Cecilienhof, Frühjahr 1945: Vom Schloss zum Konferenzort

Am 2. Februar 1945 verließ Kronprinzessin Cecilie von Preußen Potsdam. Ihr Handgepäck bestand aus zwei Koffern und einer Tasche. Bekleidet war sie mit einem wertvollen Pelzmantel aus Zobelfellen. Geblieben war ihr auch ein aus Brillianten, Diamanten und Platin bestehendes Diadem, das sie vom Kronprinzen Wilhelm am Tag ihrer Hochzeit am 6. Juni 1905 erhalten hatte.[1] Sie wurde begleitet von ihrem Sohn Hubertus und seiner Ehefrau Magdalene. Mit Cecilie reisten ihr Kammerdiener und ihre Zofe sowie ihre langjährige Freundin Edelgarde Raehse[2]. Ziel ihrer Fahrt, die sie in einem von Berlin (Anhalter Bahnhof) nach Stuttgart fahrenden D-Zug unternahmen,  war Bad Kissingen. Sie verfügten über zwei für sie reservierte Abteile, vermutlich 1. Klasse, mit insgesamt zwölf Sitzplätzen. „Nachdem wir eingestiegen waren, überließen wir die noch freien Plätze anderen Reisenden, denn der Zug war total überfüllt.[3]
Zu diesem Transport gehörten auch „13 Stück Gepäck“. Überwacht wurde alles vom ebenfalls mitreisenden Haushofmeister Paul Wieczoreck.[4]

Nach der Abreise Cecilies trafen in einem von der Kronprinzessin beschafften Pkw Schwiegertochter Dorothea, Ehefrau ihres zu Beginn des Krieges gefallenen ältesten Sohnes Wilhelm, mit ihrer Mutter und den Töchtern in Potsdam ein. Sie hielt sich aber nur kurz auf und reiste nach Verden an der Aller weiter.[5] Verwaltet wurde das Vermögen der Familie von Preußen durch Kurt von Plettenberg[6], seit 1941 Leiter der Generalverwaltung des vormals regierenden preußischen Königshauses[7]. Bis zu seinem Freitod am 10. März 1945 im Gestapo-Gefängnis, Prinz-Albrecht-Straße 8, in Berlin übte er diese Tätigkeit aus.

Ehe die Postverbindungen ganz aufhörten, kamen noch hin und wieder Berichte der „Hofkammer“ mit langen Listen, die mit bürokratischer Sorgfalt >>gerettete<< oder „vermißte“ Besitzgegenstände verzeichneten, und kurz vor Kriegsende besuchte uns Freiherr von Plettenberg, der Chef der Generalverwaltung, unseres Hause. Er kam von meinem Vater aus Mittelberg. Wir hatten Gelegenheit, mit ihm unsere Situation zu besprechen. Dann fuhr er nach Berlin zurück, weil er es für seine Pflicht hielt, dort nach dem Rechten zu sehen. Bald nach seiner Ankunft in Potsdam wurde er von der Gestapo verhaftet; ein Grund wurde nicht angegeben. Wiederum zwei Tage später ließ ein Kriminalkommissar Geheimrat Berg, den Privatsekretär meines Vaters, aus Potsdam nach Berlin kommen, um ihm mitzuteilen, Baron Plettenberg habe Selbstmord begangen, indem er sich aus einem Fenster gestürzt habe.[8]

Am 14. März 1945 wurde Louis Müldner von Mülnheim[9] durch Oskar Prinz von Preußen[10] damit beauftragt, in Vertretung des Kronprinzen und anstelle des vier Tage zuvor ums Leben gekommenen Verwalters  Kurt von Plettenberg die Gesamtgeschäfte bei der Generalverwaltung und Hofkammer zu übernehmen. In der Zeit seines Wirkens veranlasste er, gemeinsam mit dem Privatsekretär des Kronprinzen Wilhelm, dem Geheimen Hofrat Arthur Berg, die Überweisung von Geldmitteln, Aktien und Wertpapieren der Hohenzollern an deren Aufenthaltsorte.
Oskar Prinz von Preußen, der jüngere Bruder von Kronprinz Wilhelm soll das letzte Mitglied der Familie von Preußen gewesen sein, das sich in Potsdam – in der in der Großen Weinmeisterstraße gelegenen Villa Quandt –  aufhielt und am 12. April 1945 die Stadt verlassen habe.[11] Sein älterer Bruder August Wilhelm war aus Potsdam bereits im Februar 1945 abgereist und hatte seinen Wohnsitz, die Villa Liegnitz (Park Sanssouci), geräumt.[12]

Selbstmord im Cecilienhof

Louis Müldner von Mülnheim war Anfang Februar 1944 mit seiner Lebensgefährtin[13] in das Schloss Cecilienhof eingezogen, nachdem seine Wohnung in der Nachodstraße 27 in Berlin-Wilmersdorf bei einem Bombenangriff am 30. Januar 1944 „total beschädigt worden war“. Er bezog ein Zimmer in der Nähe des Büros der Kronprinzlichen Verwaltung, das sich im südwestlichen Flügel des Mittelbaus befand.
Am 1. April 1876 in Angermünde geboren, war er ab 1915 im Rang eines Majors Adjutant von Kronprinz Wilhelm und ab 1918 Leiter der Generalverwaltung des vormals regierenden preußischen Königshauses. Von 1938 bis 1941 war er Chef der Hofverwaltung und Kabinettschef von Wilhelm II. im Exil. Ab 1942 diente Müldner von Mülnheim dem Kronprinzen als Personalreferent.[14] Über seine Tätigkeit, die hier nur grob skizziert wurde, geben die im Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz aufbewahrten Unterlagen Auskunft. Darunter befinden sich auch Notizhefte aus dem Jahr 1945: ein Heft mit der Auflistung persönlicher Ausgaben und ein Tageskalender mit Eintragungen.[15] In die Zeit seines Wirkens fällt auch, dass die Kronprinzliche Verwaltung, nach Zeitzeugenberichten, nur wenige Stunden vor der Bombardierung Potsdams am 14. April 1945 noch Aktien und Wertsachen aus der Stadt geschafft haben soll.[16]

Anneliese List und Louis Müldner von Mülnheim. Foto: GStA PK

Am Abend des 25. April 1945 schrieb Anneliese List, geb. Emshoff und kurz genannt Annelie, in ihrem Zimmer im Schloss Cecilienhof mit Bleistift einen Brief an ihre Mutter. Es war ein Abschiedsbrief und er sollte Henriette Emshoff, die aus Berlin geflüchtet war und sich zu diesem Zeitpunkt in dem Ort Haldem unter der Adresse Haldem 6[17] (heute: Rosenstraße 22) aufhielt, vom selbst gewählten Tod ihrer Tochter und deren Lebensgefährten unterrichten.

Potsdam, den 25. April 1945

Meine geliebte, teure Mutter!

Die schwerste Zeit, die je über die Menschheit gekommen ist, hält uns in ihren Klammern. – Mit meinen Gedanken u. Gebeten bei Dir und unserer Klara u. Elli u. den lieben Kindern u. unserer Elise u. Sophie küsse ich Euch alle tausend-tausendmal. Und Dir meiner über alles geliebten Mutter sei bedankt für Deine wahrhaft mütterliche Liebe! Trotz allem muß ich Dir den größten Schmerz zufügen, daß ich freiwillig mit meinem geliebten Major aus dem Leben scheide. Ein Entrinnen war leider nicht mehr möglich. – Mein Major hat nun wirklich bis zum letzten Atemzuge dem Königshaus gedient. Und ich gehöre doch nun mal zu ihm. – Vergib mir den Schritt, denke immer – u. sage es auch allen Lieben, die mich gern haben, daß ich die glücklichste Frau war u. es jetzt auch bin!
Es ist schrecklich, nichts von Euch Allen, auch von Elise u. Sophie zu wissen.

Nun mein Mütterlein Gott befohlen!

Deine Tochter

Annelie

Eingeschoben waren in den Text, mit Kopierstift geschrieben, einige Worte Müldner von Mülnheims:

Ich denke an Sie und Ihre Lieben in herzlicher Verbundenheit und Dankbarkeit für das Glück, daß Annelie mir gegeben hat. Sie ist meine Frau vor Gott und wird es vor den Menschen sein, wenn der Himmel mir Leben und Freiheit schenken sollte!

Ihr getreuer u. dankbarer
L. von Müldner[18]

In der Nacht vom 25. auf den 26. April 1945, von Mittwoch zu Donnerstag.[19], vermutlich um Mitternacht, erschoss Louis Müldner von Mülnheim mit seiner Dienstwaffe zunächst seine Lebensgefährtin und danach sich. Die Schüsse könnten im Schloss gehört worden sein und zur Entdeckung der Toten geführt haben. Diese könnten aber auch erst am 26. April 1945 von im Schloss tätigem Dienstpersonal[20] gefunden worden sein, als es sich Gedanken wegen des Nichterscheinens von Mülnheims in seinem Büro machte. Dieses unterrichtete dann den nunmehr ranghöchsten Vertreter des Kronprinzen Wilhelm in Potsdam, seinen Privatsekretär, den Geheimen Hofrat Arthur Berg[21], von dem Vorfall. Dieser wohnte mit Ehefrau und Sohn Wilfried im Neuen Garten, im so genannten Holländischen Etablissement[22], Diensthaus Nr. 1. Angenommen werden kann weiterhin, dass der ebenfalls in Potsdam befindliche Haushofmeister Paul Wieczoreck[23] mit eingebunden worden ist. Wieczoreck war am 7. Februar 1945 von Bad Kissingen in das Schloss Cecilienhof zurückgekehrt.
Berg kümmerte sich um die Leichen. In Potsdams Umgebung und an den Grenzen der Stadt gab es zu diesem Zeitpunkt bereits Kämpfe mit Einheiten der Roten Armee, so dass es schwierig gewesen sein könnte, die bei Todesfällen üblichen Amtshandlungen durchzuführen. Ein ärztlich beglaubigter Totenschein[24] sowie eine standesamtliche Sterbeurkunde[25] sind in den Unterlagen jedenfalls nicht enthalten. Ein Bestattungsunternehmen wird angesichts der um Potsdam tobenden Kämpfe nicht gekommen sein, so dass die Leichen wohl im Keller des Schlosses aufgebahrt wurden. Die Pietät und der Rang des Toten werden wohl davon abgehalten haben, sie im Wirtschaftshof von Cecilienhof zwischenzulagern. Vermutlich werden sie bis Ende April/Anfang Mai 1945 im Schlosskeller gelegen haben und danach sowohl die offiziellen Beurkundungen als auch die Beerdigung erfolgt sein. Wo Louis Müldner von Mülnheim und seine Lebensgefährtin bestattet wurden, ist dem Autor dieses Textes nicht bekannt. Arthur Berg wird auch dafür gesorgt haben, dass sämtliche privaten Unterlagen – darunter der Abschiedsbrief – aus dem Zimmer der Verstorbenen in das ebenfalls im Schloss Cecilienhof befindliche Büro der Hofverwaltung gebracht wurden.

Die Art und Weise des Doppelsuizids entsprach, zumindest bezogen auf Müldner von Mülnheim, dem Ehrenkodex des Militärs. Warum sie sich das Leben nahmen und warum gerade an diesem Tag, beantwortet der Abschiedsbrief nicht. Eine mögliche Antwort wäre:
Am 25. April wurde in Neu Fahrland der Eigentümer des Hotels „Adlon“ in Berlin, Louis Adlon, von sowjetischen Soldaten verhaftet und nach Falkensee gebracht. Die Verhaftung erfolgte in der seiner Frau gehörenden Villa am Weißen See, der „Villa Adlon“. Es könnte sein, dass zu diesem Zeitpunkt die Telefonleitungen noch intakt waren und es könnte auch sein, dass es zwischen den Adlons und Müldner von Mülnheim Kontakt gab und er von der Verhaftung erfuhr. Was ihn zu seinem Entschluss bewog, gerade jetzt aus dem Leben zu scheiden.

