Potsdam.- Stadtschloß nach 1945

Kein Volk kann sich seiner Verantwortung für die eigenen Verbrechen entledigen, nur weil ein anderes weitaus größeres Unheil angerichtet hat.
(nach Adam Soboczynski, 2013)


“Viele Fragen bleiben ohne Antwort. Gelöste und ungelöste Probleme der Nacht des Bombenangriffs vom 14. zum 15. April 1945”.
So lautete die Überschrift über einem Beitrag des Potsdamer Hobbyhistorikers Hans-Werner Mihan, den die MAZ am 12. April 2005 veröffentlichte. Auf zahlreiche Detailfragen geht der Autor darin ein, bis er schließlich schreibt: „Historiker streiten sich bis heute über die Frage ´Warum diese Angriffe noch, als der Kriegs bereits entschieden war?`“ Die von ihm versuchten Antworten tragen nicht wirklich dazu bei, die Hintergründe dieses Ereignisses aufzuhellen, bei dem 1.593 Menschen ihr Leben lassen mussten und große Teile der Potsdamer Altstadt zerstört wurden. Und daran hat sich in Potsdam bis heute nichts geändert.[1]
Eine Ursache dafür ist, dass den aufgeworfenen Fragen keine konsequente Suche nach den Antworten folgte. Dabei waren sie zu finden. So u.a. in dem 1990 erschienenen Buch des renommierten Historikers Olaf Groehler[2] „Bombenkrieg gegen Deutschland“. Er charakterisierte es gewissermaßen als sein Lebenswerk und äußerte die Hoffnung: „Ungeachtet der Tatsache, daß die Arbeit am Manuskript im wesentlichen im Frühjahr 1988 abgeschlossen wurde, ist der Verfasser der Überzeugung, daß die wissenschaftlichen Aussagen des Buches auch in einer einheitlichen deutschen Wissenschaftslandschaft von Bestand sind.[3]
Unter Zuhilfenahme der von ihm ausgewerteten Materialien und der daraus abgeleiteten Aussagen sowie unter Einbeziehung weiterer Ausarbeitungen zur Geschichte des Luftterrors gegen die Zivilbevölkerung im Allgemeinen wird hier versucht, die Bombardierung Potsdams im April 1945 neu zu betrachten.

Luftkrieg gegen die Zivilbevölkerung und die Bemühungen zu ihrem Schutz

Als Flächenbombardement bzw. Flächenbombardierung wird das Bombardement großer Flächen durch den strategischen Luftkrieg mit einer Vielzahl von Bomben bezeichnet, bei der keine bestimmten Punkte, sondern Zielzonen, gleich ob militärisch oder zivil, getroffen werden sollen. Angriffsmittel sind vorwiegend Bomber, insbesondere schwere strategische Bomber; Angriffsziele sind vorwiegend Städte und Großstädte. Der Tod von Zivilisten wird dabei oft billigend in Kauf genommen (Kollateralschaden) oder ist sogar ausdrückliches Ziel des Angriffs. Bei Flächenbombardements wird zum Beispiel beabsichtigt, eine kriegswichtige Industrie zu zerstören, massierte Stellungen des Gegners zu zerschlagen und/oder die Loyalität der Bevölkerung des feindlichen Landes zu schwächen, um auf dem Weg eines politischen Umsturzes einen Krieg gewinnen zu können.

Die Bombardements behandelnde Haager Landkriegsordnung stammte noch aus dem Jahr 1907 und erwähnt den Begriff des Luftangriffes nicht ausdrücklich. Jedoch heißt es dort in Artikel 25, „es ist untersagt, unverteidigte Städte, Dörfer, Wohnstätten oder Gebäude, mit welchen Mitteln es auch sei, anzugreifen oder zu beschießen“.
Auch nach heute gültigem humanitären Völkerrecht sind flächendeckende Bombardierungen ziviler oder Zivilisten unvertretbar betreffender Ziele eindeutig als Kriegsverbrechen zu werten, da nach den Erfahrungen des Zweiten Weltkrieges Flächenbombardements in den Genfer Abkommen 1949 umfassend neu geregelt und begrenzt wurden. Insbesondere definiert Artikel 51 des Zusatzprotokolls I (1977) folgende Handlungen (unter anderen) als Kriegsverbrechen:

  • ein Angriff durch Bombardierung – gleich mit welchen Methoden oder Mitteln – bei dem mehrere deutlich voneinander getrennte militärische Einzelziele in einer Stadt, einem Dorf oder einem sonstigen Gebiet, in dem Zivilpersonen oder zivile Objekte ähnlich stark konzentriert sind, wie ein einziges militärisches Ziel behandelt werden,
  • ein Angriff, bei dem damit zu rechnen ist, dass er auch Verluste an Menschenleben unter der Zivilbevölkerung, die Verwundung von Zivilpersonen, die Beschädigung ziviler Objekte oder mehrere derartige Folgen zusammen verursacht, die in keinem Verhältnis zum erwarteten konkreten und unmittelbaren militärischen Vorteil stehen. [4]

Auch wenn diese Grundsätze erst 1949 bzw. 1977 ausformuliert wurden, so spielte das Thema bereits 1929 eine herausragende Rolle.

Am 27. Juli 1929 unterzeichneten Vertreter von 46 Staaten, darunter auch die sich zwischen 1939 und 1945 Krieg führend gegenüberstehenden Länder, in Genf das “Abkommen über die Behandlung von Kriegsgefangenen”. Die diplomatische Konferenz von 1929 sprach sich einstimmig auch für eine zusätzliche Konvention zum Schutz der Zivilbevölkerung in Kriegszeiten aus.

Die Initiative dafür ging von Frankreich aus. 1929 hatten in Paris der Generalarzt George Saint-Paul und der Jesuitenpater Jacquinot de Besange die “Association des Lieux de Genève” gegründet. Sie setzte sich das Ziel, eine Vereinbarung über die Schaffung von „Schutzzonen für die Zivilbevölkerung in Kriegszeiten“ zu erzielen. “Lieux de Genève” (Genfer Gebiete) nennt man seitdem Gebiete, in denen während eines Krieges die Zivilbevölkerung Schutz vor Bomben und Maschinengewehr-Garben finden soll.
Als japanische Truppen 1931 die zur Republik China gehörende Mandschurei besetzten und den Marionettenstaat Mandschukuo gründeten, um deren Rohstoffe auszubeuten, schuf Pater Jacquinot in den umkämpften Gebieten die ersten “Lieux de Genève” der Geschichte. Wofür ihm der Ehrentitel „Vater Chinas“ (Pater Chinae) verliehen wurde.[5]
Viel bedeutender war aber, dass er damit die Entwicklung des internationalen Rechts auf die Bahn der Humanität brachte.
1930  veröffentlichte das Komitee einen Band „Schutz der Zivilbevölkerung gegen Luftangriffe“, das acht Gutachten völkerrechtlicher und militärischer Sachverständiger enthielt.
Auf der 15. Internationalen Rotkreuz-Konferenz 1934 in Tokio legte das Internationale Komitee des Roten Kreuzes einen vollständigen Entwurf eines Abkommens über den Schutz der Zivilbevölkerung vor, den so genannten „Entwurf von Tokio“. Dazu berief es eine Reihe von Sachverständigenkommissionen. Für das Jahr 1940 war eine diplomatische Konferenz geplant, was durch den Ausbruch des Krieges verhindert wurde. Der „Entwurf von 1938“, eine Skizze der XVI. Internationalen Rot-Kreuz-Konferenz von London, ging unbeachtet in die Archive der angeschriebenen Regierungen. Eine sechs Tage vor Ausbruch des Weltkrieges 1939 an die Regierungen gerichtete Rot-Kreuz-Denkschrift wurde nur von der Regierung des Deutschen Reiches positiv beantwortet. Sie erklärte, dass sie bereit sei, den „Entwurf von 1938“ anzuerkennen, falls dies auch die Gegenseite tue. Die tat es nicht. Mit einem Schreiben vom 23. Oktober 1939 schlug das Komitee den Kriegführenden vor, die geplanten Neuerungen auf der Grundlage der Gegenseitigkeit anzunehmen. Der Vorschlag blieb jedoch erfolglos. Im Winter 1943/44 wandte sich das Internationale Rote Kreuz erneut an alle Staaten. Wiederum antwortete Deutschland bedingt bejahend. Die USA lehnten ab. Großbritannien und die Sowjetunion antworteten überhaupt nicht.[6]

