Tausendundeine Nacht

Taqīya (arabisch تقية ‚Furcht, Vorsicht‘) ist ein Prinzip, das auf die Schiiten bezogen wird. Bei Zwang oder Gefahr für Leib und Besitz ist es ihnen erlaubt, ihren Glauben zu verheimlichen und rituelle Pflichten zu missachten.

Etwas ähnliches gibt es auch in anderen Religionen. Seit einigen Jahren wird es aber vor allem mit den  Muslimen in Verbindung gebracht und zwar in der Kurzfassung "Täuschung" bzw. "Verstellung". Diese Pauschalisierung ist falsch und wird auch von verschiedenen Autoren abgelehnt. Der in Israel geborene, aus einer deutsch-jüdisch-polnischen Familie stammende Journalist, Essayist und Dramatiker Tuvia Tenenbom hat sich in seinem Buch "Allein unter Flüchtlingen" ebenfalls mit diesem Thema befasst. Im arabischen Raum, so seine Aussage, gebe es den Begriff der Lüge nicht, man erzähle vielmehr Geschichten.

Unter dem Begriff "Tausendundeine Nacht" wurde die hohe Kunst des im arabischen Raums praktizierten Erzählens von Geschichten auch in Europa bekannt. Die von Scheherazade, aus Angst um ihr Leben, erfundenen Geschichten fanden Eingang in die europäische Literatur. Dass sich die Europäer dereinst unter anderen Umständen mit dem Thema "Geschichtenerzählen" auseinandersetzen müssten, ahnte zu diesem Zeitpunkt noch niemand. Auch in Potsdam nicht.

Seit wenigen Tagen ist Potsdam, wieder einmal, in den Fokus der öffentlichen Diskussion geraten. Ausgangspunkt dafür war ein Fernsehbericht des Journalisten Constantin Schreiber und sein in Verbindung damit veröffentlichtes Buch "Inside Islam. was in Deutschlands Moscheen gepredigt wird". Es ist ein sachliches Buch, geschrieben von einem mutigen und ehrlichen Mann. Schreiber war auch in Potsdam, in der Al Faruq-Moschee. Er kam dort zu Erkenntnissen, die in diesem Blog bereits im Herbst 2016 anhand von Fakten angedeutet wurden. Die aber bei den sich als verantwortlich für das Gemeinwohl fühlenden Politikern und Medien keine Beachtung fanden. Auch über Schreibers Buch wurde zunächst versucht, ein Verdikt zu verhängen. Doch an den Tatsachen führte kein Weg vorbei. Zumal sie mit dem von der ARD in drei Teilen ausgestrahlten Sendung "Der Moscheereport" deutschlandweit bekannt geworden waren.

Als "Lügen-Reporter" bezeichnete der Vorsitzende des Vereins der Muslime in Potsdam und selbsternannte Imam der Moschee, Kamal Mohamad Abdallah, am 31. März 2017 in einem Beitrag des RBB den Grimme-Preisträger Schreiber. Zur Rechenschaft ist der seit Jahrzehnten in Deutschland lebende Mann für diese Beschimpfung bis heute nicht gezogen worden. Vielmehr wird er von städtischen Politikern verteidigt und setzt die Stadt – trotz aller Kritik – ihre Praxis fort, ihn in seiner Tätigkeit finanziell zu unterstützen. Sie macht sich sogar Gedanken darüber, wo in Potsdam eine Moschee gebaut werden könnte.

Kamal Mohamad Abdallah ist konservativer, fundamentalistischer Muslim. Er vermittelt den Islam in dieser Form und er lebt ihn. Auch seine Familie hat er ihm unterworfen. Was jeoch lässt uns der RBB am 31. März 2017  Neues wissen! : " Jetzt aber wurde bekannt, dass der Imam einen eher fundamentalen Islam predigt." Dabei war doch schon in den Potsdamer Tageszeitungen des letzten Jahres zu lesen, dass er z. B. nicht bereit sei, Frauen die Hand zu geben. Eines der Merkmale für Salafisten. Offiziell erklärte er gegenüber Pressevertretern jedoch, integriert zu sein und sich für Integration einzusetzen.
Als Constantin Schreiber die Potsdamer Moschee aufsuchte, erlebte er, wie der Imam den Koran interpretierte. Der Anfang der 3. Sure Vers 28 ist für ihn dabei offensichtlich das Leitbild

Nicht sollen sich die Gläubigen die Ungläubigen zu Beschützern nehmen, unter Verschmähung der Gläubigen.
Wer solches tut, der findet von Gott in nichts Hilfe… .

Nachdem die öffentliche Diskussion schärfer geworden war, wurde in der Predigt am 31. März ein gemäßigterer Ton angeschlagen. Aber wie lange? Kontrollieren lässt sich das nicht. Und selbst wenn die Predigt als deutsche Übersetzung vorliegt, die Zwischentöne in der arabischen Variante wird selbst ein guter Arabist nur schwer heraushören.

Eine Frage, die sich in Verbindung mit der vorstehend beschriebenen Problematik stellt:

Warum wurde und wird immer Kamal Mohamad Abdallah als Gesprächspartner genommen, wenn es um den Verein der Muslime in Potsdam geht?

Warum wurde nie mit dem Schriftführer des Vereins gesprochen bzw. dieser interviewt? Es wäre bestimmt von Interesse zu hören, was Steffen Riemer über die aktuelle Diskussion denkt.

Hinweis:
Die anderen beiden Teile des "Moscheereport" von Constantin Schreiber sind an folgenden Tagen, jeweils um 22.15 Uhr, in der ARD zu sehen.

Teil 2  24. April 2017

Teil 3  22. Mai 2017