Die Situation im Neuen Garten beim Einmarsch der Roten Armee

Die Situation im Neuen Garten in der Zeit vor dem Einmarsch der Roten Armee  war wie folgt.
Der Neue Garten und das Marmorpalais, die Einsiedelei und die Grotte am Jungfernsee  gehörten seit 1927 zur Verwaltung der Staatlichen  Schlösser und Gärten (Sitz: Berlin C 2, Schloß), als Eigentümerin. Die Verwaltung betreute des Weiteren folgende Wohn- bzw. Dienstgebäude:
das Küchengebäude beim Marmorpalais, das so genannte Diensthaus 3, das Braune Haus, das Damenhaus, das Grüne Haus, das Rote Haus, das Weiße Haus, das Pförtnerhaus, das Schlosspolierhaus und das Wachgebäude. Verwalter des Neuen Gartens und aller dem Preußischen Staat gehörenden Gebäude war 1938 der Schlossoberinspektor Friedrich Ehlers. Er wohnte im Diensthaus 3.
Laut dem Potsdamer Adressbuch von 1938/39 wohnten in den vorstehend aufgeführten Gebäuden folgende Personen:

Marmorpalais: Friedrich Ehlers (Verwalter)
Küchengebäude: Gertrud Voß (Verkäuferin); Gustav Schlepps (Schlossarbeiter)[26]
Diensthaus 3: Friedrich Ehlers (Verwalter, Whg.)
Braunes Haus: Dr. jur. Carl Haslinde, Ministerial Rat[27]
Damenhaus[28]: Gräfin Mathilde von Keller[29], Hofstaatsdame a. D.; Marianne von Rumohr[30]
Grünes Haus: Eduard Jaeger (Gärtner); Adolf Leonhardt (Gärtner)[31]; Heinrich Scheffler (Architekt und Gartengestalter)[32]; Fritz Schmidt (Gärtner)[33]; Kurt Seifert (Gartenaufseher)
Rotes Haus: C. J. Stadtlander v. d. Linde
Weißes Haus: Susanne Chales de Beaulieu[34]; Albert Pehrson (Reichsbank Ober Zählmeister)[35]
Pförtnerhaus: Wilhelm Hedtke (Gartenaufseher); Max Ullrich (Schloßwart)
Schlosspolierhaus: Karl Klüsener (Regierungs-Bauwart)
Wachgebäude: Luise Günther (Rentnerin)[36]

Über das Schloss Cecilienhof, die Diensthäuser 1, 2, 4,  das Graue Haus, den Marstall und das Schindelhaus verfügte das vormals regierende preußische Königshaus, also Kronprinz Wilhelm mit seiner Frau Cecilie. Verwalter dieser Gebäude war von staatlicher Seite der Schlossoberinspektor Max Ackermann, wohnhaft im Diensthaus 2. Daneben existierte die Kronprinzliche Verwaltung mit Sitz im Schloss Cecilienhof.
Das Potsdamer Adressbuch von 1938/39 ordnet den vorstehend aufgeführten Gebäuden folgende darin wohnende Mieter zu:

Schloss Cecilienhof: Oskar Berndt (Silberverwalter); Kronprinzliche Verwaltung
Diensthaus 1: Geheimer Hofrat Arthur Berg
Diensthaus 2: Max Ackermann (Verwalter)
Diensthaus 4: Georg Schumann (Ober Wagenmeister)[37]
Graues Haus: Fritz Ernst (Heizer); Paul Kurok (Diener); Walter Weber (Schlossdiener)
Marstall: Maria Bürger; Emil Dörr (Oberwagenführer)[38]; Hans Hofmann (Ober Wagenmeister); Hermann Lenke (Marstallverwalter); Luise Wegmann
Schindelhaus[39]: Wilhelm Fechner (Kanzleisekretär a. D.)

Weitere am Hof des Kronprinzen angestellte bzw. für die Kronprinzliche Verwaltung oder für die Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten tätige Personen wohnten außerhalb des Neuen Gartens, wie z.B. der Haushofmeister Paul Wieczoreck (Albrechtstraße 32 b).

Die Parkanlagen in Potsdam waren bis April beziehungsweise Anfang Mai 1945 zugänglich.[40] Im Neuen Garten war durch einen Bombennotabwurf im März 1944 einzig das Marmorpalais beschädigt worden.[41]
Die Mehrzahl der vorstehend aufgeführten Personen, sofern nicht vorher in Richtung Westen geflüchtet, blieb auch beim Einmarsch der Roten Armee in ihren Wohnungen. Sie sind darin vermutlich zunächst geduldet worden und wurden teilweise, zumindest bei der Vorbereitung des Neuen Gartens und des Schlosses Cecilienhof für die Potsdamer Konferenz zu Arbeiten herangezogen. Die 92jährige Gräfin von Keller wurde von der Besatzungsmacht Ende Oktober/Anfang November 1945 zur kurzfristigen Räumung ihrer Wohnung im Damenhaus aufgefordert. Sie starb am 4. November 1945 und wurde auf dem Friedhof in Bornstedt beigesetzt.[42]

Der Geheime Hofrat Arthur Berg und die Besatzungsmacht

Ein spezieller Fall ist der des Geheimen Hofrats Arthur Berg. Als die Rote Armee am 27. April 1945 das Schloss Cecilienhof besetzte und der Stab der 175. Schützendivision dort einzog, war Berg anwesend und nahm Kontakt zum Kommandeur der Division Vydrigan auf.[43] Der Divisionsstab wird sich bis Anfang Mai im Schloss Cecilienhof aufgehalten haben. Es ist davon auszugehen, dass die Offiziere der Roten Armee die Sach- und Ortskenntnis Bergs und die Dienste des Personals genutzt haben. Arthur Berg lernte auf diese Weise auch Oberstleutnant Andrej Sacharowitsch Werin kennen, Kommandeur des 277. Schützenregiments und Stellvertreter des Kommandeurs der 175. Schützendivision sowie ab dem 15. Mai 1945 offiziell ernannter Stadtkommandant von Potsdam.
Ein Sachverhalt ist dokumentiert, wo Werin die Hilfe Bergs in Anspruch nahm: Für die Betreuung von Sonderberichterstattern der sowjetischen Nachrichtenagentur TASS, wenige Tage nach seiner Ernennung zum Stadtkommandanten.

Arthur Berg (l.), eine bislang namentlich unbekannte Person und Stadtkommandant Andrej S. Werin am Schloss Sanssouci, Mai 1945. Foto: Archiv GMP

Mai 1945: TASS berichtet über Potsdam

Am 22. Mai 1945 erschien in der in Nowosibirsk erscheinenden regionalen Parteizeitung „Sovjetskaja Sibir`“ ein Beitrag der Sonderkorrespondenten der staatlichen Nachrichtenagentur der Sowjetunion, TASS, Boris Afanasjew[44] und Konstantin Suchin[45]. Sie berichten darin über einen Besuch im von der Roten Armee besetzten Potsdam.[46]

In der Residenz der preußischen Könige

Rund dreißig Kilometer vom Zentrum Berlins entfernt, zwischen weitläufigen Waldgebieten und malerischen Seen, erstreckt sich die alte deutsche Stadt Potsdam. Schon beim Durchfahren der Straßen fällt einem die alte Architektur der Bauten ins Auge, die einst höfischen Zwecken der deutschen Aristokratie diente.
Potsdam wurde durch anglo-amerikanische Luftangriffe getroffen. Der Potsdamer Eisenbahnknoten und eine Reihe industrieller Einrichtungen tragen die unübersehbaren Spuren der Arbeit der amerikanischen und englischen Flieger. Der Eisenbahnknoten ist in einen Haufen Ruinen verwandelt, die Schlösser jedoch wurden von den Luftangriffen nicht getroffen.
Die Straßen Potsdams sind belebt. Die Einwohner der Stadt arbeiten am Wiederaufbau von Gebäuden, beräumen die Stadtviertel und gehen ihren Erledigungen nach. Auf den Straßen gibt es regen Autoverkehr.
Die sowjetische Kommandantur hat große Anstrengungen zum Wiederaufbau des städtischen Lebens unternommen. In vielen Straßen haben die Geschäfte geöffnet. Hier bekommen die Potsdamer die ihnen entsprechend ihrer Marken zustehenden Lebensmittel. Ein Netz inzwischen wieder geöffneter Geschäfte sichert die Lebensmittelversorgung der Bevölkerung.
Wir sind beim Stadtkommandanten. Oberst Andrej Sacharowitsch Werin hat mit dem ersten Tag der Einnahme der Stadt den Posten des Kommandanten inne. Der Mann aus Saratow an der Wolga hat zusammen mit seinen Truppen diese Stadt der Schlösser, die Sommerresidenz der germanischen Zaren eingenommen. Während der Straßenkämpfe konnte er deren „Geographie“ erforschen, nun leitet er die komplizierte und vielfältige Wirtschaft der Stadt.
Potsdam zählt rund 140.000  Einwohner. Hier trifft man auf Menschen mit gänzlich unterschiedlichen Berufen, angefangen vom Arbeiter bis hin zu herausragenden Vertretern der Wissenschaft, Technik und der Kunst. Derzeit ist die Stadt in sieben Stadteile gegliedert, in denen unter Führung der Stadteilkommandanten die Vertreter der örtlichen Bevölkerung in Person der Bürgermeister ihre Arbeit verrichten. Der Oberbürgermeister Dr. Zahn vereint alle örtlichen Selbstverwaltungen. Zum Aufbau des normalen Lebens wurden 10 Abteilungen gegründet.
Als wir Potsdam besuchten, wurden gerade die ersten Ausgaben der „Zeitung Rundschau“ ausgeliefert. Sofort sammelte sich um die große mobile Lautsprecheranlage eine riesige Menschentraube. Die Einwohner der Stadt ergatterten die ersten Ausgaben der Zeitung. Es waren dies die ersten Blätter mit der Wahrheit über die Sowjetunion und die Rote Armee. Die Zeitung wurde sofort und noch auf der Straße gelesen. Noch lange standen die Menschen um die Lautsprecher herum. In Potsdam ist eine große Druckerei erhalten geblieben. In nächster Zeit nimmt sie ihre Arbeit auf und dann hat die Bevölkerung auch wieder eine lokale Zeitung.

Vor einigen Tagen wandte sich der deutsche Künstler Otto Nagel über seine Frau an das Büro des Kommandanten. Er ist schwer krank und befindet sich in einem ernsten Zustand. Die Nazis, die seine früheren Beziehungen zu Vertretern der sowjetischen Kunst kannten, verfolgten ihn durchgängig. Das Büro des Kommandanten unterstützte den Künstler sofort.[47]

Professor Maximilian Esterer – ehemaliger Abteilungsleiter am Polytechnischen Institut Berlin. Dem 64-jährigen Wissenschaftler hatten die Nazis das Unterrichten verboten, was für ihn unerträgliche materielle Bedingungen brachte. Trotzdem schrieb der Professor mehrere Arbeiten zu Fragen des Maschinenbaus und kam in die Kommandantur mit der Bitte um Hilfe, sie zu veröffentlichen und so sein Wissen zu nutzen. Kurz bevor wir die Kommandantur besuchten, unterbreitete er dem Kommandanten sein Projekt der Wiederherstellung der normalen Arbeit an den Potsdamer Bildungseinrichtungen.[48]

Der Professor für Philosophie an der Universität Leipzig, Dr. Eberts, wurde von den Nazis wegen seiner Ansichten von der Universität vertrieben. Jetzt bietet er seine Dienste für die Arbeit an Hochschulen an.[49]