Warum gab es keine positive Reaktion auf die humanitären Vorstöße des Internationalen Roten Kreuz? Wer trug die Verantwortung dafür, dass weder Großbritannien noch die Vereinigten Staaten von Amerika die Initiativen unterstützten?
Die Antwort ergibt sich vermutlich aus der Geschichte der Entwicklung der Militärstrategie der großen europäischen und nichteuropäischen Länder, insbesondere ihrer Strategie für den Luftkrieg.

Als es 1911 zwischen Italien und der Türkei zum Krieg um Libyen kam, wurden das erste Mal Flugzeuge für Aufklärung, Zielerkundung, Transport und Bombenabwurf eingesetzt.
Am 23. Oktober 1911 erkundete Hauptmann Carlo Piazza eine osmanische Stellung bei Bengasi aus der Luft. Am 1. November 1911 warf Leutnant Giulio Cavotti über zwei Oasen bei Tripolis die ersten 2-Kilogramm-Bomben auf lebende Ziele ab. Der Angriff diente keinem militärischen Zweck, sondern geschah im Rahmen der „Vergeltungsaktionen“ gegen die arabische Bevölkerung. Im März 1912 kehrte Piazza mit den ersten Fotografien anlässlich eines Aufklärungsflugs zurück.[7]
Der italienische General Giulio Douhet verarbeitete die unter seiner Führung in Libyen gesammelten Erfahrungen in der 1921 fertig gestellten Abhandlung „Il Dominio dell’Aria“ (dtsch. Luftherrschaft), den ersten „Klassiker“ für eine Strategie der Führung von Luftkriegen.[8] „Ich habe die unbedingte Gewissheit, dass die Zukunft mich nicht Lügen strafen wird, dass der Krieg in der Luft das Wesen des Zukunftskrieges werden wird.“ 

Douhet ließ in sein Werk auch andere, während des Ersten Weltkrieges gewonnene Erkenntnisse mit Flugzeugeinsätzen einfließen.
Lüttich und Antwerpen in Belgien waren die ersten Städte, die die neue Form der Kriegführung – den Luftkrieg – zu spüren bekamen. Am 6. August bzw. 24. August 1914 wurden sie von einem deutschen Zeppelin-Luftschiff bombardiert. Neun Zivilisten fielen in Lüttich dem Angriff zum Opfer. In Antwerpen waren es zehn Tote und 25 Verletzte.[9]
Am 19. Januar 1915 bombardierten die Zeppeline L3 und L4 die ostenglischen Städte Great Yarmouth und King’s Lynn in Norfolk. Am 31. Mai 1915 erlebte London den ersten Bombenangriff.
Am 30. August 1914 überflog ein deutsches Flugzeug vom Typ „Taube“ die französische Hauptstadt Paris, warf vier Bomben ab – die offensichtlich keine Toten oder Verletzte zur Folge hatten – sowie zahlreiche Flugblätter und eine deutsche Flagge. Diesem Flug zum Zweck der Propaganda folgten bis zum Juli 1915 weitere Luftangriffe auf Paris und seine Umgebung. Der deutsche Generalstab hatte 1915 die Bombardierung französischer und britischer Städte angeordnet, um die Moral der Zivilbevölkerung zu untergraben. Am 29. Januar 1916 warf, um nur ein Beispiel anzuführen,  ein Zeppelin-Luftschiff über dem Osten von Paris 17 Bomben ab. 26 Menschen fielen ihnen zum Opfer.[10]
Die griechische Hafenstadt Saloniki war am 30. Dezember 1915 Ziel eines Zeppelin-Luftangriffs.

Die unvorbereitet aus der Luft angegriffenen Länder schlugen zurück. Über dem Deutschen Reich wurden insgesamt 15.471 Bomben abgeworfen, wodurch 746 Menschen starben und 1.843 verletzt wurden. Am stärksten betroffen war das Land Baden mit 678 Getöteten und Verwundeten.[11]

Nach dem Ende des Esten Weltkrieges gab es keine Aktivitäten seitens der Gewinner desselben, die neue Entwicklung – im Interesse der Menschen, insbesondere der Zivilbevölkerung – aufzuhalten. Ihre Antwort war die Ausarbeitung eigener Konzepte für die Führung des Luftkrieges.
Die Rechtfertigung dafür leiteten sie aus den im Weltkrieg gemachten Erfahrungen sowie aus Ereignissen ab, bei denen Flugzeuge mit militärischem Hintergrund bzw. mit dem Ziel des Tötens von Menschen zum Einsatz kamen.

1920 setzten die britischen Kolonialtruppen im Irak zur Niederschlagung eines Aufstandes gegen ihre Herrschaft Flugzeuge ein. Sie standen unter dem Kommando von Arthur Harris. Die Royal Air Force (RAF) flog Einsätze mit insgesamt 4.008 Stunden, warf 97 Tonnen an Bomben ab und feuerte 183.861 Schüsse ab. Zwischen 6.000 und 10.000 Iraker starben in dem mehrere Monate andauernden Aufstand. Wie viele durch die Luftangriffe ums Leben kamen, ist nicht belegt. Die RAF verlor neun Piloten und elf Flugzeuge.[12]
Ebenfalls 1920 beendeten die Briten einen Aufstand in Somalia mit dem Einsatz von Flugzeugen gegen die Aufständischen und gegen die Zivilbevölkerung.[13]
Bei den Rassenunruhen in Tulsa, Oklohoma (31.5./01.06.1921) soll aus privaten Flugzeugen Dynamit auf die schwarze Bevölkerung abgeworfen worden sein.[14]
In Marokko ging Spanien im Rifkrieg nach mehreren Niederlagen 1923 zum Einsatz von Chemiewaffen aus der Luft über. Ziel war es, weite Landstriche unbewohnbar zu machen. Die deutsche Reichswehr unterstützte die Spanier über den Spezialisten Hugo Stoltzenberg logistisch und konzeptionell, um von den spanischen Erfahrungen profitieren zu können. Für Deutschland galt nach dem Versailler Vertrag ein Chemiewaffenverbot.[15]
Im Italienisch-Äthiopischen Krieg von 1935 wurden Giftgasgranaten von Flugzeugen auf äthiopische Zivilisten geworfen.
Die faschistische Kriegsleitung nutzte den Tod von zwei italienischen Piloten, um den Einsatz von Giftgas zu legitimieren und großangelegte Luftbombardements durchzusetzen und so eine rasche Entscheidung im Krieg herbeizuführen. Die Piloten Tito Minniti und Livio Zannoni waren nach einer Notlandung ihres Aufklärungsflugzeugs vermutlich von aufgebrachten Dorfbewohnern getötet worden. Die italienische Propaganda verbreitete verschiedene, sich zum Teil auch widersprechende Berichte über ihr Schicksal; die Umstände ihres Todes ließen sich beim Auffinden der Leichen nicht mehr aufklären. Ungeachtet dessen kam es zu massiven Luftangriffen mit hautschädigendem Senfgas, das unter den schlecht ausgerüsteten und leicht gekleideten abessinischen Soldaten zu hohen Verlusten führte. Senfgas wurde auch gegen die Zivilbevölkerung eingesetzt. Dies war besonders barbarisch: die Menschen reagierten mit Hautverätzungen, unerträglichen Schmerzen, und wussten nicht, wo die Schmerzen herkamen, da das unsichtbare Gas aus der Luft abgeworfen wurde. Viele starben nicht sofort, sondern trugen schlimme Langzeiterkrankungen davon. Ebenso wurden landwirtschaftliche Anbauflächen mit Senfgas attackiert, ganze Dörfer eingeäschert und es kam zu Massenerschießungen unter der einheimischen Bevölkerung. Die italienischen Verbände bombardierten zudem gezielt Lazarette des Roten Kreuzes und des Roten Halbmondes. Dazu nutzten sie kartographisches Material, welches das Rote Kreuz bei Kriegsbeginn an Rom übermittelt hatte, um so (versehentliche) Angriffe auf Hospitäler auszuschließen. Mit dem Einsatz von Senfgas brach Italien das Genfer Protokoll, an das es völkerrechtlich gebunden war. [16]
Den Spanischen Bürgerkrieg (1936-1939) nutzten die Sowjetunion, Deutschland und Italien, um ihre Flugzeuge und Truppen zu erproben. Besonders Deutschland nutzte den Krieg, um den Piloten Kampferfahrung zukommen zu lassen, und stellte mit der Legion Condor eine Einheit auf, in der durch ein Rotationsverfahren bis zum Ende des Krieges etwa 20.000 deutsche Soldaten kämpften. Dabei wurde die Zivilbevölkerung massiv bombardiert. Im November 1936 bombardierten deutsche und nationalspanische Flugzeuge die Hauptstadt des republikanischen Spaniens, Madrid. Am 26. April 1937 zerstörten deutsche Bomber die Stadt Guernica und ermordeten eine große Zahl von Zivilisten (die Zahl schwankt zwischen 500 und 1.500), was der erste Verstoß der deutschen Luftwaffe gegen das Kriegsvölkerrecht war. Angriffe wurden auch gegen Barcelona und andere im republikanischen Gebiet befindliche Städte.[17]

