige in Deutschland, erzählt er nach dem Gebet. Als Palästinenser im Libanon geboren, hat er heute einen deutschen Pass. Sein Visum erhielt er noch von der untergehenden DDR. Der gelernte Eisenschmied arbeitet in Cecilienhof für eine Servicegesellschaft der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten. – Quelle: http://www.berliner-zeitung.de/2783974 ©2016 – Quelle: http://www.berliner-zeitung.de/2783974 ©2016
Abdallah lebt mit Frau und fünf Kindern in Potsdam. Seit 1990 ist der 45-Jährige in Deutschland, erzählt er nach dem Gebet. Als Palästinenser im Libanon geboren, hat er heute einen deutschen Pass. Sein Visum erhielt er noch von der untergehenden DDR. Der gelernte Eisenschmied arbeitet in Cecilienhof für eine Servicegesellschaft der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten. – Quelle: http://www.berliner-zeitung.de/2783974 ©2016 – Quelle: http://www.berliner-zeitung.de/2783974 ©2016

Abdallah lebt mit Frau und fünf Kindern in Potsdam. Seit 1990 ist der 45jährige in Deutschland, erzählt er nach dem Gebet. Als Palästinenser im Libanon geboren, hat er heute einen deutschen Pass. Sein Visum erhielt er noch von der untergehenden DDR. Der gelernte Eisenschmied arbeitet in Cecilienhof für eine Servicegesellschaft der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten. (Quelle)

Einer fremden Frau nicht die Hand geben

Kamal Mohamad Abdallah kam als 19jähriger nach Deutschland. Nunmehr lebt er fast 26 Jahre unter den Ungläubigen. Es geht ihm und seiner Familie gut, vermutlich besser als in Palästina oder in einem der Lager für palästinensische Flüchtlinge rund um Israel. Sie genießen Freiheiten und Rechte, die sich die Menschen in vielen arabischen Ländern erst erkämpfen müssen. Dennoch verweigert er sich nach so langer Zeit und trotz der hier gesammelten Erfahrungen den  Regeln der Gesellschaft, die ihm eine sichere Bleibe bot und weiterhin bietet. Zumindest müssen seine Äußerungen in dem PNN-Interview vom 19. Januar so gedeutet werden.

Was sagt der Koran über die Rolle der Frau in der Gesellschaft?

Im Islam ist die Frau die Stütze der Gesellschaft. Sie ist nicht nur eine Ehefrau. Im Koran steht, Frau und Mann sind vor Allah gleich. Ich kenne eine britische Buchautorin, die sogar schreibt, dass die Frau im Islam als Königin angesehen wird. Sie hat die Rolle der Frau im Islam untersucht und selbst nach den Regeln gelebt. Außerdem führt für Muslime der Weg ins Paradies über die Liebe und Fürsorge für die eigene Mutter. Ich bin selbst auch seit Jahren verheiratet und habe meine Frau natürlich niemals schlecht behandelt.

Sie geben Frauen nicht die Hand. Wieso?

Das ist eine religiöse Vorschrift. Ein Muslim darf einer fremden Frau nicht die Hand geben. Das ist im Judentum übrigens genauso. Auch Rabbiner geben fremden Frauen nicht die Hand (Anm. d. Red.: Es gibt orthodoxe Rabbiner, die so verfahren; für liberale und konservative Rabbis ist das aber kein Thema). (Quelle)

Im Verein für die Muslime in Potsdam e.V. wird der klassisch-sunnitische Islam gepflegt, d.h. gelehrt und gepredigt. Die vorstehenden Äußerungen des Imams lassen darauf schließen, dass damit eine orthodoxe Auslegung des Islams gemeint ist. Auf diese ziehen sich Muslime zurück, wollen sie sich von der sie umgebenden Gesellschaft abgrenzen; wenn sie die Tatsache ablehnen, dass sich auch der Islam weiter entwickelt und dies auch hat oder wenn sie in Verbindung stehen mit den Kräften des arabischen Raums, die die “verwestlichten” arabischen Gesellschaften mit Hilfe des Islams wieder auf den “rechten Weg” führen wollen. Wie vor allem die Wahhabiten.