Wir fahren in den Schlossbezirk. Biegen am Obelisken mit den ägyptischen Hieroglyphen ab und rollen durch ein gusseisernes Tor, welches von einem Wächter geöffnet wird. Wir fahren in den Park des Schlosses Sanssouci, welches im Jahre 1747 erbaut wurde. Hier wurden vor Jahrhunderten Komplotte gegen Russland, Polen und Österreich geschmiedet.
In den Kabinetten dieses Schlosses erarbeitete vor rund zweihundert Jahren der preußische König Friedrich II. die Pläne zum Marsch gen Osten, die letztlich gründlich scheiterten. Am Ende des Siebenjährigen Krieges rückten die russischen Truppen, die Friedrich II. gründlich zusammengehauen hatten in Berlin und hier in Potsdam ein. Und heute, im Jahre 1945, ist dieses Schloss, an dessen Türen sowjetische Posten stehen, erneut Zeuge eines deutschen Zusammenbruchs, eines Scheiterns seiner Eroberungspläne.
Auf Befehl des nazistischen Oberkommandos haben die deutschen Truppen genau hier, bei den Schlössern den letzten sinnlosen Widerstand geleistet. Die sowjetischen Truppen haben den Kampf so geführt, dass die Hitlertruppen verjagt wurden, die Schlösser dabei jedoch unbeschadet blieben. Sie wurden sofort unter Bewachung gestellt. Wie widerspricht doch dies alles dem, was die Deutschen mit unseren Denkmälern der Kunst und Geschichte gemacht haben! Wenn man die Säle der Potsdamer Schlösser betritt, ergreift einen unwillkürlich ein Gefühl des Grolls und der Wut, denkt man dabei an die Ruinen Peterhofs, die verbrannten Mauern des Schlosses in Gatschina oder die gesprengte Enfilade des Katharinenpalastes in Puschkin.
In Begleitung des Geheimrates Arthur Berg durchschreiten wir eines nach dem anderen die Zimmer des Schlosses, betrachten die Säle, Schlafzimmer und Kabinette in denen Friedrich II. lebte. Wir werden von einer Gruppe kampferfahrener Offiziere begleitet. Sie sind enttäuscht: nach den Schlössern von Peterhof und Detskoe Selo schockieren diese Bauten mit ihrer Kasernenhaftigkeit und ihrer plumpen und geschmacklosen Dekoration.
In jenem Zimmer, in dem einst Voltaire lebte, halten die sowjetischen Menschen inne.  Mit dem Gefühl vollster Hochachtung erinnern sie sich des großen französischen Schriftstellerphilosophen.
Wir umfahren den Park und schauen uns das neue Schloss an, welches nach dem Siebenjährigen Krieg errichtet wurde. Später war es die Residenz von Kaiser Wilhelm II..  Noch später versammelte hier der von Hitler zum Kanzler Preußens ernannte Göring den Preußischen Staatsrat und beschwor den Geist Friedrichs. Das hinderte die nazistischen Anführer aber nicht daran, die wertvollsten Einrichtungsgegenstände des Schlosses in ihre Villen zu verschleppen.[50]

Am 19. Mai hatte die Einwohnerschaft Potsdams über die „Mitteilungen der Stadt Potsdam“ erfahren, dass nunmehr ein Dr. Heinz Zahn Oberbürgermeister sei. Am 13. Mai war der seit dem 25. April 1945 amtierende Oberbürgermeister Dr. Friedrich Bestehorn mit einigen Dezernenten durch die Besatzungsmacht verhaftet worden. Nach Vernehmungen in Potsdam und Berlin kam er am 19. Mai 1945 wieder frei, blieb aber vom Dienst suspendiert. Der in dem Beitrag erwähnte Oberst Andrej Sacharowitsch Werin hatte am 15. Mai seine offizielle Ernennung als Stadtkommandant Potsdams erhalten. Davor herrschte eine Art Interregnum mit wechselnden Verantwortlichkeiten auf Seiten der Besatzungsmacht.
Es ist davon auszugehen, dass Afanasjew und Suchin zwischen dem 18. und dem 20. Mai 1945 in Potsdam waren. Vorangegangen war eine offizielle Anmeldung beim Stadtkommandanten, der wiederum – vermutlich auf der Grundlage geäußerter Wünsche – die Programmgestaltung übernahm und die Begleiter aussuchte, die die TASS-Korrespondenten betreuen sollten. Wie aus einem Foto hervorgeht, das im Verlauf des Besuches vor dem Schloss Sanssouci entstand, waren darunter auch zwei Deutsche. Einer wird in dem Beitrag genannt: Geheimrat Arthur Berg. Nach dem Namen des anderen wird noch gesucht.  Der Beitrag über Potsdam erschien zunächst im Informationsbulletin von TASS „Frontovoi Vestnik“ (Фронтовой Вестник), das an alle von der Nachrichtenagentur betreuten Redaktionen und Rundfunkstationen ging. Vorrang hatten die Presseorgane der Partei, des Staates, der Armee, der Jugendorganisation und anderer Organisationen. Dann wurden die Regionalzeitungen der Partei bedient.[51]

Die Korrespondenten von TASS und ihre Begleiter vor dem Schloss Sanssouci, Mai 1945. Arthur Berg (2.v.l.), TASS-Sonderkorrespondent Konstantin Suchin (4.v.l.), Stadtkommandant Andrej S. Werin (4. v.r.), TASS-Sonderkorrespondent Boris M. Afanasjew ((2. v. r.). Die anderen Personen konnten noch nicht ermittelt werden. Foto: Archiv GMP

Die Betreuung der sowjetischen Korrespondenten wird nicht der letzte Dienst gewesen sein, den Berg der Besatzungsmacht geleistet hat – im eigenen Interesse, aber auch in dem seines Dienstherren und dessen Frau, Kronprinz Wilhelm und Kronprinzessin Cecilie. Das schloss auch die sich im Schloss Cecilienhof im Frühjahr 1945 abspielenden Vorgänge ein.

Hanna Grisebach hatte bereits Anfang Mai eigene Eindrücke von den Vorgängen rund um die sowjetische Kommandantur sammeln können und berichtet von chaotischen Zuständen in Potsdam.

Da mir inzwischen mein letztes Fahrrad von den Russen abgenommen worden war, streifte ich in der Stadt zu Fuß umher, um Brot aufzutreiben, und hatte dabei manche interessante Begegnung. Vor der neuerrichteten russischen Kommandantur sammelten sich viele hilfesuchende Menschen: der alte Adlige, der aus dem KZ Oranienburg befreit, in seine Heimat Mecklenburg auf einem herrenlosen Pferd zurückreiten will, die alte Jungfer aus dem Polizeigefängnis für politische Gefangene, der Däne, der jüdische Kaufmann mit seiner Familie und andere.
…Überall herrschen anarchische Zustände: Jungen schießen Enten auf dem Heiligen See, andere reiten auf den umherirrenden Pferden, herrenlose Boote werden von jedermann benutzt.
Ein besonderes Chaos herrscht in der sogenannten „Reichsführerschule“, deren protziger Bau in unserer Nähe uns oft beleidigt hatte. Jetzt steht das lebensgroße „Führerbild“ unbeachtet in der Garage, man hatte es wohl rechtzeitig abgehängt. Keiner begehrt es für sich, während alles übrige Inventar an Möbeln, Hausrat, Geschirr und sogar Öfen herausgeholt wird. Man tritt auf Uniformen herum, Kinder wühlen auf der Erde in dem Haufen von Büchern. Wir suchen uns einige brauchbare heraus, auch eine Reihe guter Grammophonplatten, und mein Sohn rettet den Schmalfilmapparat vor der Zerstörung durch herumtollende Halbwüchsige. [52]

Die Rote Armee im Schloss Cecilienhof

Über die Einnahme von Schloss Cecilienhof und die bis zum 30. April 1945 andauernden Kämpfe ist bereits ausführlich in einem anderen Text geschrieben worden.[53] Deshalb hier nur eine Kurzfassung.
Am 27. April 1945 wurde das Schloss Cecilienhof vom 282. Infanterieregiment der 175. Schützendivision eingenommen. Das Kommando über die 175. Schützendivision hatte Generalmajor Zakhari Petrowitsch Vydrigan.  Nach dem Statut der Roten Armee 04/400-416 vom 05. April 1941 bestand eine Schützendivision aus dem Stab, drei Schützenregimentern und einem Artillerieregiment sowie weiteren Einheiten und Unterabteilungen. Die Stärke einer Division wurde mit durchschnittlich 4.500 Mann angegeben.
Vydrigan befehligte beim Angriff auf Potsdam die nachfolgend aufgeführten Einheiten:

  • Divisionsstab (Управление)
    • Stabsbatterie des Chefs der Artilleriedivision
      (Штабная батарея начальника артиллерии дивизии)
    • Divisionskommandeur
    • Leiter Politabteilung
    • Stabschef
    • Chef Rückwärtige Dienste
    • Militärtribunal
  • 277. Schützenregiment
    (277-й стрелковый Карельский Краснознамённый ордена Суворова полк)
  • 278. Schützenregiment
    (278-й стрелковый Ревдинский орденов Суворова и Кутузова полк[23])
  • 282. Schützenregiment
    (282-й стрелковый Свердловско-Варшавский ордена Суворова полк)
  • 373. Artillerieregiment
    (373-й артиллерийский Чусовско-Варшавский ордена Суворова полк)
  • 123. Selbständige Panzerabwehrdivision
    (123-й отдельный истребительно-противотанковый дивизион)
  • 71. Aufklärungskompanie
    (71-я разведывательная рота)
  • 89. Pionierbataillon
    (89-й сапёрный батальон)
  • 454. Selbständiges Nachrichtenbataillon
    (454-й отдельный батальон связи)
  • 104. Medizinsanitätsbatallion
    (104-й медико-санитарный батальон)
  • 35. Selbständige Kompanie für Chemische Verteidigung
    (35-я отдельная рота химической защиты)
  • 331. Motorisierte Transportkompanie
    (331-я автотранспортная рота)
  • 67. Feldbäckerei
    (67-я полевая хлебопекарня)
  • 43. Divisions-Veterinärlazarett
    (43-й дивизионный ветеринарный лазарет)
  • 2275. Feldpoststation
    (2275-я полевая почтовая станция)
  • 1845. Feldkasse der Staatsbank
    (1845-я полевая касса Государственного банка)

Der Stab der 175. Schützendivision nutzte das Schloss Cecilienhof als Kommandopunkt bzw. Stabsquartier. Somit befanden sich hier:
– Divisionskommandeur
– Leiter Politabteilung
– Stabschef
– Chef Rückwärtige Dienste
– Militärtribunal.
Das waren Offiziers-, Unteroffiziers- und Soldatendienstgrade. Sie werden im Schloss gearbeitet, gegessen und geschlafen haben. Die Versorgung der sowjetischen Militärs erfolgte vorrangig durch eigene Küchen- und Servicekräfte unter Nutzung der Küche von Cecilienhof und von zum Schloss gehörendem und sich dort auskennendem Dienstpersonal. Die sowjetischen Besatzer erhielten eine Betreuung, die sich nach Dienstgrad und Dienststellung richtete. Das äußerte sich vor allem bei den Schlafmöglichkeiten und den Speiseräumen. Angeleitet wurde das einheimische Personal vom Haushofmeister Paul Wieczoreck und von Arthur Berg. Der Hauptsaal des Schlosses wird für die Lagebesprechungen gedient haben. Die angrenzenden Räume im Erdgeschoss werden durch den Kommandeur und die einzelnen Abteilungschefs des Stabes genutzt worden sein. Vermutlich befanden sich im Schloss auch die Schlafmöglichkeiten, zumindest für die obersten Dienstgrade.
Bis zum 4. Mai 1945 ist ein Aufenthalt des Stabes der 175. Schützendivision im Schloss Cecilienhof möglich. Zwischen dem 3. und 4. Mai 1945 erhielt die Einheit den Auftrag, in Richtung Westen bis zur Elbe im Raum Wittenberge vorzustoßen.
Als der Stab der 175. Schützendivision das Schloss Cecilienhof verließ, werden wohl leicht zu transportierende Gegenstände den Eigentümer gewechselt haben und sich heute in den Privathaushalten der über die einstigen Republiken der Sowjetunion verteilten Nachkommen dieser Militärs befinden.