Unter den Siegermächten des Ersten Weltkrieges war Großbritannien federführend bei der Ausarbeitung einer eigenen Luftkriegsstrategie.
Die Trenchard-Doktrin ist eine ab Ende des Ersten Weltkriegs entwickelte Doktrin der Royal Air Force (RAF), nach der die Zerstörung der gegnerischen Rüstungsindustrie einschließlich der Transportwege zur Front mit Fernbombern der direkten Feldschlacht mit den gegnerischen Streitkräften vorzuziehen sei. Als Ursprung der britischen Idee eines strategischen Luftangriffs auf die „Nervenzentren des Gegners“ gilt die Bombardierung Englands durch die deutschen Luftstreitkräfte im Ersten Weltkrieg, erst ab 1915 mit Zeppelinen, dann ab 1917 mit Gotha-Bombern. Die Doktrin ist nach Hugh Trenchard[18] benannt, der die RAF von 1919 bis 1929 kommandierte.
Das Ziel eines Krieges, dem Gegner den eigenen Willen aufzuzwingen, so die RAF-Vordenker am Ausgang des Ersten Weltkriegs auf zwei Arten erreichen: durch Zerstörung der Fähigkeit des Gegners, Widerstand zu leisten bzw. oder durch die Zerstörung seines Willens zum Widerstand. Das Heer sollte sich auf die Zerstörung der Kampffähigkeit des Gegners konzentrieren, was nur durch die Feldschlacht erreichbar wäre. Die Luftwaffe könne und solle hingegen den Willen des Gegners brechen. Trenchard glaubte fest daran, dass der massenhafte Einsatz von Bombern gegen das Hinterland des Feindes dieses Ziel erreichen werde. Im Mai 1928 verfasste er ein Memorandum mit dem Titel The War Object of an Air Force an das Chief of Staff Subcommittee, im Juli 1928 wurde das RAF War Manual of 1928 verabschiedet und im Oktober 1928 hielt Trenchard eine Rede vor dem Imperial Defence College.[19]
Der damalige britische Premierminister Stanley Baldwin leitete daraus Überlegungen ab, von denen die zweite (hier zitierte) verheerende Auswirkungen haben sollte.
„Die Geschichte unserer splendid isolation ist zu Ende. Seit dem Auftauchen des Flugzeuges sind wir keine Insel mehr“. Andererseits, 1932 vor dem britischen Parlament: der Bomber kommt immer durch (…) Die einzig mögliche Verteidigung ist der Angriff, das heißt, man muss mehr Frauen und Kinder in kürzerer Zeit töten als der Feind, wenn man überleben will.[20]

Zur Anwendung kam die Trenchard-Doktrin in abgewandelter Form mit der britischen Area Bombing Directive und dem Flächenbombardement deutscher Städte und Industriegebiete im Zweiten Weltkrieg.
Die Area Bombing Directive (General Directive No.5 (S.46368/D.C.A.S); „Anweisung zum Flächenbombardement“) wurde während des Zweiten Weltkrieges am 14. Februar 1942 vom britischen Luftfahrtministerium herausgegeben. Dem neuen Oberkommandierenden des Bomber Command der Royal Air Force (RAF), Arthur Harris, wurde darin mitgeteilt, er könne seine Streitkräfte ab sofort ohne jede Beschränkung einsetzen: “You are accordingly authorised to use your forces without restriction […]”. Die Einsätze seien auf die Moral der feindlichen Zivilbevölkerung auszurichten – insbesondere auf die der Industriearbeiter: “It has been decided that the primary objective of your operations should be focused on the morale of the enemy civil population and in particular the industrial workers”. Einen Tag nach Bekanntgabe der Anweisung schrieb der RAF-Stabschef, Luftmarschall Charles Portal: “[…] I suppose it is clear that the aiming points will be the built up areas, and not, for instance, the dockyards or aircraft factories where these are mentioned in Appendix A. This must be made quite clear if it is not already understood.” (deutsch: „Ich nehme an, dass klar ist, dass die Ziele bebaute Gebiete und nicht z. B. Schiffswerften oder Flugzeugwerke laut Anhang A sein werden. Dies muss jedem klargemacht werden, falls es noch nicht so verstanden worden ist.“)
Dieser Strategie der Flächenbombardierung lag die Annahme aus der Trenchard-Doktrin zugrunde, das Bombardieren von Wohngebieten anstelle militärischer Anlagen würde den Kampfwillen der Zivilbevölkerung schwächen. Das Konzept beruhte auf Vorstellungen über den strategischen Luftkrieg aus dem Ersten Weltkrieg. Man hoffte, Aufstände oder Revolution gegen das Regierungssystem in einem gegnerischen Staat auszulösen, um aus der Destabilisierung des Gegners einen kriegswichtigen Vorteil ziehen zu können. Diese Annahme erwies sich jedoch als Trugschluss. Es wird heute allgemein angenommen, dass diese Strategie zum exakt entgegengesetzten Ergebnis führt, nämlich einer Solidarisierung der Bevölkerung mit einem Regierungssystem gegenüber dem Angreifer.
Bereits am 17. April 1941 hatte der anglikanische Bischof George Kennedy Allen Bell[21], Mitglied des House of Lords,  in einem Brief an die Zeitung „ The Times“ geschrieben: Es ist barbarisch, unbewaffnete Frauen und Kinder bewusst zum Angriffsziel zu machen. Damit widersprach er direkt Winston Churchill, Verfechter des Flächenbombardement (area bombing) deutscher Städte. Die Antwort auf Bells Vorstoß waren empörte Proteste von Politikern und Privatpersonen. Seine Kritik an der Führung des Krieges, insbesondere des Luftkrieges, äußerte er aber auch weiterhin.