Der brandenburgische Verfassungsschutz stellt in seinem Jahresbericht für 2009 fest:

Ein sicheres Anzeichen (für eine Radikalisierung) ist, wenn jemand offen das oben genante islamistische Gedankengut vertritt. Dies kann sich zum Beispiel in einer Aggressivität gegen alles “Westliche” äußern, in der Annahme eines für “islamisch” erklärten Erscheinungsbildes (Häkelkäppchen, Vollbart, beduinenähnliche Kleidung und Knöchelhosen, etc), in der Weigerung, Personen des anderen Geschlechts die Hand zu geben oder auch in der Ablehnung der Autorität deutscher Behörden unter Hinweis auf ihre “ungläubigkeit”. In der Regel fällt zunächst nur auf, das der Betreffende seine Religion zum Dauerbezugspunkt und zum nahezu einzigen Diskussionsthema macht. (Quelle, S. 190)

Wiederholt wird die vorstehend dokumentierte Beschreibung auch in der vom brandenburgischen Verfassungsschutz 2010 und in einem Nachdruck Ende 2011 herausgegebenen Broschüre “Integration. Radikalisierung und islamistischer Extremismus“.

Es geht aber auch anders im Verhältnis zu den Frauen, sofern man dies will. Zahlreiche im Internet, selbst von Muslimen und Muslimas, veröffentlichte Beiträge beweisen das. Der Beitrag von Canan Topçu vom 12. Oktober 2015 gehört dazu.

Salafismus oder …?

Dominic Musa Schmitz beschreibt in dem 2016 erschienenen Buch “Ich war ein Salafist: Meine Zeit in der islamistischen Parallelwelt” sehr gut, was Salafismus ist und wie er sich in Deutschland konkret äußert. Dazu gehört der unbedingte Missionierungswille, die Daʿwa (wozu auch das Gebet an repräsentativen Orten der nichtmuslimischen Gesellschaft gehört), sowie der Versuch, das Leben nach Regeln zu gestalten, die auf die früheste Zeit des Islams zurückgehen. Die Radikalität, mit der diese Regeln der eigenen Anhängerschaft aufgezwungen werden und der Gesellschaft aufgezwungen werden sollen, ist kennzeichnend für Salafisten. Die Weigerung, einer Frau die Hand zu geben oder sie als gleichwertig anzusehen, charakterisiert den Salafisten ebenso wie auch ein arrogantes Verhalten gegenüber Nichtmuslimen, vor allem gegenüber nichtmuslimischen Frauen. Sie sind seiner nicht ebenbürtig. Wobei zu beachten ist, dass es sich bei diesem Verhalten oftmals um die Widerspieglung von seit der Kindheit Erlebtem und von verinnerlichten Regeln handelt. Dass es auch andere Regeln gibt, wissen vermutlich nur jene, die sich mit grundsätzlichen Fragen des Islams in nachforschender Weise beschäftigen, wie  mit dem Verhalten gegenüber Nichtmuslimen.

Ein Salafist wird es nicht ertragen können, sich in einem Geschäft in eine Schlange hinter Nichtmuslimen anzustellen. Er wird es auch kaum über sich bringen, einer ihn bedienenden Verkäuferin mit Freundlichkeit zu begegnen. Die Verkäuferinnen des nur wenige Meter von der Potsdamer Moschee entfernten Backwaren- und Fleischwarengeschäftes mussten und müssen dies immer wieder erleben. Und sind der Arroganz der Männer, die (zum Glück) bislang noch nicht in Jähzorn umgeschlagen war, schutzlos ausgeliefert.

Muslime und Jähzorn! Muslime, die sich schnell gekränkt fühlen und deren Hand in einer Kränkungssituation fast automatisch zum Messer drängt, um es dem Kontrahenten in den Körper zu rammen. Sind das Klischees? Nicht ganz, wie Hamed Abdel Samad, ein ehemaliger Muslimbruder, beschreibt. Aber offensichtlich ist das vielen entgangen, die sich in aufopferungsvoller Weise um männliche Flüchtlinge bemühen. Diese sind eben nicht nur gut und schutzbedürftig, sondern vor allem durch Traditionen und Erfahrungen geprägte Menschen. Für das Leben in einer nichtpatriarchalischen und auf anderen Werten beruhenden Gesellschaft nicht vorbereitet, traumatisiert und eben auch gewaltbereit. Was zum Teil aber auch für in Dreutschland geborene bzw aufgewachsene Muslime zutreffen kann. Irfan Peci berichtet darüber sehr eindrucksvoll in dem 2015 erschienenen Buch “Der Dschihadist: Terror made in Germany – Bericht aus einer dunklen Welt“.