Oskar Prinz von Preußen hielt in einem Bericht über die damalige Situation im Schloss Cecilienhof fest, mehrere Monate nachdem er Potsdam am 12. April 1945 verlassen hatte:

Das Schloss war voellig eingerichtet, vollgestopft mit wertvollen Bildern, Moebeln, Porzellan und Silber, die man dorthin gerettet hatte, ausserdem voll belegt mit Ausgebombten (Mueldner, Plettenberg, Fraeulein Sauer mit Mutter und Schwester, ein Rittmeister Sabotta, Fahrabteilung der Wehrmacht mit Anhang, Fluechtlinge aus Oels und Prinkenau, eine Kinderklinik usw. Was aus allem und allen geworden ist, ahne ich nicht.“[54]

Louis Ferdinand Prinz von Preußen, designierter Nachfolger als Chef des Hauses Hohenzollern, beschreibt die Situation seiner Familie nach dem Verlassen von Schloss Cecilienhof und Potsdam wie folgt:

Meine Familie hatte nur das Notwendigste auf die Flucht von Ostpreußen mitnehmen können. In den späten vierziger Jahren gingen die Mitglieder des Hauses Preußen so schlecht gekleidet und waren so mangelhaft ernährt wie das Gros unserer Landsleute. Wir hatten nicht nur fast unsere ganze persönliche Habe verloren, das Haus hatte 95 Prozent seines Vermögens, darunter den gesamten Grundbesitz eingebüßt. Von den 300 000 Morgen Grundvermögen, die uns nach dem Auseinandersetzungsvertrag mit dem preußischen Staat 1926 neben einem Teil des Barvermögens und Industrieanteilen verblieben waren, lag einzig die nur wenige Morgen umfassende Prinzeninsel im Großen Plöner See, aus der wirtschaftlicher Nutzen nicht zu ziehen ist, auf westdeutschem Gebiet. Alle Familiengüter dagegen befanden sich in der sowjetischen Besatzungszone und in den polnisch und sowjetisch besetzten Ostgebieten; sie waren sofort enteignet worden.[55]

Zur konkreten Lage der Kronprinzessin erfahren wir aus einer anderen Quelle:

Im Februar 1945 mußte Kronprinzessin Cecilie vor der herannahenden Roten Armee fliehen. Dabei war es ihr nicht mehr möglich, ihren persönlichen Besitz aus Schloß Cecilienhof zu retten. So lebte die Kronprinzessin nach dem Krieg in äußerst bescheidenen Verhältnissen in zwei Zimmern in Bad Kissingen.[56]

Was die Lebenssituation seines Vaters, Kronprinz Wilhelm von Preußen, anbelangt, so schreibt sein Sohn aus der Rückschau:

Er hatte nicht nur den Thron eingebüßt, für den er ausersehen war, er mußte auch zweimal in seinem Leben den Zusammenbruch Deutschlands sehen; er hatte zwei Söhne verloren und war selbst mit wenigen Dingen, die er aus dem allgemeinen Chaos gerettet hatte, in dem kleinen Haus in Hechingen gestrandet, von wo sein Blick hinüber zu der Burg ging, von welcher vor siebenhundert Jahren seine Vorfahren ihren unerhörten glorreichen Aufstieg genommen hatten. Tiefe Betrübnis und Resignation hatten schon das Leben meines Vaters überwölkt, noch ehe der Krieg sein für Deutschland so verhängnisvolles Ende nahm.[57]

Es kann davon ausgegangen werden, dass die Einrichtungsgegenstände aus dem Schloss Cecilienhof in Potsdam verblieben waren. Bis 1990 bewegten sich die Beschreibungen über das Schicksal des Eigentums der Kronprinzenfamilie, je nach Standort der Beschreibenden, zwischen „sie waren fast völlig mittellos“ und „sie hatten alles mitgenommen“.

Mit seiner Familie brachte der ehemalige Kronprinz auch das bewegliche Gut des Hauses in Sicherheit. Eine Kleinigkeit nahm er in der Hast seines unfreiwilligen Umzuges nicht mit: die Liste seiner verlagerten Aktien bei der deutschen Rüstungsindustrie im Werte von fast 10 Millionen Mark.[58]

Diese Aussage wurde auch in späteren Veröffentlichungen über die Ausstellung im Schloss Cecilienhof wiederholt.

Im März 1945 setzte sich die ehemalige kronprinzliche Familie von Cecilienhof unter Mitnahme des kostbaren Inventars nach Westdeutschland ab.[59]

Am 30. Juli 1980 berichtete Walter Weber (bis 1945 Schlossdiener in Cecilienhof) vor dem „Arbeitskreis der Historischen Gedenkstätte Cecilienhof“, was sich im Protokoll wie folgt liest:

Nach Aussage des ehemaligen Dieners Walter Weber befanden sich am 26. April 1945 noch folgende Wertgegenstände in Cecilienhof: – das gesamte Mobilar [sic], – das gesamte Tafelsilber, – das gesamte Porzellan […], – ein echt silbernes Modelschiff von 2 Meter Länge. – Im Keller 3 Tresore gefüllt mit Silberzeug aus der Zeit Friedrichs des Großen, – eine Sammlung alter Gewehre, – eine Säbel- u. Degensammlung, – im Tresor des Kronprinzen: sämtliche Orden mit Brillanten, goldene Uhren u. Armspangen, Perlen u.a. Schmuck. – Weißzeug im Werte von 1 Mill. RM – die gesamte Bibliothek, – im Planetarium waren über 250 Gemälde gelagert, die am Ende des Krieges aus dem Niederländischen Palais in Berlin nach Potsdam ausgelagert wurden.[60]

Webers Angaben sind, soweit bekannt, nie überprüft worden. Obwohl durch Mülder von Mülnheim und Arthur Berg das eine oder andere schon vorher in Richtung Westen abgesandt worden war. Zudem muss Weber zum Zeitpunkt seines Auftritts vor dem Arbeitskreis nicht mehr der Jüngste gewesen sein.

Die Kleinmachnower Schriftstellerin Gisela Heller veröffentlichte 1984 ihr Buch „Potsdamer Geschichten“. Über die Umstände der Flucht der Kronprinzen-Familie schreibt sie darin:

Cecilie, als junge Frau fabelhaft aussehend, später weniger attraktiv, dirigierte auch den Auszug aus Cecilienhof, packte im März fünfundvierzig noch den Kronschmuck zusammen – Diademe, Ketten, Armbänder, ein Reichsschwert, ein Kurschwert, einen Brillantknopf vom Hute Napoleons und einen goldenen Reichsapfel mit siebenundvierzig Brillanten – und verschwand.[61]

Der Historiker Rolf Badstübner schrieb im Jahr 1985:

Cecilienhof, die Residenz des ehemaligen Kronprinzen Wilhelm von Hohenzollern, im März 1945 von der kronprinzlichen Familie verlassen, hatte den Krieg unbeschädigt überstanden. Das kostbare Inventar war allerdings ausgelagert worden und zum Teil in alle Winde verstreut.[62]

Nach 1990 wird die Darstellung differenzierter und es kommen neue Informationen hinzu. So wie bereits in den Jahrzehnten zuvor, ist aber auch bei diesen Berichten nicht immer nachvollziehbar, aus welchen Quellen die Informationen stammen.

Günter Grützner liefert 1994 seine Deutung der Vorgänge nach der Abreise der Kronprinzessin.

Der Kronprinz verließ Potsdam im Januar 1945 und lebte vorerst im bayrischen Oberstdorf. Cecilie reiste um den 10. Februar von Potsdam nach Bad Kissingen zur Familie ihres Sohnes Louis Ferdinand. … Der Weggang des Kronprinzenpaares im Januar und Februar 1945 und die damit vorhandene Zeitspanne bis zum Eintreffen sowjetischer Truppen am 26.4.1945 wurde genutzt, um das originale Mobiliar und alle weiteren beweglichen Gegenstände, mit Ausnahme der Bibliothek, aus dem Schloß zu entwenden. Prinz Louis Ferdinand erklärte später gegenüber der Presse, daß die Kronprinzessin bei ihrer Flucht vor der Sowjetarmee kein Inventar mitgenommen hat. Es wurde geraubt und ist bis heute nicht auffindbar. Blieb den Sowjets etwas anderes übrig, als sich aus dem Möbelfundus unzerstörter Schlösser in Potsdam und Berlin zu bedienen?[63]

Im Jahr 2003 kam eine neue Version ins Spiel, die der Redakteur der Tageszeitung „Potsdamer Neueste Nachrichten“ (PNN), Erhart Hohenstein ausführlich beschrieb.

Im Januar 1945 verließ der Kronprinz Potsdam zur Kur in Oberstdorf, im Februar folgte Cecilie, die sich in Bad Kissingen niederließ. Das Schloss war zu dieser Zeit mit Möbeln und Kunstgütern, auch aus den ostelbischen Besitzungen, voll gestopft. Davon ist kaum etwas erhalten; zur Potsdamer Konferenz der „großen Drei“ wurden 1945 die Räume, zum Teil mit Stücken aus dem Neuen Palais, dem Marmorpalais und Schloss Babelsberg, neu möbliert. Dazu wurde in der DDR-Zeit die Legende kolportiert, der Kronprinzessin sei ein Güterzug zur Verfügung gestellt worden, in dem das gesamte Inventar abtransportiert wurde. Abgesehen davon, dass dies kurz vor Kriegsende äußerst unwahrscheinlich gewesen wäre, hat Cecilie selbst beklagt, dass sie nicht einmal „einiges uns Wichtige und Wertvolle noch rechtzeitig in den Westen“ schaffen konnte. Auch dass in der Nachkriegszeit Wilhelm in Hechingen und Cecilie zunächst in Bad Kissingen, dann in Stuttgart bis zu ihrem Tode in bescheidenen Verhältnissen lebten, bestätigt diese Aussage. Jörg Kirschstein hat recherchiert, dass erhebliche Teile des Schlossinventars in der nahen Meierei eingelagert wurden, die wenig später infolge fahrlässiger Brandstiftung durch dort untergebrachte Besatzungssoldaten ausbrannte. Von ehemaligen Mitarbeitern in Cecilienhof war unter vorgehaltener Hand zu hören, dass besonders jüngere Stücke des Mobiliars, deren Wert nicht erkannt wurde, als Heizmaterial in die Öfen wanderten. Inwieweit in den Güterzügen mit „Beutekunst“ vom Stadtbahnhof aus auch Stücke aus Cecilienhof in die Sowjetunion transportiert wurden, ist ungeklärt.[64]

Harald Berndt, Schlossbereichsleiter vom Schloss Cecilienhof, konkretisiert die vorstehende Aussage im Jahr 2008.

Im Gegensatz zu den anderen Schlössern im Raum Berlin-Potsdam, aus denen die Rote Armee Kunstgut in die Sowjetunion abtransportiert hatte und in denen es auch zu willkürlichen Plünderungen gekommen war, wurde in Schloss Cecilienhof die historische Einrichtung 1945 ganz bewusst verändert, indem man sie in Vorbereitung der Konferenz gegen Möbel aus den Villen der Umgebung sowie aus dem Neuen Palais, dem Marmorpalais und dem Schloss Babelsberg austauschte. Mit diesem gravierenden Eingriff und der Auslagerung vieler kunsthistorisch bedeutsamer Stücke in die nahegelegene Meierei war deren unwiederbringlicher Verlust verbunden, denn am 18. Juli 1945 brannte dieses Gebäude fast vollständig aus.[65]

Es ist davon auszugehen, dass sowohl die damals im Schloss anwesenden Personen aus dem vorherigen Dienstpersonal, vor allem Arthur Berg und Paul Wieczoreck, Kenntnis davon hatten, was nach dem Auszug der Roten Armee im Cecilienhof an wesentlichen Dingen fehlte. Und sie könnten darüber, wie auch über nachfolgende Vorgänge des Jahres 1945, ihren Dienstherren bzw. ihre Dienstherrin informiert haben. Bekannt ist vor allem ein Kontakt zwischen Arthur Berg und Kronprinzessin Cecilie in Bad Kissingen. Im Nachlass Bergs ist ein Brief vorhanden, den ihm Cecilie am 29. August 1945 geschrieben hatte. Es ist davon auszugehen, dass dem mindestens ein Schreiben Bergs an die Kronprinzessin vorangegangen war.

Wie aus Veröffentlichungen aus den 1950er Jahren hervorgeht, hatte Arthur Berg auch nach der Besetzung Potsdams die Möglichkeit, in Deutschland zu reisen. Überliefert ist ein Besuch vom Herbst 1945 bei Kronprinzessin Cecilie in Bad Kissingen, von dem er wieder nach Potsdam zurückkehrte. Ob es sich dabei um eine Ausnahme handelte, ist nicht bekannt.
Die Information zu Bergs Reisetätigkeit entstammt Berichten über einen Skandal um Cecilies jüngeren Nachkriegsbegleiter und Privatchauffeur Otto Groha[66].

Zu dieser Tätigkeit war es schon 1945 gekommen, als Otto Groha über etwas verfügte, was damals in zivilen deutschen Händen eine Rarität war: ein Auto. Groha hatte den Geheimrat Berg aus der Suite des Kronprinzen einmal aus Gefälligkeit ein Stück mitgenommen, und der Geheimrat erzählte seinem jungen Gönner von der mißlichen Lage des Kronprinzenpaares. So kam Groha zur Kronprinzessin, die damals in Bad Kissingen wohnte, fuhr sie zu ihrem Gatten in Hechingen, zu ihren Kindern und zur Beerdigung ihres Bruders, des Großherzogs von Mecklenburg, besorgte ihr Lebensmittel, erledigte finanzielle Transaktionen für sie und stand ihr schließlich als engster Berater und Sekretär so nahe wie niemand sonst.[67]

In einem weiteren Beitrag wird die Angelegenheit wie folgt dargestellt:

Otto Groha war als Sohn eines Schweinfurter Garagenbesitzers in der unmittelbaren Nachkriegszeit in der glücklichen Lage gewesen, dem Geheimrat Berg (seit 1914 Privatsekretär des Kronprinzen), der aus dem Osten auf dem Wege zur Kronprinzessin war, für die letzte Teilstrecke Schweinfurt-Kissingen mit einem Fahrzeug behilflich sein zu können.[68]

In den Memoiren von Louis Ferdinand Prinz von Preußen wird dieser Sachverhalt nicht erwähnt. Er wohnte damals in Bad Kissingen zunächst im Hotel „Fürstenhof“[69], seine Mutter in der Villa Gordon[70], dem Privathaus der damaligen Hotelbesitzerfamilie Sotier[71]. Sein Vater muss in die vorstehend beschriebenen Vorgänge nicht involviert gewesen sein oder darüber gewusst haben. Sonst hätte er den nachfolgenden Text 1947 wohl so nicht verfasst.