In den Vereinigten Staaten von Amerika (USA) stand der Luftwaffenoffizier Harold Lee George für die Ausarbeitung einer eigenen Luftkriegsstrategie. Als Chefausbilder für Strategie und Taktik an der Air Corps Tactical School in den 1930ern, Chef der Air War Plans Division Anfang der 1940er und Kommandeur des Air Transport Command während des Zweiten Weltkriegs legte er in vielerlei Hinsicht die Grundlagen für die amerikanische strategische Luftkriegsführung in diesem Krieg. George und seinen Mitarbeitern wird das Verdienst zugeschrieben, die zu dieser Zeit kursierenden Theorien eines strategischen Luftkriegs in auf die damaligen Fähigkeiten der US-Luftwaffe zugeschnittene Doktrin übersetzt zu haben.[22]
Im Sommer 1941 arbeitete Lee George mit Laurence S. Kuter, Haywood S. Hansell und Kenneth N. Walker innerhalb von nur einer Woche das strategische Dokument Air War Plans Division-1 (AWPD-1) aus, das Teil des Victory-Plans wurde und die initiale Luftkriegsstrategie der USA für den Fall eines Kriegseintritts festlegte. L. George bevorzugte fortgesetzte Präzisionsangriffe gegen ausgewählte industrielle Ziele, die binnen weniger Monate zum Zusammenbruch der feindlichen Kriegsproduktion und damit zum siegreichen Ende des Krieges führen sollten. Viele der maßgeblichen Punkte von AWPD-1[23] tauchten auch in späteren Strategiedokumenten wieder auf, so die Konzentration auf Öl- und Transportziele und die Reduktion der feindlichen Jagdfliegerkräfte als „Zwischenziel“.
Ab 1942 bestimmte APWD-42 die Luftkriegsstrategie der US-amerikanischen Streitkräfte. Die Amerikaner stellten in den Mittelpunkt ihrer Luftkriegsführung präzis ausgeführte Luftschläge gegen ausgewählte Ziele.

First Priority: Destruction of the German air force (fighter factories, bomber factories, airplane engine plan
Second Priority: Submarine building yards
Third Priority: Transportation (locomotive building shops, repair shops, marshalling yards, inland waterways)
Fourth Priority: Electric power (37 major plants)
Fifth Priority: Oil (23 plants)
Sixth Priority: Alumina
Seventh Priority: Rubber (two synthetic Buna plants)
Recapitulation: Targets: 177; Force required: 66,045 bomber sortiesBombs:132,090 tons
Results: Decimation of the German air force; depletion of the German submarine force; disruption of German war economy[24]

Die Wohngebiete der Zivilbevölkerung und sonstige zivile Ziele waren in den Planungsdokumenten nicht vorgesehen.

1943 stießen die von Großbritannien und den USA entwickelten und bereits praktizierten unterschiedlichen Konzepte der Luftkriegsführung aufeinander. Auf der Konferenz von Casablanca (14./24.1.1943) formulierten die beiden Westalliierten ihre offiziellen Kriegsziele. Die bedingungslose Kapitulation des Deutschen Reiches, Italiens und Japans stand an erster Stelle. Zur Erreichung dieses Zieles wurde beschlossen, die Luftangriffe auf deutsche Städte zu verstärken und dies in Zusammenarbeit auszuführen (Combined Bomber Offensive, CBO). Fortan flogen die Briten nachts und die US-amerikanischen Bomber tagsüber. Die CBO richtete sich gegen das „deutsche militärische, industrielle und wirtschaftliche System“ und den Durchhaltewillen der Zivilbevölkerung.

„Ihr primäres Ziel wird sein die zunehmende Zerstörung und Zerrüttung des deutschen militärischen, industriellen und wirtschaftlichen Systems und der Unterminierung der Moral des deutschen Volkes bis zu dem Punkt, an dem seine Fähigkeit zu bewaffnetem Widerstand entscheidend geschwächt ist.“

Als Primärziele wurden definiert:

  1. U-Boot-Werften
  2. die Flugzeugindustrie
  3. Transportziele
  4. Ölgewinnung und -verarbeitung
  5. weitere Ziele der Kriegsindustrie

Mit der Koordinierung der Luftoffensive zwischen Briten und Amerikanern wurde der Chef des Stabes der RAF, Air Chief Marshal Charles Portal, beauftragt. Die sehr allgemein gehaltene CBO-Direktive ließ beiden Seiten die Möglichkeit, ihre jeweilige strategische Luftkriegskonzeption weitgehend unabhängig voneinander zu verfolgen. Die britische Luftwaffe war in erster Linie verantwortlich für das gegen Städte und Zivilbevölkerung gerichtete Flächenbombardement. Die Amerikaner hielten an den in APWD-42 formulierten Hauptzielen für ihre Angriffe fest. Durch die CBO wurden ihre Flugzeuge aber auch in das Flächenbombardement einbezogen.[25]

Einen tiefen Einschnitt in die CBO-Strategie brachte das Jahr 1945, vor allem der Bombenangriff auf Dresden am 13. Februar 1945. Dieser hatte die Öffentlichkeit in den Ländern der Antihitlerkoalition so stark erschüttert, dass immer stärker die Forderung nach einer Änderung der Kriegführung erhoben wurde.
Am 6. März 1945 griff der Labour-Abgeordnete Richard Stokes im britischen Unterhaus die Regierung scharf an: „Es ist sehr bemerkenswert, daß die Russen sich derartiges nicht erlauben … Ich kenne die moralischen Beweggründe nicht, die dieser russischen Politik zugrunde liegen, aber ich kann sehr deutlich die Vorteile für sie erkennen, die sie in die Lage versetzen zu sagen, daß es die morbiden westlichen kapitalistischen Staaten waren, die derartige schmutzige Tricks angewendet haben, während sie ihre Bombenaktivitäten, wie ich sagen würde, auf ausschließlich taktische Zwecke begrenzt haben.
Die Frage lautet: Ist in dieser Phase des Krieges das uneingeschränkte Bombardement gegen große Bevölkerungszentren, die voller Flüchtlinge sind, weise? Wir haben die schrecklichen grauenvollen Geschichten gelesen, über das, was sich in Dresden zugetragen hat.“[26]

Stokes warnte die Regierenden in London und Washington, bei Fortsetzung der Bombardierungsoffensive nur noch derart zerstörte und verwüstete Städte vorzufinden, die Großbritannien dann zum Opfer seiner eigenen Waffen machen würden, da niemand mehr in der Lage sei, angesichts eines derartigen Ausmaßes an Elend und Armut Politik in Deutschland zu treiben.