Sowohl das Buch von Dominic Musa Schmitz als auch das von Irfan Peci können in der Stadt- und Landesbibliothek Potsdam ausgeliehen werden Sie sind nicht nur allen an dieser Thematik interessierten Personen zu empfehlen, sondern vor allem Verwaltungsmitarbeitern und Politikern – zur Weiterbildung (!).

 

Muslimische Tradition in Potsdam

Befördert durch die wachsende Zahl ausländischer Bewohner und Studierender in Potsdam sind in den vergangenen Jahren mehrere muslimische Glaubensgemeinschaften entstanden. Mit ihren Freitagsgebeten in verschiedenen Räumlichkeiten der Stadt knüpfen sie an eine lange Tradition an, die bereits unter Friedrich Wilhelm I. verschiedene muslimische Gebetsräume in Potsdam nachweisen kann. (Quelle)

Bereits in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts gab es in Potsdam verschiedene Gebetsräume von Muslimen und für sie? Zumindest hat die Stadtverwaltung Potsdam davon Kenntnis und lässt die Öffentlichkeit über ihre offizielle Internetseite daran teilhaben. Aber stimmt das eigentlich mit den “verschiedenen muslimischen Gebetsräumen in Potsdam” unter König Friedrich Wilhelm I.? In der historischen Literatur zur Geschichte Potsdams ist nur bei Samuel Gerlach eine Randbemerkung zu finden. Die 1824 veröffentlichte “Geschichte des Königlichen Potsdamschen Militärwaisenhauses…” erwähnt Muslime in Potsdam auch mit keinem Wort. Obwohl 2002 in die Öffentlichkeit getragen wurde, Friedrich Wilhelm I. habe 1739 für ihm geschenkte 20 “lange türkische Kerls” im Waisenhaus einen Gebetsraum einrichten lassen.
Vermutlich ist nicht allzuviel an Informationen zu finden, weil die Verfasser historischer Literatur zu Potsdam antiislamisch eingestellt waren!? Oder war das Thema “Muslime in Potsdam” eine derartige Randerscheinung, dass sie es nicht für erwähnenswert hielten? Siehe dazu auch den Beitrag von Helmut Zenz zur Geschichte des Islams in Deutschland.

Im 2010 erschienenen Potsdam-Lexikon ist kein Stichwort “Muslime” oder “Moschee” bzw. “Muslimische Gemeinde” zu finden. Die auf der Seite der Stadtverwaltung zu findenden Aussagen könnten also ein Gedankenprojekt der Gegenwart bzw. der Stadtverwaltung selbst sein. Auch das “Toleranzedikt” von 1685 wurde ja erst nach 1990 herausgefunden bzw. erfunden.

Das am 29. Oktober/8. November 1685 von Kurfürst Friedrich Wilhelm erlassene Edikt wurde später, weil in Potsdam erlassen, als Edikt von Potsdam bezeichnet. Das ist sein eigentlicher Name. Die Bezeichnung “Toleranzedikt” ist in den bis in die 1990er Jahre publizierten Arbeiten zur Geschichte Potsdams nie verwendet worden. Und das zu Recht. (Quelle)

Vorsichtig sollte man auch mit der auf die Stadt Potsdam bezogenen Behauptung der Stadtverwaltung sein, dass “in den vergangenen Jahren mehrere muslimische Glaubensgemeinschaften entstanden” seien.
Vielleicht verfügt sie über umfangreichere Kenntnisse als der brandenburgische Verfassungsschutz! Dieser hatte nur Kenntnis von zweien (siehe oben).

 

Warum keine Nachfragen?

Was hindert Journalistinnen und Journalisten daran, in Interviews mit religiösen Würdenträgern oder in Berichten über religiöse Gemeinschaften Hintergründe aufhellende konkrete Fragen zu stellen?