Eine frühere Angestellte von mir ist jetzt hier bei mir, sie hat grauenhafte Dinge erlebt, als die Asiaten C hof besetzten, alles verwüstet, alle Frauen vergewaltigt, selbst Kinder u. s. w. Die Welt schweigt aber über diese Dinge. Die Vereinigung Europas unter Führung von U.S.A. und England ist die einzige Rettung, sonst ist der Untergang des Abendlandes sicher.[72]

Es gibt keine, mit Dokumenten oder Zeugenaussagen belegbare, Aussagen darüber, was im Schloss Cecilienhof ab Anfang Mai bis zur Eröffnung der Potsdamer Konferenz geschah.
Es gab vereinzelt Treffen, an denen auch einstige Angestellte der Kronprinzenfamilie teilnahmen. Doch diese hatten sich entweder 1945 nicht mehr in Potsdam aufgehalten[73] oder ihre Aussagen blieben in den Aktenschränken der einstigen Staatlichen Schlösser und Gärten Potsdam-Sanssouci und späteren Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg unter Verschluss. Des Weiteren gab es keine ausführlicheren Gespräche über ihre Erlebnisse in Potsdam im Jahr 1945 mit dem nunmehr verstorbenen Sohn von Arthur Berg, Wilfried Berg, oder mit der Stieftochter von Margarete Gräfin von Keller. Beide hätten nach 1990 ohne Probleme gefunden und befragt werden können. Und auch jetzt bestände noch die Chance mehr zu erfahren, indem Kontakt zu den Nachkommen bzw. Erben aufgenommen würde.

Nach dem Auszug des Stabes der 175. Schützendivision aus dem Schloss Cecilienhof wird dieses, wie auch der Neue Garten, weiter durch die Besatzungsmacht bewacht worden sein. Der Kontakt zwischen Andrej Sacharowitsch Werin und Arthur Berg macht dies zu einer realistischen Möglichkeit. Vielleicht hat Werin zunächst sogar im Schloss Cecilienhof gewohnt.

Wie Hanna Grisebach von Mitte Mai 1945 berichtet, muss der Neue Garten aber trotzdem zugänglich gewesen sein.

Für uns beginnt jetzt – Mitte Mai – die große Hungerperiode, die etwa bis Mitte August andauern sollte. Wir verzehren unser letztes Fett und Fleisch und essen zum ersten Male Kartoffelflockensuppe, die nun für viele Wochen unser Frühstück darstellt. Aber immer wieder – auch während der ärgsten Hungerzeit kommen leichtere Tage, an denen ich mit den Kindern erfolgreiche Streifzüge zu Lande und zu Wasser unternehme. Vor allem hilft uns das viele Gemüse und Obst, das wir in einer verlassenen Gärtnerei ernten oder auf dem ehemaligen Besitztum des Kronprinzen im Neuen Garten.[74]

Andrej S. Werin.

Andrej Sacharowitsch Werin wurde 1907 in Petropawlowsk (Kasachstan) geboren. 1929 ging er zur Roten Arbeiter- und Bauern-Armee (RKKA). 1939 bis 1940 war Werin im Sowjetisch-Finnischen Krieg und von 1940 bis 1941 mit dem Dienstgrad Hauptmann bei den zum NKWD gehörenden Grenztruppen an der Grenze zu Finnland in dem Dorf Куолаярви, (finn. Kuolajärvi) Kommandant des 2. Grenzabschnitts der 101. Grenzabteilung. Hier erlebte er auch den Beginn des Großen Vaterländischen Krieges am 22. Juni 1941 und verblieb bis zum November 1942 an der Karelischen Front, wo er (Stand 1.5. 1942) Chef des Regimentsstabes des 82. Grenzregiments der Truppen des NKWD zur Sicherung des Hinterlandes war.[75] Seit dem 2. März 1943 zunächst bei der zur Zentralfront gehörenden 70. Armee und dann bei der 1. Belorussischen Front. 1945 Oberst und Kommandeur des 277. Schützenregiments in der 175. Schützendivision. Stellvertreter des Divisionskommandeurs.[76] Ab dem 15. Mai 1945 offiziell ernannt zum Stadtkommandanten von Potsdam. Werin verstarb 1973.

In den Unterlagen der Roten Armee sind die Auszeichnungsdokumente Werins zu finden, ansonsten aber keine weiteren Dokumente zu seiner Person. Dagegen wird er auf den Internetseiten der Inneren Truppen des NKWD bzw. MWD[77] erwähnt.[78] Hinsichtlich seiner Tätigkeit in Potsdam sollte er deshalb auch in seiner Eigenschaft als Angehöriger des NKWD bzw. MWD betrachtet werden.

Walter Paul, Oberbürgermeister Potsdams von 1945 bis 1950, beschreibt Oberst Werin und seine erste Begegnung mit ihm, aus dem Jahr 1952 rückblickend, wie folgt:

Potsdams Vorkriegs- und Kriegs-Oberbürgermeister, General a.D. Friedrichs, hatte die Stadt bald nach dem Bombenangriff im April 1945 im Stich gelassen und war über die Elbe gegangen – nach heftigen Auseinandersetzungen mit einem Kommando der Waffen-SS, das aus Potsdam eine germanische Walhalla machen wollte.
Das Glockenspiel der zerbombten Garnisonkirche „Ueb immer Treu und Redlichkeit“ war verstummt und das Kirchenschiff über den leeren Gruften des Soldatenkönigs Friedrich Wilhelm I. und Friedrich II. zusammengestürzt. Jetzt regierte Sowjetoberst Werin die Stadt, ein untersetzter, kraushaariger Vierziger, der mich im Juli 1945 mit dringendem Ukas zu sich bestellte.
Kommandant Werin sagte nur: „Babelsberg, odschin karascho“, und lobte die Selbsthilfe, mit der hier lebenswichtige Betriebe in kurzer zeit wieder in Gang gebracht worden waren. Die Bauern müßten weiterhin ihre Sollabgaben fleißig erfüllen, um die Stadtbevölkerung zu versorgen.
Werin zitierte einen Satz aus Wyschinskis Gerichtsreden: „Die Revolution darf nicht durch die Knochenhand des Hungers erwürgt werden“ und sagte dann: „Nu Gospodin Pawel, du jetzt Bürgermeister in Potsdam…“
Ich hatte nun aber einige Wochen vorher gerade im Keller der Babelsberger Kommandantur gesessen, weil ich meinem Bezirkskommandanten sehr energisch entgegengetreten war, und hätte mich am liebsten wieder auf einen Schneidertisch gesetzt.
Das sagte ich dem Oberst. Ich sei Handwerksmeister und kein politischer Schneider, wie der Magdeburger Wilhelm Weitling, der vor hundert Jahren die Welt verbessern wollte und Singers Nähmaschine verfluchte.
Doch Kommandant Werin blieb stur: „Egal – du machen.“[79]

Das Gespräch zwischen Werin und Paul könnte am 8. Juli 1945 stattgefunden haben. Im Protokoll der Ratssitzung vom 24. Juli jedenfalls wird er als Oberbürgermeister benannt. Bereits am 7. Mai 1945 war Walter Paul durch die Besatzungsmacht zum Bürgermeister von Babelsberg ernannt worden.

Inzwischen ist in Potsdam noch manches andere liquidiert worden, wovon ich mir keine Vorstellung machen konnte, als mich bald nach dem Russensturm auf Berlin der Sowjet-Kommandant von Babelsberg, einem Stadtteil Potsdams, der früher Nowawes hieß, zu sich beorderte. Der Kommandant blätterte in einer dicken Akte, in der die „Kontrzasjedka“ (Abwehr der Roten Armee) gleich nach dem Einmarsch die Aussagen der Fremdarbeiter festgehalten hatte.
Babelsberg war mit 11 000 arbeitsverpflichteten Kriegsgefangenen und Ostarbeitern überschwemmt. Ich war mit vielen von ihnen gut Freund. Meine Wohnung in der Kleiststraße 15 war für sie eine heimliche Herberge. Hier konnten sie kochen, braten, verbotene Briefe schreiben und sich aus Dünnbier und Brot Wodka-Ersatz brauen, um ihren Kummer hinunterzuspülen.
Das hatten sie offensichtlich alles dem sowjetischen Abwehrmajor Bogeslawro erzählt und mir das höchste Lob gespendet.
Der Kommandant schob seine Tellermütze ins Genick und radebrechte: „Du Burgermastrow.“ Das hieß soviel wie: Jetzt bist du Bezirks-Bürgermeister in Babelsberg!“[80]

Seit ca. 15. Mai 1945 war ein Dr. Heinz Zahn Oberbürgermeister in Potsdam. Er war 28 Jahre alt und hatte, mit seinen Verbindungen zur KPD prahlend, den Stadtkommandanten für sich einnehmen können. Der Doktortitel war ihm nie verliehen worden und Erfahrungen in der Kommunalpolitik besaß er keine. Rund zwei Monate muss die Schwindelei funktioniert haben und als sie aufflog, verschwand „Dr.“ Zahn.

Am 21. Juni 1945 erhielten die US-Amerikaner und Briten von der sowjetischen Seite die offizielle Information über Schloss Cecilienhof als Ort für die von Churchill gewünschte und auf seine Bitte hin auch von Truman unterstützte Konferenz der drei Siegermächte sowie Neubabelsberg für die Unterbringung der drei Delegationen. Berlin war als möglicher Konferenzort bereits seit dem 26. Mai 1945 ins Auge gefasst worden. Und die Vorbereitungen für die Konferenz, zumindest was die Schaffung der Bedingungen für die Unterbringung der drei Delegationen anbelangte, liefen spätestens Anfang Juni 1945 an. Der damalige Bürgermeister von Babelsberg, Walter Paul, erinnerte sich 1952, wie diese bezogen auf Neubabelsberg abliefen, rund vier Wochen nach seiner am 7. Mai erfolgten Einführung in das Amt.

In dieser Eigenschaft mußte ich dann knapp vier Wochen später für Stalin höchstpersönlich Quartier machen. …
Es stand für den Kommandanten außer Zweifel, daß Stalin nur in Babelsberg in der „Straße der SA“ wohnen konnte. Hier waren die repräsentativen Villen. Schließlich wurde die pompöse Villa des Berliner Teppichhändlers Herpich, Straße der SA Nr. 27 (heute ostzonales Heiligtum), für würdig befunden.
Ich mußte nun 600 Handwerker auftreiben, die vier Wochen in diesem Villenviertel die Fenster verglasten, die Wände strichen und die Möbel polierten. Ganz Neu-Babelsberg mußte geräumt werden.
Die meisten Villenbesitzer hatten aber die Gegend schon vorher verlassen – nur Großadmiral Raeder nicht.[81]

Eine Auswertung der zu Neubabelsberg vorhandenen Unterlagen aus der Zeit vor 1960 sowie der Zeitzeugenberichte würde nicht nur Pauls Angaben bestätigen, sondern auch die in einzelnen Etappen bzw. Wellen ablaufenden Räumungen, ausgehend von den durch Briten und Amerikaner geäußerten Unterbringungswünschen und -zahlen.

Walter Paul im Jahr 1952.

So wie Walter Paul in Babelsberg in die Vorbereitungsarbeiten für die Potsdamer Konferenz eingebunden wurde, so wird das auch mit Oberbürgermeister Zahn in Potsdam der Fall gewesen sein. Und es könnte diesbezüglich sogar eine Art Triumvirat bestanden haben: Stadtkommandant Werin, als lokales Oberhaupt der Besatzungsmacht; Oberbürgermeister Zahn, als Oberhaupt der örtlichen Verwaltung und Arthur Berg, als Spezialist für alle Fragen rund um Schloss Cecilienhof und als Vorgesetzter des im Schloss noch tätigen deutschen Dienstpersonals. Das ist natürlich spekulativ, aber auch nicht unmöglich.
Arbeitskräfte und Material für die Vorbereitungsarbeiten der Konferenz mussten auch in Potsdam beschafft werden.