Premierminister Winston Churchill hatte das begriffen und versuchte eine Wende in der Führung des Luftkrieges hinzubekommen. In einer Note vom 28. März 1945 an RAF-Air Chief Marshal Charles Portal forderte er die Einstellung der Flächenangriffe gegen Städte:
“The moment has come when the question of bombing German cities simply for the sake of increasing the terror, though under other pretexts, should be reviewed. Otherwise, we shall come into control of an utterly ruined land. The destruction of Dresden remains a serious query against the conduct of Allied bombing. I am of the opinion that military objectives must henceforward be more strictly studied in our own interests rather than that of the enemy. The Foreign Secretary has spoken to me on this subject, and I feel the need for more precise concentration upon military objectives such as oil and communications behind the immediate battle zone, rather than on mere acts of terror and wanton destruction, however impressive.”[27]

Doch die britischen Stabschefs spielten da nicht mit. Der Oberbefehlshaber des RAF Bomber Command, Arthur Harris, lehnte jegliche Einschränkung der flächendeckenden Städteangriffe ab und schrieb: „Ich persönlich halte die gesamten verbliebenen Städte Deutschlands nicht der Knochen eines einzigen britischen Grenadiers wert.“
Sich dem Druck der Militärs gegenüber sehend, schrieb Churchill ihnen am 1. April 1945: „Mir scheint, daß der Zeitpunkt gekommen ist, da man die Frage des sogenannten Flächenbombardements im Hinblick auf unsere eigenen Interessen überprüfen sollte. … Bitte lassen Sie mich Ihre Ansichten wissen.[28]
Die bekam er in einem Schreiben der Stabschefs vom 4. April 1945 übermittelt. Sie waren nicht bereit, vom Flächenbombardement abzugehen, wobei sie sich auf Beschlüsse der alliierten Konferenzen von Casablanca und Quebec beriefen. Zusammenfassend hieß es: „Es wird davon ausgegangen, daß Flächenangriffe nach wie vor gerechtfertigt sind, wenn sie darauf gerichtet sind, den Vorstoß der alliierten Armeen nach Deutschland zu unterstützen oder den Krieg zu verkürzen. Jede unbeabsichtigte weitere Zerstörung der deutschen Städte, die wahrscheinlich in der verbleibenden Zeit auftreten wird, wird vermutlich im Vergleich zu dem bereits bisher Erreichten geringfügig bleiben … Die gegenwärtige Bombardierungsdirektive sollte also nicht verändert werden, um etwa das Flächenbombardement auszuschließen … Jeglicher weitere politische und ökonomische Nachteil der Flächenbombardements, der sich aus diesen Operationen ergibt, sollte hingenommen werden. Flächenbombardements, die ausschließlich darauf ausgerichtet sind, Industriegebiete zu zerstören oder zu desorganisieren, sollten eingestellt werden.[29]
Am 5. April 1945 wurde der Oberbefehlshaber der amerikanischen Luftstreitkräfte, Henry H. Arnold, über die britische Entscheidung informiert, von Flächenangriffen zwar nicht Abstand zu nehmen, diese aber nur in bestimmten Fällen durchzuführen, „um unnötige Zerstörungen von Häusern und anderen Einrichtungen zu vermeiden, die für die Unterbringung der Besatzungsstreitkräfte benötigt werden“.[30]
Der weitere Kriegsverlauf zeigte, dass die Rücksichtnahme vor allem für die Städte galt, die sich in den künftigen Besatzungszonen der Westalliierten befanden. Bezüglich der Städte auf dem Gebiet der sowjetischen Besatzungszone lassen sich den Akten derartige Rücksichten nicht entnehmen. Am 15. März 1945 waren große Teile der Altstadt Oranienburgs von amerikanischen Flugzeugen in Schutt und Asche gelegt worden. Am 3. und 4. April 1945 kamen bei zwei Luftangriffen 8.800 Menschen ums Leben, darunter 6.000 Einwohner Nordhausens, 1.500 Flüchtlinge sowie 1.300 Häftlinge des Konzentrationslagers Dora. Mit der größten Zerstörungswirkung wurde am 8. April 1945 die Stadt Halberstadt aus der Luft angegriffen. Plauen traf es am 10. April 1945 sowie am 6. Und 10. April erneut Stadtteile von Leipzig. In der Nacht vom 14. zum 15. April 1945 fielen die Bomben auf Potsdam und Wismar. Am 16. April 1945 auf Zerbst. Zwischen dem 19. und 21. April bombardierten Flugzeuge der US Air Force Elsterwerda, Falkenberg, Pirna, Nauen, Wustermark, Neuruppin, Oranienburg, Brandenburg, Seddin und Treuenbrietzen. Diese Angriffe galten den Verkehrseinrichtungen.[31]

Nicht nur in Bezug auf Ostdeutschland muss die Frage aufgeworfen werden, welchen militärischen bzw. den Krieg entscheidenden Sinn die Bombardierung deutscher Städte und die Ermordung einer sehr großen Zahl von Zivilisten in den Monaten Januar bis Mai 1945 hatte.

Der Bombenangriff auf Potsdam am 14./15. April 1945

Am 5. April 1945 hatte RAF-Oberbefehlshaber Arthur Harris beklagt, daß „es nun (nach der Intervention von Winston Churchill, V.P.) schon äußerst schwierig wäre, geeignete Ziele zu finden“. Nach dem Grundsatz „der Premierminister ist weit weg, und wir sind hier“ empfahl er, die schweren Bomberverbände zu einem Großangriff gegen Berlin zusammenzuführen sowie Leipzig und Halle schweren Bombardements auszusetzen. Es war ihm dabei bewusst, „daß gewisse Leute denken, sie machten die Dinge noch schlimmer, wenn sie immer mehr Städte auslöschten“. [32]
Um nachhaltig Eindruck zu hinterlassen und sowohl Alliierten und Gegnern klarzumachen, wozu die Royal Air Force in der Lage sei, wurden unter seiner Leitung Angriffsziele ausgewählt, die keine kriegswichtige Bedeutung hatten, dafür aber eine symbolische. Potsdam galt in weiten Kreisen Großbritanniens als Hort des reaktionären Preußentums. In Berchtesgaden befand sich Hitlers Hauptquartier. Die Insel Helgoland besaß sowohl eine aus der Geschichte herrührende symbolische Bedeutung als auch eine militärische.

Am 12. April 1945 begannen die Planungen für einen Bombenangriff gegen Potsdam.  Zunächst war vorgesehen, Potsdam in Form eines Tarnangriffs zu bombardieren, um davon abzulenken, dass der Hauptangriff zur gleichen Zeit Hitlers Residenz in Berchtesgaden galt. In letzter Minute fiel die Entscheidung, Potsdam in der Nacht vom 14./15. April 1945 zu zerstören. 490 Bombenflugzeuge vom Typ „Lancaster“ und zwei Mehrzweckflugzeuge vom Typ „Mosquito“ kamen zum Einsatz. Bei dem von der 1., 3. und 8. Bomber Group geflogenen Angriff wurden 1.716 Tonnen Sprengbomben abgeworfen, darunter 16 Luftminen HC 8.000 LB, 383 Luftminen HC 4.000 LB und 166 Luftminen HC 2.000 LB.[33]

Wie viele Menschen damit getötet wurden, ist lange Zeit sehr widersprüchlich gewesen.Im Jahr 2015 wurde die Zahl der Opfer mit 1.593 beziffert.  Widersprüchlich sind auch die Aussagen zum Anlass der Bombardierung, die auf den Tag genau 200 Jahre nach der Grundsteinlegung für Schloss Sanssouci – dem bekanntesten Schloss des preußischen Königs Friedrich II. – zur Zerstörung des Zentrums der bedeutsamen Residenz- und Garnisonstadt führte.
Am 19. April 1945 stellte Winston Churchill führenden Offizieren der RAF die Frage: „Was war der Grund nach Potsdam zu gehen und es einzuäschern?[34] Die ihm zugesandte Antwort enthielt folgende Gründe: die Funktion Potsdams in der faschistischen Regierungsmaschinerie; als Sitz des Oberkommandos der Luftwaffe; als Verkehrsknotenpunkt zwischen Ost und West; als Zufluchtsort von bislang in Berlin ansässigen militärischen und zivilen Zentralbehörden. „Obwohl wir bereits dem Bomber Command Weisung erteilt haben, Flächenbombardierungen ausschließlich um der Zerstörung von Industriegebieten willen einzustellen, war der Angriff auf Potsdam darauf angelegt, die Auflösung des gegnerischen Widerstandes zu beschleunigen.[35]