Haben sie Angst davor, in einem solchen Fall als islamfeindlich oder antijüdisch bzw. antisemitisch bezeichnet zu werden? Diese müssen sie nicht haben. Sofern sich die Fragestellungen in einem sachlichen Rahmen bewegen. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass sich die oder der Fragende auf dem jeweiligen Themengebiet auskennt. Und hier liegt das Problem. Denn die Redaktion schickt in einer bestimmten Situation nicht immer den gerade dafür kompetenten Mitarbeiter oder kompetente Mitarbeiterin, sondern die in dem aktuellen Moment gerade verfügbare Person. Und so fallen dann auch die Berichte über ein Ereignis oder die Fragen in einem Interview aus.

Wie lässt sich das verändern? Gar nicht! Zeitungen sind zum Sparen verdammt. Und so nehmen sie jeden, der über einen einigermaßen Schreibstil verfügt und (das ist das Wichtigste) nicht viel kostet.

 

Sachlichkeit und Prinzipienfestigkeit gegen Angst und Vorurteile

Bundeskanzlerin Angela Merkel wird dafür verantwortlich gemacht, dass es in Deutschland ein Problem mit Zuwanderern aus dem arabischen Raum, aus Afrika, aus Asien und anderen vom Islam geprägten Ländern gibt. Das ist falsch! Angela Merkel hat mit ihrem Wir schaffen das!” lediglich die Mitschuld der BRD-Politik und -Wirtschaft an den Flüchtlingsströmen anerkannt. Sie erkannte aber auch an, dass sie und die politische Kaste der BRD – von links bis rechts – nicht in der Lage sind, hier eine schnelle Veränderung zu erreichen. Denn nicht sie haben in Deutschland das Sagen, sondern die großen Konzerne. Zugleich ging Angela Merkel von einer Gesellschaft aus, wie sie sich vielleicht in Zukunft darstellen könnte, aber so noch nicht existiert.

Je mehr Menschen ihre angestammte Heimat verlassen und je schneller sie das tun, um so eher können die Konzerne die dort lagernden Bodenschätze abbauen. Ohne irgendwelche Hindernisse befürchten zu müssen. Und gibt es doch noch welche, so können diese mit Hilfe der in Deutschland produzierten Waffen schnell beseitigt werden. Was ja bislang schon gut funktioniert, und für die deutsche Wirtschaft von Vorteil ist. Selbst der SPD-Vorsitzende und Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel weiß das.

Die Opfer europäischer Politiker und Wirtschaftskonzerne machten sich auf den Weg – nach Europa. Was aber nicht die europäischen Politiker und Wirtschaftskonzerne in Bedrängnis brachte, sondern die einheimischen Opfer dieser Politiker und Wirtschaftskonzerne. Somit trafen aus extremer Armut und aus Kriegsgebieten kommende Opfer auf in ihrer Heimat verwurzelte und ängstlich in die Zukunft blickende Opfer. Beide Opfergruppen sind schon mehrfach aufeinander getroffen. Und jedes ihrer Aufeinandertreffen hilft, davon abzulenken, wer die wahren Schuldigen für diese Misere sind und wo man sie finden kann.

Eine Lösung für das Flüchtlings- und Zuwandererproblem ist nicht in Sicht. Die Menschen werden weiter kommen. Vor allem nach Deutschland. Denn international ist bekannt, wie großzügig man hier ist. Den im Ausland lebenden Menschen ist das bekannt, deren Vorfahren vor Jahrhunderten mal deutsch gesprochen hatten und ihre Nachkommen sich deshalb als Deutsche verstehen dürfen. Die 214 209 jüdischen Zuwanderer aus den ehemals zur Sowjetunion gehörenden Gebieten wussten das ebenfalls, weshalb sie lieber nach Deutschland kamen als nach Israel oder in die USA auszuwandern. In Israel und auch in den USA sind die Integrationsbeihilfen für jüdische Einwanderer zeitlich begrenzt. In Deutschland dagegen sind sie sozialhilferechtlich den Deutschen gleichgestellt.