Am 29. Mai 1945 war Schloss Cecilienhof als Konferenzort für die Führung der Sowjetunion noch nicht klar. Um den 8. Juni 1945 muss sich das aber geändert haben, wie den Aussagen Marschall Georgij K. Shukows entnommen werden kann:

Bald darauf trafen bei uns Generäle des Staatssicherheitsdienstes und Mitarbeiter des Volkskommissariats für Auswärtige Angelegenheiten ein, um die Konferenz vorzubereiten. Ich erklärte ihnen, daß Berlin keine geeigneten Voraussetzungen für eine Gipfelkonferenz habe. Ich schlug ihnen vor, sich Potsdam und Babelsberg anzusehen. Potsdam war ebenfalls stark zerstört, so daß es schwierig gewesen wäre, die Delegationen dort unterzubringen. Das einzige erhaltengebliebene große Gebäude war Schloß Cecilienhof. Dort gab es Raum genug für Sitzungen und für die Arbeit der zahlreichen Experten und Berater. Für die Einquartierung der Delegationsleiter, der Außenminister, der Hauptberater und -experten eignete sich der Vorort Babelsberg, den der Krieg fast unbehelligt gelassen hatte. In Babelsberg hatten vor dem Kriege höchste Regierungsbeamte, Generale und Nazis gewohnt. Der Ort bestand aus zahlreichen zweigeschossigen Villen, die in Grün gebettet waren. Moskau stimmte unserem Vorschlag zu, die Konferenz in Potsdam vorzubereiten. Die Engländer und die Amerikaner gaben ebenfalls ihr Einverständnis.[82]

Vermutlich Ende Mai wird der Auftrag an Shukow ergangen sein, in Berlin und im Umfeld der Reichshauptstadt nach einem Ort für die Konferenz zu suchen. Dieser gab den Auftrag an seine Unterstellten weiter. Die schriftliche Information über das Ergebnis muss im Staatsarchiv oder im Militärarchiv Russlands liegen.
Generalleutnant Nikolai A. Antipenko, Stellvertreter für Rückwärtige Dienste des Oberbefehlshabers der 1. Belorussischen Front und in der gleichen Eigenschaft ab 10. Juni 1945 des Oberkommandierenden der Gruppe der sowjetischen Besatzungstruppen in Deutschland – also von Shukow – beschreibt den Ablauf in seinen Erinnerungen:

Wir begannen mit der Suche nach einem Konferenzort. Eine Gruppe von Offizieren mit dem Chef der Unterkunftsabteilung der Front, Kossogljad, fuhr durch die Umgebung von Berlin. Ihre Wahl fiel auf Schloß Cecilienhof als Konferenzstätte und die Babelsberger Villengegend als Unterkunft für die einzelnen Delegationen.
Shukow billigte diese Wahl, und auch Stalin stimmte zu.

Das könnte zwischen dem 6. und dem 10. Juni der Fall gewesen sein. Der Auftrag für die Planung und Leitung der Vorbereitungsarbeiten ging an Antipenko.

Während des diplomatischen Schriftwechsels begannen wir mit umfangreichen Restaurierungsarbeiten. Vor dem Einmarsch der sowjetischen Truppen waren Wasserleitungen, Kanalisation und das Energienetz zerstört worden. Sechs bis acht Villen für jede Delegation mußten instand gesetzt und die Zufahrtswege zu ihnen in Ordnung gebracht werden. 6 Kilometer neue Asphaltstraßen wurden gebaut und 15 Kilometer alte Straßen überholt.
…Für alle Arbeiten wurden deutsche Ingenieure, Techniker und Arbeiter herangezogen. Der Chef Rückwärtige Dienste der Front stellte für sie 1200 Verpflegungssätze bereit. Gute Arbeit leisteten die Straßenbautruppen unter General Donez und die Pioniertruppen unter General Proschljakow. Sie pflasterten und asphaltierten mit ungewöhnlicher Schnelligkeit alle Ein- und Ausfahrten, die so angelegt waren, daß ein Gegenverkehr ausgeschlossen war. Zwei neue Brücken wurden gebaut, zwei andere wurden repariert. …
Zu meinem ständigen Vertreter beim Apparat der Delegation bestimmte ich den Stabschef der rückwärtigen Dienste, General Schljachtenko. Der unmittelbare Leiter der Reparatur- und Bauarbeiten war Oberst Kossogljad, und mit den Dienstleistungen befaßte sich der Chef der Wirtschaftsabteilung des Frontstabes, Tschernorysh.[83]

Vom 6. Juni 1945 stammt der Beschluss Nr. 85 des Kriegsrates der 1. Belorussischen Front. Darin ging es um die Bereitstellung von deutschen Arbeits- und Fachkräften für die Durchführung von Bau- und Reparaturarbeiten im Gebiet Potsdam. Angegeben wurde darin eine Anzahl von 800 Personen.

Beschluss Nr. 85 vom Kriegsrat der 1. Belorussischen Front, 06.06.1945

Viel Arbeit mußte in das Schloß Cecilienhof investiert werden. Hier war viele Jahre nichts gemacht worden. Für jede Delegation mußte eine Auffahrt gebaut werden; eine gemeinsame Auffahrt war für die Korrespondenten und das Bedienungspersonal bestimmt. Der Konferenzsaal, in dem die gemeinsamen Sitzungen abgehalten werden sollten, hatte ebenfalls vier Eingänge. Außerdem standen jeder Delegation ein weiterer Saal und mehrere Arbeitszimmer zur Verfügung. So gab es einen „Weißen Saal“ für die sowjetische Delegation, einen „Blauen Saal“ für die amerikanische Delegation und einen „Roten Saal“ für die britische Delegation. Der Konferenzsaal war mit Eiche getäfelt, die Täfelung wurde sorgfältig gesäubert. Die Vertreter der USA und Großbritanniens verfolgten den Verlauf der Restaurierungsarbeiten sehr aufmerksam und stellten mitunter hohe Ansprüche. Auf ihren Wunsch hin mußten wir die Wände in verschiedenen Räumen mit farbiger Seide bespannen. Die Fußböden waren überall mit kostbaren Teppichen belegt.
Mir schien, daß Stalins Räume nicht weniger luxuriös ausgestattet werden sollten. Einiges war schon getan worden. Aber der Vertreter Moskaus, General Wlassik, erklärte, je bescheidener die Ausstattung sei, desto besser. An Stelle des kostbaren Mobiliars, das aus anderen Schlössern herangebracht worden war, sind einfache Möbel gekommen. Arbeitszimmer, Schlafzimmer und Empfangsraum wurden dunkel gestrichen; an Stelle der Teppiche legten wir Läufer.
Für den Konferenzsaal wurde von der Moskauer Möbelfabrik „Lux“ ein runder Tisch mit einem Durchmesser von 6,8 Metern hergestellt. Um den Tisch stellte man zwei Reihen Sessel auf: die erste Reihe war für die Leiter und Mitglieder der Delegationen bestimmt, die zweite für deren Stellvertreter und Berater.[84]

Shukow ergänzte Antipenkos Ausführungen in zusammengefasster Form in seinen Memoiren.

In fieberhafter Eile wurden nun Gelände, Gebäude, An- und Abfahrtswege gebührend vorbereitet. Für diese Arbeiten mußten zahlreiche Abteilungen und Kommandos der Pioniertruppen bereitgestellt werden. Es wurde beinahe nahezu ununterbrochen Tag und Nacht gearbeitet. Bis zum 10. Juli waren sämtliche Arbeiten abgeschlossen, auch die Herrichtung der Räumlichkeiten ging zu Ende. Es muß dem Personal der Rückwärtigen Dienste der Front hoch angerechnet werden, daß es binnen kurzer Zeit ein kolossales Pensum bewältigt hat. Besonders hohe Anforderungen stellte diese Arbeit an den Chef der Unterkunftsabteilung der Front, Oberst G. D. Kossogljad.[85]

Die Führung der am 10. Juni 1945 geschaffenen Gruppe der sowjetischen Besatzungstruppen in Deutschland lässt sich, was die Verantwortlichkeiten für die Arbeiten zur Potsdamer Konferenz anbelangte, aus den obigen Angaben wie folgt rekonstruieren:

Marschall Georgij K. Shukow                                     Oberkommandierender
Generalleutnant Konstantin F. Telegin                         Mitglied des Kriegsrates
Generaloberst Michail S. Malinin                               Stabschef
Armeegeneral Wassili D. Sokolowski                        Erster Stellvertreter des Oberkommandierenden
Generalleutnant Nikolai A. Antipenko                        Chef Rückwärtige Dienste
General Schljachtenko, Michail K.                            Stabschef Rückwärtige Dienste
Oberst Grigori D. Kosogljad[86]                                Chef Unterkunftsabteilung (KETSCH)
Major Leonid St. Tschernorysh                                 Chef Wirtschaftsabteilung des Stabes
Generaloberst Alexej I. Proschljakow                        Chef Pioniertruppen
Generalmajor Georgi T. Donez                                 Chef Straßenbautruppen

Generaloberst Alexej Iwanowitsch Proschljakow[87] hatte in seiner Funktion auch die Oberaufsicht  über die Arbeiten zur Aufklärung und Beseitigung von Minen und anderen Explosivstoffen in den für die Drei-Mächte-Konferenz vorgesehenen Gebieten und Parkanlagen, in Potsdam und auch im Schloss Cecilienhof.[88]  Brigadeoberst Viktor K. Kharchenko[89], Stellvertretender Kommandeur der 1. Selbständigen Motorisierten Ingenieur-Gardebrigade der Reserve des Oberkommandos der Roten Armee[90],   hatte unter sich das 8. Minenräum-Spezialbataillon. In seinen 1973 erschienenen Memoiren berichtet er über die besonderen Aufgaben, die die Einheit in der Vorbereitung der Potsdamer Konferenz übertragen bekam.

Anfang Juli erhielt die Einheit den Befehl, das Schloss Cecilienhof gründlich abzusuchen. Wie bereits in anderen von ihnen in Potsdam untersuchten Schlössern, wie dem Neuen Palais, dem Marmorpalais und dem Schloss Charlottenhof, überprüften sie alle verdächtigen Stellen im Gebäude und auf dem es umgebenden Gebiet.

Einmal stellte ein Pionier aus der Kompanie von Paschkow einen Hohlraum in einer Ziegelinnenwand neben dem angenommenen Sitzungssaal fest. Das wurde unverzüglich dem Potsdamer Kommandanten gemeldet. Was tun? Die Wand, die mit cremefarbenen Tapeten bedeckt und mit rotem Holz getäfelt war, aufbrechen oder nicht? Sie wieder herzustellen, wäre sehr schwierig, und Zeit war dafür auch nicht mehr übrig. Andererseits ging es auch nicht ohne Überprüfung – im Hohlraum konnte ja eine Mine mit Langzeitwirkung stecken. Der Kommandant bat: „Genossen Pioniere, vielleicht geht es auch ohne Aufbrechen der Wand? Bitte denkt nach, denn die bevorstehende bedeutende Maßnahme wird in Kürze beginnen.“ Man dachte nach und fand einen Ausweg. Die Wand wurde sorgfältig von oben bis unten abgeklopft. Es stellte sich heraus, dass der Hohlraum bis in einen Kellerraum reichte. Dort wurde die Ziegelwand dann aufgebrochen. Es zeigte sich, dass vom Keller bis zum Dachboden eine sorgfältig verborgene Geheimtreppe führte. Zu untersuchen, wofür diese diente und wann sie erbaut wurde, blieb keine Zeit. Jedenfalls hat uns auch dieses Geheimnis eines Potsdamer Schlosses viel Zeit und Kraft gekostet.[91]

Die Tatsache, dass die Pioniere die bei der Untersuchung von Schloss Cecilienhof gemachte Entdeckung unverzüglich dem „Potsdamer Kommandanten“ (d.i. Andrej S. Werin) meldeten und nicht ihrem militärischen Dienstvorgesetzten verweist auf dessen vorstehend schon einmal angedeutete besondere Rolle bei der Vorbereitung von Schloss Cecilienhof für die Konferenz. Eingeweiht worden sein wird er auch in die Beräumung des Schlosses und die nachfolgende Konferenz-Möblierung.