Der Angriff auf Potsdam war, so Olaf Groehler, „das letzte massierte Städtebombardement des RAF Bomber Commands in Europa“.[36] Welche Auswirkungen die strategischen Luftangriffe auf Deutschland hatten und welche Ergebnisse zu verzeichnen waren, untersuchten nach der Kapitulation des Oberkommandos der Wehrmacht amerikanische und britische Sonderkommandos in allen Besatzungszonen Deutschlands. Die britischen Untersuchungsberichte wurden niemals publiziert. Die amerikanische Regierung veröffentlichte zwischen 1945 und 1948 allein 208 Berichte über die Ergebnisse des Bombenkriegs in Europa. Im Mittelpunkt der Untersuchungen standen die Auswirkungen der Luftangriffe auf die Rüstungswirtschaft. Die Zerstörung der Städte und die Folgen der Bombardements für die Zivilbevölkerung wurden nur am Rande erwähnt.[37]Vergleicht man die beiden Hauptauswirkungen des strategischen Bombenkrieges miteinander, so drängt sich geradezu die Schlußfolgerung auf, daß dieser vorrangig und in erster Linie das Leben der Bevölkerung in seinem allumfassenden Sinne – vom Wohnraum über die Versorgung und die gesamte Lebenslage – verschlechterte und komplizierte. Dagegen blieben seine rüstungsindustriellen Auswirkungen insgesamt weit unter den Erwartungen: Bei Ende des Krieges besaß er nur partiell einen Einfluß auf dessen Verkürzung.[38]

Aufarbeitung, Gedenken und Auftrag für die Gegenwart

War die Zerstörung Dresdens vor genau 60 Jahren ein Kriegsverbrechen? Angesichts von bis zu 35 000 Toten scheint die Frage pietätlos. Zudem fällt die Antwort, rein moralisch-ethisch betrachtet, leicht: Natürlich war das Bombardement, dem überwiegend Zivilisten zum Opfer fielen, nicht aber militärisch relevante Industrie oder Infrastruktur, verwerflich.
Aber moralisch-ethische Maßstäbe sind nicht entscheidend für die Beurteilung; maßgeblich sind die rechtlichen Vorschriften. Doch klare Gesetze gibt es im zwischenstaatlichen Recht nicht, sondern nur ratifizierte Verträge und das Völkergewohnheitsrecht. Mißt man den Untergang Dresdens daran, so erweist sich die Antwort als höchst kompliziert.
Nach heute geltendem Völkerrecht wäre ein Bombardement wie jenes vor 60 Jahren ein schwerer Verstoß gegen das Völkerrecht. Doch 1945 gab es dazu noch keine ratifizierten Verträge. Trotzdem ist es falsch, daß der Luftkrieg 1940 bis 1945 im ´rechtsfreien Raum` stattgefunden habe, wie Air Marshal Arthur Harris meinte, der Chef des britischen Bomber Command. …
War also die Zerstörung Dresdens am 13. und 14. Februar 1945 ein Kriegsverbrechen? Manches spricht dafür. In keinem Fall jedoch ist die Antwort geeignet, die Toten von Dresden gegen die Opfer der noch schlimmeren Kriegsverbrechen der Wehrmacht oder gar des Holocaust aufzurechnen.[39]

Der englische Philosoph und Publizist Anthony C. Grayling griff dieses Thema in seinem 2007 in deutscher Übersetzung erschienenen Buch „Die toten Städte. Waren die alliierten Bombenangriffe Kriegsverbrechen?“ auf.[40] Er behandelt die Luftkriegsführung während der gesamten Kriegszeit. „Für Grayling führten die angelsächsischen und sowjetischen Alliierten einen »gerechten Krieg« gegen »verbrecherische Feinde«, aber die Sieger »sanken in einigen wichtigen Aspekten moralisch genauso tief wie ihre Gegner«. Er setzt Alliierte und Achsenmächte damit nicht gleich und will deren Verbrechen auch nicht gegeneinander aufrechnen, sondern eine überfällige und weltweit aktuelle Debatte über erlaubte und verwerfliche Kriegführung anstoßen.[41]

Zu den „einigen wichtigen Aspekten“ könnte die Flächenbombardierung deutscher Städte, darunter Potsdam, im Winter/Frühjahr 1945 gezählt werden. Und gerade in Verbindung mit diesen Ereignissen bietet es sich an, die unbedingt notwendige, überfällige und aktuelle Debatte über erlaubte und verwerfliche Kriegführung anzuschieben.
Dabei geht es auch um die Antwort auf die Frage, ob es sich bei der Area Bombing Directive vom 14. Februar 1942 um eine Anweisung zu schweren Kriegsverbrechen gehandelt habe.
Sie stand im Widerspruch zu Artikel 25 der Haager Landkriegsordnung: „Es ist untersagt, unverteidigte Städte, Dörfer, Wohnstätten oder Gebäude, mit welchen Mitteln es auch sei, anzugreifen oder zu beschießen.
Sie stand auch im Widerspruch zu Artikel 27 der Haager Landkriegsordnung, der eine Schonung von entsprechend gekennzeichneten und nicht militärisch verteidigten Kulturgütern verlangt, „um die dem Gottesdienste, der Kunst, der Wissenschaft und der Wohltätigkeit gewidmeten Gebäude, die geschichtlichen Denkmäler, die Hospitäler und Sammelplätze für Kranke und Verwundete soviel wie möglich zu schonen“.
Sie stand auch im Widerspruch zu den unter Schirmherrschaft des Internationalen Roten Kreuz ausgearbeiteten Dokumenten zum Schutz der Zivilbevölkerung in Kriegszeiten. Auch wenn diese erst nach dem Krieg Rechtskraft erlangten, so waren sie den Regierungen bekannt. Und hätten bei der Ausarbeitung der militärischen Dokumente Berücksichtigung finden können, und müssen.

Mit dem neugeregelten Genfer Abkommen von 1949 und speziell durch Artikel 51 des Zusatzprotokolls I von 1977 gelten Flächenbombardements allgemein als Kriegsverbrechen. Dennoch wurden und werden sie praktiziert, auch von den Siegern des Zweiten Weltkrieges.
Und warum sollten sich so genannte „Schurkenstaaten“ nicht daran ein Beispiel nehmen?
Die internationale Völkergemeinschaft, vor allem die fünf ständigen Mitglieder des UNO-Sicherheitsrats (Frankreich, Russland, die Vereinigten Staaten, die Volksrepublik China und das Vereinigte Königreich Großbritannien und Nordirland), ist gefordert, dem ein Ende zu bereiten! Ein Schritt dahin, ist die wissenschaftliche, moralische und juristische Aufarbeitung des aus der Luft geführten Krieges gegen die Zivilbevölkerung.

Das jährlich wiederkehrende Gedenken an die Opfer von Luftangriffen auf konkrete Städte sollte deshalb verbunden werden mit dem Gedenken an alle zivilen Opfer des aus der Luft geführten Krieges und mit der stetig wiederholten Forderung nach einem umfassenden Verbot von Luftangriffen gegen die Zivilbevölkerung und zivile Ziele sowie mit der Forderung nach konsequenter juristischer Behandlung von diesbezüglichen Verstößen gegen das geltende Völkerrecht.

„Fridays for Future“ – nicht nur für den Schutz der Umwelt, sondern auch für den Schutz der friedlichen Menschheit vor der Kriegführung aus der Luft (mit Flugezugen, Drohnen, Raketen und anderen Waffen).