Asylbewerber und als Flüchtlinge anerkannte Zuwanderer erhalten in Deutschland in vielfältiger Form Unterstützung. Sie erhalten diese, ohne dafür zuvor Voraussetzungen geschaffen zu haben, in Form von Beitragszahlungen, oder ohne künftig Gegenleistungen für die gewährte Hilfe erbringen zu müssen. Das ist, im Vergleich zu der Situation in den Herkunftsländern, vorteilhaft und lässt sich durch den Nachzug von Familienangehörigen noch vorteilhafter gestalten. Familiengroßverbände sind durch die für die Gewährung der Sozialleistungen zuständigen Behörden zudem schwer zu kontrollieren. Weshalb sich auch zusätzliche Einkommen, die nicht den Regelungen für die Gewährung der Sozialleistungen entsprechen, verschleiern lassen. Womit sich die Situation noch vorteilhafter gestalten lässt.

Die vorstehend beschriebene Situation könnte vermieden werden, orientiert sich Deutschland an der Gesetzgebung anderer Länder für Zuwanderer und Flüchtlinge. Mit nur einmalig oder zeitlich begrenzt gewährten Hilfen würde Deutschland seine abgesetzte Attraktivität als Zuwanderungsland verlieren und wären Zuwanderer gezwungen, sich aktiver um ihre Integration zu kümmern. In den Fällen, wo sie nicht dazu gewillt sind, müssten sie das Land verlassen. Was auch Deutsche erleben, die im Ausland Fuß fassen wollten und scheiterten.

Bekleidungsvorschriften und anderes

Auch in Deutschland sollte ein weltweit gültiger Grundsatz gelten:

Was in einem anderen Land Norm, allgemeine Regel oder üblich ist, muss im eigenen Land nicht akzeptiert werden.

1. In Deutschland geben Männer bei der Begrüßung selbstverständlich auch Frauen die Hand.

2. In Deutschland herrscht keine Geschlechtertrennung beim Besuch von Bars und Restaurants.

3. In Deutschland sind öffentlich geäußerte Bekundungen der Zuneigung nicht verboten.

4. In Deutschland dürfen Frauen in der Öffentlichkeit fotografiert oder einfach nur angesehen werden.

5. In Deutschland wird Frauen nicht vorgeschrieben, wie sie sich zu kleiden haben.
In Deutschland müssen aber auch nicht Bekleidungsvorschriften akzeptiert werden, die in anderen Ländern zur Norm erhoben wurden. Deutschland war und ist zu keiner Zeit verpflichtet, die im Islam geltenden Bekleidungsvorschriften, Hidschab, zu akzeptieren. In Deutschland einreisenden oder ankommenden Personen aus Ländern mit islamischer Kultur sollte dies bei ihrer Ankunft mitgeteilt werden. In Deutschland lebende Muslime, die die Vorschriften des Hidschab im privaten Bereich praktizieren und sie auch im öffentlichen Bereich zur Anwendung bringen wollen, tun dies mit provokativer Absicht.
Die Niederlande haben für sich eine Regelung gefunden. Die Schweiz beschäftigt die Problematik ebenfalls. Deutschland könnte sich auch ein islamisch geprägtes Land, wie Senegal, zum Vorbild nehmen. Zwischen 90 und 94 Prozent seiner Bewohner bekennen sich zur sunnitischen Richtung des Islam. Dennoch:

In Senegal erklärte 2015 der Innenminister des Landes, Abdoulaye Diallo, selbst Muslim, die Ganzkörperverschleierung sei keine religiöse Angelegenheit und entspreche nicht “unserer Kultur”. (Quelle)

6. Die Burka ist ein für Afghanistan und Teile Pakistans übliches Bekleidungsstück. In anderen islamischen Ländern nicht. Frauen, die nicht aus den vorgenannten Ländern kommen, aber in Deutschland in der Öffentlichkeit mit der Burka auftreten, verbinden damit zumeist eine provokative Absicht oder werden dafür benutzt.