Cecilienhof war als Wohnschloss im Stil des zweiten und dritten Jahrzehnts des 20. Jahrhunderts möbliert. Das Mobiliar wies 1945 die Spuren der28jährigen Nutzung auf. Und es eignete sich kaum – was vor allem das Mobiliar im Erdgeschoss betraf – für die Zwecke der Konferenz. Also wurde das Schloss beräumt und neu ausgestattet. Eine Liste, in der das Anfang 1945 im Cecilienhof befindliche Mobiliar aufgelistet wurde, ist nicht bekannt. Die Vertreter der Besatzungsmacht werden bei der Beräumung des Schlosses auch keine aufgestellt haben. Ob nun alle beräumten Möbel in der nahegelegenen Meierei deponiert wurden, ist fraglich. Als Lagerort boten sich im Neuen Garten u.a. ebenfalls die Orangerie und die Reithalle an. Es kann auch sein, dass ein Teil des Mobiliars Verwendung in Dienstwohnungen hochrangiger Offiziere der Besatzungsmacht fand oder in deren Büroräumen. Potsdamer, die eng mit der Besatzungsmacht zusammenarbeiteten, könnten sich auch bedient haben.

Mit diesem gravierenden Eingriff und der Auslagerung vieler kunsthistorisch bedeutsamer Stücke in die nahegelegene Meierei war deren unwiederbringlicher Verlust verbunden, denn am 18. Juli 1945 brannte dieses Gebäude fast vollständig aus.[92]

Das von Harald Berndt im Jahr 2008 genannte Datum, 18. Juli 1945, ist es wert, näher betrachtet zu werden.
Am Abend des 17. Juli 1945 war die Potsdamer Konferenz unter den höchsten Sicherheitsbedingungen, die man sich vorstellen konnte, eröffnet worden. Ganz besonders traf das für das Schloss Cecilienhof und seine nähere Umgebung zu. Hätte es am 18. Juli in der Nähe des Schlosses ein großes Feuer gegeben, wäre das nicht unbemerkt geblieben und hätte seinen Niederschlag in den während der Konferenz geschriebenen Dokumenten oder Pressebeiträgen bzw. in den danach verfassten Erinnerungen gefunden. Es wird von einer kurzzeitigen Sturmbö während der Konferenz berichtet. Die Bäume entwurzelt habe und die von den Konferenzdelegationen mitgebrachten Feuerwehrleute zum Einsatz zwang. Aber das war am Nachmittag des 22. Juli 1945.[93]

Richard Beckman in Trumans Bibliothek im Schloss Cecilienhof.

Nach dem 10. Juli muss Schloss Cecilienhof in einem solchen Zustand gewesen sein, dass es auch von Vertretern der an der Konferenz teilnehmenden Delegationen besichtigt werden durfte. Einer von ihnen war Richard Beckman, der als Agent der Criminal Investigation Division des FBI[94] sowohl den Präsidenten der USA als auch die von ihm im Schloss Cecilienhof genutzten Räumlichkeiten sichern sollte. Seit dem 9. Juli hielt er sich in Berlin auf und wohnte im Pressecamp der Amerikaner, in der Potsdamer Straße in Zehlendorf. Einige Tage vor Beginn der Konferenz besichtigte er Cecilienhof und fotografierte die für den Präsidenten vorgesehenen Räume. Die Fotos werden in der „Harry S. Truman Library and Museum“ in Independence (Missouri) aufbewahrt. Als Aufnahmedatum der Fotos wird teilweise der 13. Juli angegeben und sie zeigen folgende im Schloss befindliche Räume Trumans: Salon, Büro, Bibliothek, Esszimmer, Schlafzimmer. Nach Antipenko verfügte Stalin im Cecilienhof über einen Empfangsraum (der „Weiße Salon“), ein Arbeitszimmer (mit Bibliothek) und ein Schlafzimmer. Es ist davon auszugehen, dass auch Churchill diese Zahl an Räumen mit den Funktionen zur Verfügung gestellt wurde, wie für Truman. Sie standen bereit. Wurden aber – da sich die einzelnen Beratungstage für die Oberhäupter der Delegationen nicht gerade in die Länge zogen – wohl nie genutzt.

Deutsche Sicht auf die Vorbereitung der Konferenz

Hanna Grisebach erlebte als Bewohnerin der in der Berliner Vorstadt gelegenen heutigen Menzelstraße die Vorbereitungen für die Potsdamer Konferenz und fasste ihre Erlebnisse drei Jahre später in einem Bericht zusammen.

Ende Juni erreicht uns das Gerücht, daß die Konferenz der Großen Drei in Potsdam, und zwar in dem uns dicht benachbarten Schloß Cecilienhof, dem früheren Wohnsitz des Kronprinzen, stattfinden soll. Der Neue Garten wird gesperrt, und GPU durchsucht die Schwanen-Allee, die als Zufahrtstraße von allen Bewohnern geräumt werden muß. Auch unsere Wohnung wird kontrolliert, aber man versichert uns, daß wir darin bleiben dürfen. Eine Verhaftungswelle geht durch die Stadt, die Menschen sind in großer Angst und Erregung. Viele Männer werden abgeholt, darunter auch Herr von E.[95], mit dem ich bis vor kurzem musiziert hatte. In unserm Garten wird ein Posten aufgestellt und wir erhalten Befehl, alle Haus- und Gartentüren auch nachts offen zu halten. Unsere Bewegungsfreiheit ist nun in den folgenden Wochen sehr eingeschränkt. Bäume und Sträucher der angrenzenden Gärten werden niedergelegt und das Erdreich wird mit langen Stangen nach Minen durchstöbert, wodurch eine häßliche Wüstenei entsteht.
Rasch wird eine neue Straße gebaut mit anschließender Brücke nach Babelsberg, wo Churchill wohnen soll, auch nach Sakrow entsteht eine Pontonbrücke. Vor dem großen Hallenfenster von Stalins Quartier Cäcilienhof pflanzen junge Russen einen riesigen Sowjetstern aus roten Geranien. Die Neue Königstraße ist leergefegt von Deutschen, aber dafür voller russischer Autos. Die Bauerntrecks aus Schlesien und dem Osten sind gezwungen, große Umwege zu machen. Niemand von der Bevölkerung darf sich mehr an oder auf dem Wasser aufhalten. Dagegen reiten die Russen ihre Pferde zur Schwemme am Havelufer, nackt auf den ungesattelten Rücken der Tiere und wie in mythischer Vorzeit mit ihnen verwachsen scheinend. Die Spannung wächst: in den nächsten Tagen werden die Großen Drei erwartet.[96]

Anmerkungen

[1] Vgl. Markert, Karin: Werbung mit Kronprinzenpaar. Im Marmorpalais-Nordflügel wird Cecilien-Ausstellung aufgebaut. In: MAZ v. 29. April 2004

[2] Zur Person von Edelgarde Raehse siehe: http://www.vongoetze.com/egf/abfrage.pl?aktion=person_zeigen&person_id=19279&sprache=de

[3] Kirschstein, Jörg: Kronprinzessin Cecilie. Die Bildbiographie der letzten deutschen Kronprinzessin, Berlin 2012, S. 94.

[4] Vgl. ebenda, S. 93 f. sowie Anm. 47, S. 146.

[5] Vgl. ebenda, S. 94.

[6] https://de.wikipedia.org/wiki/Kurt_von_Plettenberg

[7] https://de.wikipedia.org/wiki/Generalverwaltung_des_vormals_regierenden_preu%C3%9Fischen_K%C3%B6nigshauses

[8] Prinz von Preußen, Louis Ferdinand: Im Strom der Geschichte, München 1989, S. 314.

[9] Zur Person: https://de.wikipedia.org/wiki/Louis_M%C3%BCldner_von_M%C3%BClnheim.

[10] Zur Person: https://de.wikipedia.org/wiki/Oskar_von_Preu%C3%9Fen_(Herrenmeister,_1888)

[11] Vgl. Korschanowski, Jessica: Rot dominiert – Funktion und Ausstattung des Weißen Salons im Schloss Cecilienhof während der Potsdamer Konferenz 1945. Betrachtungen anlässlich der Sonderausstellung 2020. Teil 1, S. 23 f.

[12] In Unterlagen der Roten Armee wird August Wilhelm mehrfach als letzter Bewohner des Schlosses Cecilienhof seitens der Hohenzollern genannt. Woher diese Information stammte, ist nicht bekannt. Aber vielleicht war er aufgrund seiner sehr engen Verbindung zum nationalsozialistischen Regime für die Sowjetunion bedeutender als sein Bruder Oskar.
Zur Person von August Wilhelm von Preußen: https://de.wikipedia.org/wiki/August_Wilhelm_von_Preu%C3%9Fen_(1887%E2%80%931949)
Zu seinem Wohnsitz Villa Liegnitz: https://www.maz-online.de/Lokales/Potsdam/Villa-Liegnitz-wird-saniert.

[13] Anneliese List (?)

[14] Zur Person von Louis Müldner von Mülnheim:
https://www.bundesarchiv.de/aktenreichskanzlei/1919-1933/10a/adr/adrmr/kap1_1/para2_254.html
https://wynekens.de/WynekenDatabase/wc07/wc07_387.html
https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/FMTZRIUZ5BOOYVIHDOVUDI6HIV4LOHWO

[15] https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/HGLIKCIYD23WURAUCLNY3254HEEFOZCZ

[16] Vgl. K. S.: Aussagen des Hofpersonals und Fotos vervollständigen das Bild vom Schloß und seinen Bewohnern / Seit 1978 existiert der Arbeitskreis Cecilienhof. In: BNN v. 3.8.1984.
Der Arbeitskreis „Historische Gedenkstätte Cecilienhof“ wurde am 2. August 1978, 33 Jahre nach Abschluss der Potsdamer Konferenz gegründet. 1980 übernahm Heinz Kreuzmann, Leiter des Schirrhofs der Staatlichen Schlösser und Gärten Potsdam-Sanssouci seine Leitung.

[17] Diese Adresse steht auf dem Briefumschlag, der dem Abschiedsbrief beigefügt war. Eine Recherche, die das Stadtarchiv Lübbecke im Auftrag von Dr. Volker Punzel vornahm, erbrachte aber keinen Hinweis auf die damalige Anwesenheit von Henriette Emshoff. Da der Name Emshoff im Umfeld von Haldem aber sehr zahlreich zu finden ist, kann davon ausgegangen werden, dass sie dort über Verwandtschaft verfügte. Das lässt sich jedoch nur mit familiengeschichtlichen Recherchen klären.

[18] GStA PK, Brandenburg-Preußisches Hausarchiv, Rep. 192 Nl. Müldner von Mülnheim, Louis, Nr. 2, Abschiedsbrief

[19] Vgl. https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/FMTZRIUZ5BOOYVIHDOVUDI6HIV4LOHWO. Die Deutsche Digitale Bibliothek gibt als Todesdatum den 25. April 1945 an. Das Bundesarchiv den 26. April 1945. https://www.bundesarchiv.de/aktenreichskanzlei/1919-1933/1a1/adr/adrmr/kap1_1/para2_254.html

[20] Das Dienstpersonal umfasste u.a. Gärtner, Telefonistin, Heizer, Schlossdiener, Koch und Küchenkräfte, Reinigungspersonal, Silberverwalter, Chauffeur.
Im Nachlass von Müldner von Mülnheims befinden sich auf den 30. April 1945 vordatierte, aber von ihm noch nicht unterschriebene, Auszahlungsbelege über „freiwillige Zuwendung … aus der Kronprinzlichen Schloßverwaltungs-Kasse“. Empfänger sollten sein: Paul Kurok (Diener), Fritz Ernst (Heizer), Frau Hedtke (Ehefrau des im Pförtnerhaus des Neuen Gartens wohnenden Gartenaufsehers Wilhelm Hedtke), Kurt Seifert (Gartenaufseher, wohnte im Grünen Haus), Herr Günther (Sohn? der Rentnerin Luise Günther, wohnhaft Wachgebäude Neuer Garten), Herr Neumann und Frau Ritl.
Siehe dazu: GStA PK, Brandenburg-Preußisches Hausarchiv, Rep. 192 Nl. Müldner von Mülnheim, Louis, Nr. 5.