Literaturauswahl zum 14. April 1945

1952
Denkschrift des Kreisfriedenskomitees zum 14. April 1952, dem 7. Jahrestag der Zerstörung der Stadt durch die Luftwaffe der amerikanischen Imperialisten, Potsdam 1952

1960
Lehnert, A.: Erlebnisbericht über die Zerstörung Potsdams vor 15 Jahren am 14. April 1945. In: Märkische Volksstimme (MV) v. 10.04.1960

1969
Caspar, Helmut: Der Bombenangriff auf Potsdam am 14. April 1945. In: Mitteilungsblatt der Arbeitsgemeinschaft ehemaliger Offiziere, 4/1969, S.- 12-16

Knitter, Hartmut: Zum Bombenangriff der Royal Air Force auf Potsdam am 14./15. April 1945. In: Beiträge zur Potsdamer Geschichte, Potsdam 1969, S. 173-213

1972
Knitter, Hartmut: Bomben auf Potsdam (Serie: Der Himmel brennt). In: Fliegerrevue, 2/1972, S. 76-79

1990
Groehler, Olaf: Bombenkrieg gegen Deutschland, Berlin 1945

1991
Mihan, Hans-Werner: Auch Potsdam blieb vom Inferno nicht verschont. Über seine Erlebnisse in der Nacht vom 14. zum 15. April 1945 berichtet Hans-Werner Mihan. (I) In: Brandenburgische Neueste Nachrichten (BNN) v. 12.04.1991

Mihan, Hans-Werner: Nur Ruinen ragten empor. Über seine Erlebnisse in der Nacht vom 14. zum 15. April 1945 berichtet Hans-Werner Mihan. (II) In: BNN v. 13.04.1991

Voß, Karl-Heinz Peter: Glocken lagen zerborsten neben dem Kirchturm. Bei der Einweihung des Glockenspiels: Gedanken an den 14. April 1945. In: BNN v. 15.04.1991

Müller, Werner: Bombenterror im Zweiten Weltkrieg: Bis heute allergisch auf Sirenengeheul… (Rezension Olaf Groehler: Bombenkrieg gegen Deutschland, Berlin 1990). In: Neues Deutschland (ND) v. 28.06.1991

1992
John, H.: Feuerlohe vom Langen Stall entzündete Garnisonkirche. Wie ein Schüler des Militärwaisenhauses den 14. April 1945 und seine verheerenden Folgen im Stadtzentrum erlebte. In: Potsdamer Neueste Nachrichten (PNN) v. 14.04.1992

Knitter, Hartmut: „Flammen, nichts als Flammen“. In: 1000 Jahre Potsdam, Potsdam 1992, S. 194-198

1993
Zimmermann, Steffen: Dokumente der Zerstörung. In: Potsdamer Morgenpost (MoPo) v. 25.03.1993

Mihan, Hans-Werner: What was it all for – wofür dies alles? Der Bombenangriff auf Potsdam am 14. April 1945 nach englischen Quellen. In: PNN v. 03.04.1993

1995
Briefe an die Redaktion zur Potsdamer Bombennacht am 14. April 1945. In: Märkische Allgemeine Zeitung (MAZ) v. 17.03.1995

Goltz, Horst: Am Wilhelmplatz loderte ein verheerendes Feuermeer. Als 15jähriger in der Bombennacht des 14. April 1945, eine Telefonleitung zu legen. In: PNN v. 01.04.1995

Zum Gedenken an die Zerstörung Potsdams am 14. April 1945 und ihre zahlreichen Toten. In: Blickpunkt v. 12.04.1995

  1. Jahre nach der Bombennacht des 14. April 1945 – Augenzeugen erinnern sich. In: PNN v. 13.04.1995

Glockenläuten in der ganzen Stadt – Potsdamer gedachten der Opfer der Bombennacht und der Zerstörung vor 50 Jahren. Gedenkkundgebung: Tausende Bürger mit einer Kerze in der Hand vor der Nikolai-Kirche/Kranzniederlegung auf dem Neuen Friedhof. In: PNN v. 15.04.1995

Der englische Bombenangriff in der Nacht des 14. April 1945 auf Potsdam aus heutiger Sicht: Legenden und Tatsachen. Was die Auswertung von Originaldokumenten ergab /PNN-Interview mit Hans-Werner Mihan. In: PNN v. 21.04.1995

Hohenstein, Erhart: Den Widerstand zu brechen… Angriffsziele wurden in Bericht an Churchill aufgezählt. In: Ebenda.

1996
Mallwitz, Wolfgang: Bomben-Krieg: „Wofür geschah dies alles?“. Potsdamer schrieb Buch über englische Luftangriffe. In: MoPo v. 11.03.1996

Mihan, Hans-Werner: Größe und Unzahl der Bomben zeigen, was die Potsdamer zu erdulden hatten. Morgen jährt sich der Tag des englischen Luftangriffs zum 51. Mal. In: PNN v. 13.04.1996

1997
Mihan, Hans-Werner: Die Nacht von Potsdam. Der Luftangriff britischer Bomber vom 14. April 1945. Dokumentation und Erlebnisberichte, Berg am Starnberger See 1997

Mihan, Hans-Werner: Der Luftangriff auf Potsdam am 14./15. April 1945. Unveröffentlichtes Manuskript 1997

2003
Grombacher, Welf: Leuchtbomben vom Wind verweht. Luftangriff auf Potsdam vor 58 Jahren. In: MAZ v. 12.04.2003

Derselbe: Baracke im Rathausfoyer. Potsdamer Baukunst-Forum rettet Behelfsheim für Luftkriegsopfer. In: Ebenda.

2005
Mihan, Hans-Werner: Viele Fragen bleiben ohne Antwort. Gelöste und ungelöste Probleme der Nacht des Bombenangriffs vom 14. zum 15. April 1945. In: MAZ vom 12.04.2005.

Matern, Matthias/Fritsche, Andreas: „Der Krieg war eigentlich vorbei“. Morgen vor 60 Jahren bombardierten 490 britische Kampfflugzeuge die Stadt. 1700 Menschen starben. In: ND v. 13.04.2005

Matern, Matthias: Am Ende eines schönen Frühlingstages. Erinnerungen von Hans-Werner Mihan an den 14. April 1945. In: Ebenda.

Augustat, Siegfried: Schachspiel aus der Bombennacht. Siegfried Augustat schildert seine Erlebnisse aus der Nacht des 14. April 1945 in Potsdam. In : Potsdam am Sonntag (PamS) v. 17.04.2005

Kallensee, Frank: Krieg ist Wahnwitz. Der Komponist Aribert Reimann hat Potsdams Zerstörung miterlebt – heute erinnert er daran. In: MAZ v. 14.05.2005

2007
Hohenstein, Erhart: 14. April 1945. Erinnerung an die „Nacht von Potsdam“: „Auf Wiedersehen da drüben“. Lebensbuch von Herbert Peucker überliefert Familientragödie in der Bombennacht von Potsdam. In: PNN v. 14.04.2007

Schenke, Günter: Das wohl grausamste Jahr in der Geschichte der Stadt. Was am 14. April 1945 geschah: Hans-Werner Mihan dokumentierte den Luftangriff – und hat eine neue Dokumentensammlung erstellt. In: Ebenda.

2008
Krone, Lothar: Die Nacht von Potsdam. Augenzeugenberichte über den 14. April 1945 im „Arche“-Gesprächskreis. In: MAZ v. 03.04.2008

Schenke, Günter: Bombennacht: Gedenken und Fragen. Oberbürgermeister Jann Jakobs zum 14. April 1945: „Garnisonkirche als Ort der Versöhnung aufbauen“. In: PNN v. 14.04.2008

2010
Oelschläger, Volker: Die Nacht von Potsdam. Neue Publikation „Potsdam im Zweiten Weltkrieg“. Erinnerung an die Opfer des 14. April 1945. In: MAZ v. 14.04.2010

2014
Hein, Carola: „Warum hast du vier Beine und nur einen Kopf?“ Zeitzeugin Ilse Kehler erinnert sich an die Unglücksnacht von Potsdam und an den russischen Oberstleutnant Lutschuweit als ihren Retter. In: MAZ v. 14.04.2014

2015
Oelschläger, Volker: „Heute ist Potsdam Angriffsziel“. Vor 70 Jahren wurde die Innenstadt bei einem verheerenden Bombenangriff in Schutt und Asche gelegt. In: MAZ v. 14.04.2015

Hein, Carola: Der Piloten-Auftrag ist bis heute unklar. Die Engländer griffen bevorzugt nachts an – das schränkte die Treffsicherheit ein. Rüstungsbetriebe blieben teils unversehrt. In: Ebenda.