7. Der Niqab, ein Gesichtsschleier, ist in mehreren europäischen Ländern verboten. Aber auch in muslimisch geprägten Ländern ist sein Tragen untersagt bzw. umstritten, so in der Türkei, in Tunesien, Syrien und Ägypten. In Deutschland treten viele muslimische Frauen in der Öffentlichkeit bekleidet mit einer Kombination aus Niqab und Abaya auf. Das Tragen der Abaya, des schwaren mantelartigen Übergewandes, ist legal. Seine Kombination mit dem Niqab muss jedoch als provokative Absicht und als Versuch gewertet werden, in Deutschland orthodoxe Regeln des Islams durchzusetzen.

 

Potentielle Terroristen erkennen

Wem es nicht gelingt, erfolgreich den Extremismus zu bekämpfen – ob er sich politisch verbrämt oder einfach kriminell ist -, der wird auch im Kampf gegen den Terrorismus erfolglos bleiben.

Als Anis Amri, der Attentäter vom Weihnachtsmarkt an der Berliner Gedächtniskirche, eine Überwachungskamera sah, reckte er den Zeigefinger der rechten Hand in ihre Richtung. Anhänger der Terrormiliz “Islamischer Staat” verwenden den Tauhid-Gruß. Der Tauhid ist Bestandteil des Glaubensbekenntnisses der Muslime, der Schahada. Er bringt lediglich zum Ausdruck, dass es nur einen Gott gibt, nämlich Allah. Der IS hat diesen Gruß jedoch vereinnahmt. Was wiederum dazu führt, dass “normale” Muslime, die auf diese Weise grüßen, sehr schnell in Verbindung mit der Terrormiliz gebracht werden können. Deshalb wird er von ihnen nur selten verwendet. Salafisten und Anhänger des IS zeigen den Gruß jedoch in provokativer Weise öffentlich. Als den “Hitlergruß des IS” bezeichnete ihn der US-amerikanische Autor Nathaniel Zelinsky.

Weitere Merkmale, die radikalisierte und dem IS zugeneigte Muslime von normalen Muslimen unterscheiden, beschreibt Petra Ramsauer in ihrem 2015 erschienenen Buch “Die Dschihad Generation: Wie der apokalyptische Kult des Islamischen Staats Europa bedroht“.

Ist es nicht an der Zeit, die Rolle von Erdogans Türkei bei der Förderung von Extremismus außerhalb ihrer Grenzen, z. B. in Deutschland, genauer zu hinterfragen und vor allem nachzusehen, ob und wie erfolgreich seine Leute vor Ort bereits waren?

„Die Demokratie ist nur der Zug, auf den wir aufsteigen, bis wir am Ziel sind. Die Moscheen sind unsere Kasernen, die Minarette unsere Bajonette, die Kuppeln unsere Helme und die Gläubigen unsere Soldaten.“  (Recep Tayyip Erdoğan, 1998)

Die staatliche Basis, von der er aus für die Durchsetzung seiner Ziele agieren kann, hat sich der türkische Präsident geschaffen und er baut sie weiter aus. Ausgebaut und aufgerüstet werden auch seine außerhalb des Landes agierenden “Soldaten”. Sevim Dağdelen geht in ihrem 2016 erschienen Buch “Der Fall Erdogan. Wie uns Merkel an einen Autokraten verkauft” auf den Seiten 185 bis 204 ausführlich ein. Das Buch kann in der Stadt- und Landesbibliothek Potsdam ausgeliehen werden.

Als von der AKP, der Partei Erdogans, gesteuert bzw. dieser nahestehend, bezeichnet die Autorin folgende Gruppierungen:
Union Europäisch-Türkischer Demokraten (UETD)
Türkisch Islamische Union der Anstalt für Religion e.V. – DITIB)
Osmanen Germania Boxclub (OGBC)
Deutsches Neu-Türken Komitee (Almanya Yeni Türk Komitesi – AYTK)
Turan e.V.

In welchem Umfang sich die in Deutschland lebenden rund 3 Millionen Türken bzw. türkischstämmigenDeutschen von diesen Gruppierungen vereinnahmen und sich gegen die Bundesrepublik Deutschland und deren nichttürkischstämmigen Einwohner sowie gegen die Nichtmuslime instrumentalisieren ließen bzw. lassen, ist öffentlich noch nicht eindeutig dokumentiert worden. lediglich Einzelereignisse werden beschrieben.

Vielleicht liegt es auch daran, dass Erdogan den außerhalb der Türkei lebenden Türken seine Sorgfalt und vor allem seine Kontrolle angedeihen lässt. Zu diesem Zweck ist unter seiner Regierung am 6. April 2010 eine besondere Institution geschaffen worden – das Amt für Auslandstürken und verwandte Gemeinschaften (YTB).Es untersteht der Oberaufsicht des Ministerpräsidenten der Türkei und hat vier Zielgruppen:
– Auslandstürken
– Muslime auf dem Balkan
– Türkische Studierende
– Nichtregierungsorganisationen und Parteien.
Seine Aufgabe ist es:

Den Organisationen von Türkischstämmigen im Ausland bei ihren Bemühungen um politische Partizipation in dem jeweiligen Gastland zur Seite stehen und ihnen dabei behilflich sein, ihre Beziehungen zur Türkei zu intensivieren.   (Quelle: Sevim Dağdelen, S. 186)

Natürlich lässt sich das nicht miteinander vergleichen, aber dennoch werden die vorgenannten Aktivitäten als Aufbau einer Fünften Kolonne der Türkei beschrieben. In der Geschichte gibt es verschiedene Beispiele dafür, wie im Ausland lebende Angehörige einer bestimmten Nationalität von ihren Herkunftsländern für deren Zwecke instrumentalisiert wurden. Besonders effizient waren dabei die Deutschen, mit der NSDAP-Auslandsorganisation.

Aktuelle Nachrichten

Eine Kaufhalle als Moschee? (14.11.2016)

Eine Moschee (arabisch مسجد masdschid, DMG masǧid ‚Ort der Niederwerfung‘, türkisch cami) ist ein ritueller Ort des gemeinschaftlichen islamischen Gebets und darüber hinaus der politischen, rechtlichen und lebenspraktischen Wertevermittlung im Sinne des Islams sowie ein sozialer Treffpunkt. (Quelle)

Das Mufti-Amt Istanbul schreibt dazu in einer für Touristen herausgegebenen Broschüre:

Gott hat uns die ganze Welt zur Moschee gemacht, wie der Prophet Muhammad einmal sagte. Die traditionelle Moschee jedoch besteht aus einem Kuppelbau und einem Minarett, von dem aus zum Gebet gerufen wird. Einen Altar gibt es nicht, nur eine schlichte Freifläche, auf der zusammen gebetet wird und oft eine Nische (Mihrab), die die Richtung anzeigt, in die sich die Muslime im Gebet wenden sollen – nämlich nach Mekka.

Üblich ist in einer Moschee auch ein Minbar, eine Kanzel, von der aus der islamische Prediger das Freitagsgebet hält. Benötigt werden auch Waschvorrichtungen für die rituellen Waschungen sowie Nebenräume für Unterricht und Gespräche, oder für Geschäfte.

Jedes Gebäude, das für die gemeinschaftlichen Gebete der Muslime verwendet wird, ist eine Moschee. Es ist keine besondere Zeremonie erforderlich, um ein Gebäude dem Gottesdienst zu widmen. (Vgl. Quelle, S. 36) Damit kann auch eine ehemalige Kaufhalle zu einer Moschee umfunktioniert werden.

Im Übrigen wurde das Umwidmen auch mit religiösen Gebäuden praktiziert. In von islamischen Herrschern eroberten Gebieten wurden so aus vormals christlichen Kirchen Moscheen (z. B. Zypern). Umgekehrt widmeten christliche Herrscher einstige Moscheen in christliche Kirchen um (z. B. Andalusien). Vielleicht diese Praxis im Hinterkopf habend, ließ Imam Kamal Mohamad Abdallah am 14.11.2016 die Öfentlichkeit über die Presse wissen, dass sie auch in einer Kirche beten würden.

Wir würden auch in eine christliche Kirche gehen. Das ist auch ein Haus Gottes. (MAZ v. 14.11.2016)

Würden sie im umgekehrten Fall, ihre Moschee auch für christliche Gottesdienste öffnen? Dazu war nichts zu lesen.

Stadt provoziert Proteste (12.12.2016)

Ist es Naivität oder Berechnung, was die Stadtverwaltung am 12. Dezember 2016 verbreiten ließ?