Dieselbe: „Am Bahnhof explodierte eine Munitionszug“. Martin Petrzak überlebte die Bombennacht im Eiskeller der alten Brauerei. In: Ebenda.

Fischer, Anne-Kathrin: Der Großvater wollte nicht mit in den Keller. Anneliese Sotschek erlebte den Angriff als Mädchen. In: Ebenda.

Oelschläger, Volker: „Eine zweite Stadtzerstörung“. Die Nacht von Potsdam und ihre Folgen: Historiker Thomas Wernicke über den Umgang mit dem Zentrum nach dem Krieg. In: Ebenda.

Anmerkungen

[1] Mihan, Hans-Werner: Viele Fragen bleiben ohne Antwort. Gelöste und ungelöste Probleme der Nacht des Bombenangriffs vom 14. zum 15. April 1945. In: MAZ vom 12.04.2005.

[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Olaf_Groehler.

[3] Groehler, Olaf: Bombenkrieg gegen Deutschland, Berlin 1990, S. 6.

[4] https://de.wikipedia.org/wiki/Fl%C3%A4chenbombardement#V%C3%B6lkerrechtliche_Bewertung

[5] https://de.wikipedia.org/wiki/Mandschurei-Krise

[6] Vgl. Der Spiegel, Nr. 14/1953. https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-25656069.html.
Siehe auch: Schlögel, Anton: Genfer Abkommen zum Schutze der Kriegsopfer vom 12.8.1949. In: Schlochauer, Hans-Jürgen (Hrsg.): Wörterbuch des Völkerrechts, Erster Band, Berlin 1960, S. 647. (https://books.google.de/books?id=EBSE1BF_w2AC&pg=PA647&lpg=PA647&dq=Schutz+der+Zivilbev%C3%B6lkerung+Entwurf+von+1934&source=bl&ots=fOACQZ1I1T&sig=ACfU3U1eoWgaGalBXljZV5aqQHxGTcfk-A&hl=de&sa=X&ved=2ahUKEwjY2eLs5IznAhVKYlAKHSL1DEgQ6AEwBXoECAoQAQ#v=onepage&q=Schutz%20der%20Zivilbev%C3%B6lkerung%20Entwurf%20von%201934&f=false)

[7] https://de.wikipedia.org/wiki/Italienisch-T%C3%BCrkischer_Krieg

[8] https://de.wikipedia.org/wiki/Giulio_Douhet.
Siehe auch: Birk, Eberhard: Giulio Douhet und die „Luftherrschaft“. In: Österreichische Militärische Zeitschrift 02/2011. (https://www.oemz-online.at/pages/viewpage.action?pageId=8421856)

[9] https://www.faz.net/aktuell/politik/historisches-e-paper/historisches-e-paper-zum-ersten-weltkrieg-antwerpen-im-krieg-13168913-p2.html

[10] https://www.centenaire.org/de/autour-de-la-grande-guerre/kleiner-historischer-abriss-des-falschen-erleuchteten-paris-von-fernand

[11] https://de.wikipedia.org/wiki/Luftkrieg

[12] https://en.wikipedia.org/wiki/Iraqi_revolt_of_1920

[13] https://en.wikipedia.org/wiki/Dervish_movement_(Somali)

[14] https://de.wikipedia.org/wiki/Rassenunruhen_in_Tulsa

[15] https://de.wikipedia.org/wiki/Rifkrieg_(1921%E2%80%931926)

[16] https://de.wikipedia.org/wiki/Abessinienkrieg

[17] https://de.wikipedia.org/wiki/Spanischer_B%C3%BCrgerkrieg

[18] https://de.wikipedia.org/wiki/Hugh_Trenchard,_1._Viscount_Trenchard

[19] https://de.wikipedia.org/wiki/Trenchard-Doktrin

[20] Zit. nach Hans Rühle/Michael Rühle: Der Bomber kam nicht immer durch. In: FAZ vom 11. Juli 2000, S.10.

[21] https://de.wikipedia.org/wiki/George_Kennedy_Allen_Bell

[22] https://de.wikipedia.org/wiki/Harold_L._George

[23] https://en.wikipedia.org/wiki/Air_War_Plans_Division

[24] Cody, James R.: AWPD-42 to Instant ThunderConsistent, Evolutionary Thought or Revolutionary Change?, June 1996, p.17. (https://media.defense.gov/2017/Dec/28/2001861672/-1/-1/0/T_0038_CODY_AWPD42_TO_INSTANT_THUNDER.PDF)

[25] Vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Combined_Bomber_Offensive

[26] Parliamentary Debates, House of Commons, Bde. 408, London 1945, S. 1898 f. Zitiert in: Grohler, Olaf, Luftkrieg gegen Deutschland, Berlin 1990, S. 428.

[27] „Es ist nun der Zeitpunkt gekommen, zu dem die Frage der Bombardierung Deutschlands nur um der Erhöhung des Terrors Willen, wenn auch unter anderen Vorwänden, überdacht werden sollte. Andernfalls würden wir ein komplett zerstörtes Land besetzen. Die Zerstörung Dresdens bleibt ein ernster Kritikpunkt gegen die Durchführung der alliierten Bombardierungen. Ich bin der Meinung, dass militärische Zielsetzungen in Zukunft stärker in Bezug auf unsere eigenen Interessen untersucht werden müssen als die des Feindes. Das Außenministerium hat mit mir über dieses Thema gesprochen und ich denke, dass eine genauere Konzentration auf militärische Ziele wie Öl und Kommunikation hinter der direkten Kriegszone nötig ist, im Gegensatz zu bloßen Terrorakten und mutwilliger Zerstörung, wie beeindruckend diese auch sein mögen.“ Winston Churchill

[28] Public Record Office (PRO), London, AIR 20/3725. Zitiert in: Groehler Olaf, a.a.O., S. 430.

[29] Ebenda.

[30] Ebenda, AIR 8/427. Zitiert in: Groehler, Olaf, a.a.O., S. 430.

[31] Groehler, Olaf: Bombenkrieg gegen Deutschland, Berlin 1990, S. 432 ff.

[32] PRO London, AIR 37/1129. Zitiert in: Groehler, Olaf, a.a.O., S. 433.

[33] Groehler, Olaf, a.a.O., S. 436.

[34] PRO London, CAB 120/301. Zitiert in: Groehler, Olaf, a.a.O., S. 436.

[35] Ebenda, AIR 20/8148. Zitiert in: Groehler, Olaf, a.a.O.

[36] Grohler, Olaf, a.a.O.

[37] Ebenda, S. 446.

[38] Ebenda, S. 450.

[39] Kellerhoff, Sven Felix: Bombenkrieg und Kriegsrecht: Das Beispiel Dresden. In: Die Welt v. 09.02.2005. https://www.welt.de/print-welt/article423713/Bombenkrieg-und-Kriegsrecht-Das-Beispiel-Dresden.html

[40] https://www.buecher.de/shop/buecher/die-toten-staedte/grayling-a-c-/products_products/detail/prod_id/20945040/#reviews

[41] Walther, Rudolf: Eklatanter Verstoß gegen das Sittengesetz. Antony C. Grayling geht der These nach, ob die alliierten Bombenangriffe Kriegsverbrechen waren. In: Die Zeit vom 15.02.2007.

Von admin

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