Denkbar sei auch, dass die Freitagsgebete im Sommer wieder im und vor dem alten Gemeindezentrum stattfänden. Die Gemeinde hat für die Gehwegnutzung eine Sondernutzungserlaubnis erhalten.

Diese Entscheidung ist zugunsten des Vereins der Muslime in Potsdam e.V. getroffen worden. Damit hat er sein Ziel erreicht. Und die Stadtverwaltung hat die Grundlage für antiislamische bzw. antimuslimische Proteste gelegt. Oder geht sie davon aus, dass die Bürgerinnen und Bürger Potsdams mit Gleichmütigkeit hinnehmen werden, wenn ihr Weg entlang der Fußgängerpromenade in der Straße Am Kanal durch eine große Zahl betender Männer gestört wird? Mehrere Städte in Deutschland haben schon Erfahrungen mit solch öffentlichen Gebetsmanifestationen sammeln dürfen. Und nirgend ist das ruhig ausgegangen. Doch das scheint die Stadtverwaltung nicht zu interessieren. Genauso wenig, wie die Tatsache, dass diese Art der Gebetsverrichtung Teil der Daʿwa-Strategie der Salafisten um Pierre Vogel ist.

Huber: Potsdam braucht Synagoge und Moschee (MAZ, 21.01.2017)

Möglicherweise wurde Altbischof Wolfgang Huber falsch verstanden oder seine Meinungsäußerung ist aus dem Zusammenhang herausgerissen worden. Auf jeden Fall ist es schon erstaunlich, wenn der ehemalige Bischof der Evangelischen Kirche dazu aufruft, in Potsdam “eine Synagoge und eine Moschee zu errichten”. An wen richtet sich sein Appell? An die Stadtverwaltung? An die Jüdische Gemeinde in Potsdam und an die Muslime? Wenn die Stadtverwaltung Adressat seiner Äußerung war, dann muß man den Ex-Bischof darauf hinweisen, dass die Zeit staatlicher Kirchenbauprogramme schon seit 1918 vorbei ist. Wenn die Jüdische Gemeinde gemeint war, so müßte er doch wissen, dass sich diese seit nunmehr über 20 Jahren bemüht, eine Synagoge zu bauen. Aber von Jahr zu Jahr werden die Gräben zwischen den in Potsdam bestehenden verschiedenen jüdischen Gruppen immer tiefer. Selbst Gott wäre wahrscheinlich überfordert, wenn er Auskunft darüber abgeben sollte, wann es in Potsdam eine Synagoge gibt. Sollten es die Muslime Potsdam sein, die er ansprechen wollte, so müßte doch auch Herrn Huber bekannt sein, dass diese gerade einmal finanziell in der Lage sind, sich einen von der Stadt (!!) großzügig vermittelten Gebetsraum mittlerer Größe zu leisten. Zwar gab es unter ihnen zwar imnmer wieder mal den Traum von einer Moschee, doch ohne Geld kein Baubeginn.
Vielleicht wäre es besser gewesen, Herr Huber hätte die drei vorgenannten Adressaten wissen lassen, dass seine Kirche bereit ist, den Juden Potsdams und den in der Stadt lebenden Muslimen von ihr nicht benötigte Kirchen – weil es an ausreichend Gläubigen für deren Nutzung fehlt und nicht mehr ausreichend Geld für deren Unterhalt zur Verfügung steht – für eine Umnutzung in eine Synagoge sowie in eine Moschee zur Verfügung zu stellen. Aber auf den Gedanken ist er vermutlich nicht gekommmen.

Nachtrag:
Am 24.01.2017 veröffentlichte die MAZ den vollen Wortlaut der Rede von Altbischof Wolfgang Huber beim Neujahrsempfang der Stadt Potsdam im Nikolaisaal. Die vorab veröffentlichte und oben wiedergegebene Aussage von ihm lautet:

Deshalb ist es gut, wenn die Stadt sich darum kümmert, dass Menschen unterschiedlichen Glaubens in ihr Orte des Gottesdienstes und des gemeinsamen Lebens finden. Darum ist es an der Zeit, dass Potsdam eine Synagoge und eine Moschee erhält. (MAZ, 24.01.2017)