[21] Zur Person von Arthur Berg: https://de.wikipedia.org/wiki/Arthur_Berg.
Berg wohnte mit seiner Familie im Neuen Garten, Diensthaus 1.
Kenntnis gibt es nur von der Existenz eines Sohnes, Wilfried Berg. 1944 hatte er Konfirmation, war also 14 Jahre alt. Belegt ist, dass Arthur Berg am 7. Juli 1947 In Potsdam starb. Dass er „in sowjetischer Internierungshaft in Potsdam“ starb, wie auf der Wikipedia-Seite behauptet, ist noch nicht geklärt.
In den 1980er Jahren übergab Wilfried Berg den Nachlass seines Vaters dem Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz in Berlin.
Berg, Arthur Geheimer Hofrat, Privatsekretär des Kronprinzen Wilhelm von Preußen; 1889-1947 BPH, Rep. 192; 0,08 lfm, teilweise nur Kopien und Abschriften; Findbuch, benutzbar mit Sondergenehmigung des Archivs Kaum Persönliches (Konfirmationsgratulation des Freiherrn von Plettenberg für den Sohn Wilfried Berg 1944, Testamentsnachtrag von Kronprinz Wilhelm zur Sicherung von Wohnsitzen u. a. für Berg 1944), dienstliche Unterlagen aus der Zeit 1935 bis 1947: Rechtsverfügungen, Denkschriften, Klageschrift des Generals Ludendorff gegen Walter Elze wegen „Beleidigung“ (1935), Vertretungsvollmacht des Kronprinzen Wilhelm von Preußen für seinen Bruder Oskar vom 20. Juli 1944 (Durchschrift), Korrespondenzen (u. a. zum Röhm- Putsch und zur militärischen Lage des Deutschen Reiches im Jahre 1938, Internierung des Prinzen Friedrich von Preußen in England 1940-1941, 3 Briefe der Kronprinzessin Cecilie von Preußen über Persönliches 1944-1945), Photos und Photokopien (Kronprinz Wilhelm und Arthur Berg um 1925, Fest in Locarno um 1925/1926, Überführung der Leiche des Prinzen Oskar aus Polen nach Groß Wartenberg/Schlesien 1939), Kondolenzen zum Ableben Bergs, vom Sohn Wilfried gefertigter Auszug aus einer Stellungnahme der Generalverwaltung des vormals regierenden Preußischen Königshauses zu Aussagen über Arthur Berg in der Literatur (Juli 1975), 2 Schreiben des Prinzen Wilhelm-Karl von Preußen an Wilfried Berg (1987, 2003)

Literatur Zur Person: Prinz Louis Ferdinand von Preußen, Als Kaiserenkel durch die Welt. Berlin 1952, S. 384; K. W. Jonas, Der Kronprinz Wilhelm. Frankfurt/Main 1962, S. 149 u. ö. (hier fälschlich: Albrecht Berg); Friedrich Wilhelm Prinz von Preußen, „Gott helfe unserem Vaterland“. Das Haus Hohenzollern von 1918 bis 1945. (München 1985). 2. durchgesehene und erweiterte Neuauflage, München 2003, S. 233-234 (hier ebenfalls fälschlich: Albrecht Berg)
Quelle: Familienarchive und Nachlässe im Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz. Ein Inventar, bearbeitet von Ute Dietsch, Berlin 2008, S. 552 f.

[22] Das Holländische Etablissement war 1789/90 war mit einem Portierhaus, einem Kavalier- oder Damenhaus, vier Hofbedientenhäusern, zwei Pferdeställen und einer Wagenremise gebaut worden. Laut einem Plan des Neuen Gartens von 1798 mit Erläuterungen aus dem Jahr 1800 kam, vom Marmorpalais aus gesehen, zunächst das Cavalier- bzw. Damenhaus, daneben (in Richtung Parkeingang) befanden sich der Kutschpferde-Stall, die Wagenremise, der Reitpferde-Stall mit dem Pfirsichhaus, zwei Häuser als Kastellans-Wohnung und schließlich drei Häuser für die Dienerschaft.

[23] Paul Wieczoreck wohnte in Potsdam, Albrechtstraße 32 b.
Die Albrechtstraße ist die heutige Straße „Am Neuen Garten“. Von 1945 bis 1994 befand sich das Haus im so genannten „Verbotenen Städtchen“ und die Straße hieß Uliza Bibliotetschnaja. Im Adressbuch von 1949 ist Wieczoreck nicht mehr in Potsdam registriert.

[24] https://de.wikipedia.org/wiki/Totenschein

[25] https://de.wikipedia.org/wiki/Sterbeurkunde

[26] Gustav Schlepps wohnte 1949 am Neuen Palais, im Haus am Nordtor, und war als Arbeiter tätig.

[27] Carl Haslinde (1893-1964) war seit 1933 in der Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten In Berlin tätig.
Zur Person siehe: https://www.bundesarchiv.de/aktenreichskanzlei/1919-1933/0000/adr/adrhl/kap1_1/para2_103.html

[28] Zum Damenhaus siehe folgende Beiträge:
Lenhard, Ulrich: Die Gärtnerfamilie wohnt, wo einst Hofdamen und Mätressen logierten. In: Potsdamer Morgenpost v. 29. Mai 1992.
V-r: Das Damenhaus und seine Bewohnerinnen. Die Gräfin Lichtenau wurde hier am 16. November 1797 unter Arrest gestellt. In: MAZ v. 16. Oktober 1996.
V-r: Fast 40 Jahre im Dienst von Auguste Viktoria. Die Gräfinnen von Brockdorff und von Keller bewohnten das Damenhaus im Neuen Garten. In: MAZ v. 13. November 1996

[29] Am 4. November 1945 im Alter von 92 Jahren in Potsdam verstorben.
Siehe zu ihrer Person: https://de.wikipedia.org/wiki/Mathilde_von_Keller.

[30] Eigentlich Marianne Gräfin von Keller-Rumohr (1891-1983). Adoptivtocher von  Mathilde von Keller.
Siehe: https://geneall.net/de/name/1792164/marianne-karoline-adolfine-thekla-elisabeth-lida-graefin-keller-von-rumohr/ .  Beiträge von Marianne Gräfin Keller von Rumohr in: Brita Gräfin von Harrach: Preetz im Wandel der Jahrhunderte, Kiel 1983, S. 45, 52 und 63 ff.

[31] Wohnte 1949, ebenfalls Gärtner, in der Lennéstraße 74.

[32] Heinrich (auch: Heinz) Scheffler, geb. um 1909, gefallen 1945, kam am 1. April 1937 zu Georg Potente an Potsdam. Siehe dazu die Angaben zu seiner Person in: Wacker, Jörg: Georg Potente (1876-1945). Die Entwicklung vom Gartengestalter zum Gartendenkmalpfleger zwischen 1902 und 1938 in Potsdam-Sanssouci. Inaugural-Dissertation zur Erlangung der Doktorwürde der Philosophischen Fakultät der Universität Potsdam, Oktober 2003.

[33] Wohnte 1949, ebenfalls Gärtner, in der Stadtheide 37.

[34] Susanne Chales de Beaulieu war Kammerfrau bei Kaiserin Auguste Victoria (1858-1921).
Vgl. dazu: https://m.pnn.de/potsdam/sensationsfund-im-neuen-palais-1000-privatbriefe-der-letzten-deutschen-kaiserin-entdeckt/22890872.html

[35] Wohnte 1949 als Rentner in der Bismarckstraße 12 (heute: Kurfürstenstraße).

[36] Luise Günther wohnte 1949 in der Behlertstraße 21.

[37] Georg Schumann wohnte 1949 Friedrich-Ebert-Str. 73 und war als Kraftfahrer tätig.

[38] Emil Dörr wohnte 1949 Am Neuen Garten 3a und war als Kraftfahrer tätig.

[39] Zum Schindelhaus siehe folgende Beiträge:
Hieß erst später Schindelhaus. Grottierungseffekt wird durch Fehlbrandziegel erreicht. In: BNN v. 15. März 1986.
Markert, Karin: Dach aus Thüringer Naturschiefer. Schindelhaus im Neuen Garten wird wieder zum Schmuckstück. In: MAZ v. 4. September 1996.
Das Schindelhaus im Neuen Garten. In: PNN v. 24. Februar 1996.

[40] Vgl. Anders, Friedhild-Andrea: Schlösser in der Stunde Null. Die Berliner und Potsdamer Schlösser während der Kriegs- und Nachkriegszeit, Potsdam 1999, S. 27.

[41] Vgl. ebenda, S. 30.

[42] Vgl. V-r: Fast 40 Jahre im Dienst von Auguste Viktoria. Die Gräfinnen von Brockdorff und von Keller bewohnten das Damenhaus im Neuen Garten. In: MAZ v. 13. November 1996

[43] Vgl. Punzel, Volker: Die Übergabe des „Potsdamer Stadtschlüssels“. In: 25./30. April 1945. Die Rote Armee erobert Potsdam. (https://potsdam.presseclubpotsdam.com/?p=1197#Die_Uebergabe_des_8220Potsdamer_Stadtschluessels8221)

[44] Über den TASS-Sonderkorrespondenten Boris Afanasjew sind nur sehr wenige Informationen zu finden.
Es könnte sich aber um Boris Manuilowitsch Afanasjew (1902-1981) gehandelt haben. 1945 war er Oberstleutnant der Staatssicherheit und dort stellvertretender Leiter der für Deutschland und Skandinavien zuständigen 2. Abteilung der 1. Verwaltung. Es ist nicht unüblich gewesen, dass Mitarbeiter der Staatssicherheit unter der Legende eines TASS-Korrespondenten eingesetzt wurden. Zudem war er durchaus in der Lage, sich auch journalistisch zu betätigen, was seine Tätigkeit beim Verlag Fremdsprachige Literatur 1948 bis 1953 belegt sowie als Mitarbeiter in leitender Position bei verschiedenen Presseerzeugnissen der UdSSR, zuletzt von 1963 bis 1965 als Stellvertreter des Chefredakteurs des Journals „Sowjetliteratur“.
Auf die besondere Rolle von Afanasjew verweist auch sein Einsatz bei herausragenden Ereignissen am Ende des 2. Weltkrieges, wie der Berichterstattung über die Einnahme Berlins, über die Unterzeichnung der Kapitulationsurkunde in Karlshorst und vom Nürnberger Kriegsverbrecherprozess. Sein Besuch in Potsdam diente offensichtlich nicht nur der Berichterstattung, sondern möglicherweise auch dem Zweck der geheimdienstlichen Einschätzung der dortigen Lage.
Zur Person von Boris Manuilowitsch Afanasjew:
https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%90%D1%84%D0%B0%D0%BD%D0%B0%D1%81%D1%8C%D0%B5%D0%B2,_%D0%91%D0%BE%D1%80%D0%B8%D1%81_%D0%9C%D0%B0%D0%BD%D1%83%D0%B8%D0%BB%D0%BE%D0%B2%D0%B8%D1%87

[45] Konstantin Suchin, Sonderkorrespondent von TASS, arbeitete für die Radioabteilung Leningrad der Nachrichtenagentur. Im Rang eines Hauptmanns war er 1944 als TASS-Sonderkorrespondent an der Karelischen Front zu finden. Wo zwei Jahre zuvor der erste Stadtkommandant von Potsdam, Andrej S. Werin, gedient hatte.

[46] Am gleichen Tag veröffentlichte den Beitrag auch die in Kostroma erscheinende Parteizeitung „Severnaja Pravda“. (https://севернаяправда.рф/wp-content/uploads/2020/05/%D0%A1%D0%9F.22.05.1945.%E2%84%96100.pdf)

[47] Zur Person von Otto Nagel: https://de.wikipedia.org/wiki/Otto_Nagel.
Seine Frau, Walentina Nagel, wurde in Russland geboren und kam als Ehefrau Nagels 1926 nach Berlin. 1979 schreibt sie ihre Lebenserinnerungen nieder. (https://geschichten-aus.berlin/walli-nagel-und-die-grosse-liebe/) 1945 wohnten die Nagels in Bergholz-Rehbrücke.

[48] Maximilian Esterer kommt in dieser Beschreibung als Person vor, die er so nie war. Er hatte sich wissenschaftlich betätigt. Doch das machte nur einen kleinen Teil seines Lebens aus. Der größere Teil sah anders aus.
Maximilian Esterer wurde am 12. Oktober 1880 in Altötting (Bayern) als Sohn des Werkstatt- und Gießereibesitzers Josef Esterer geboren. Die noch heute in Altötting unter dem Namen Esterer Gießerei GmbH existierende Firma wurde nicht sein Lebensmittelpunkt. Nach einer Ausbildung zum Ingenieur ging er im April 1900 zur Marine und war danach als Prokurist für die Firma Siemens in Tsingtau (China) tätig. Am 25. August 1904 heiratete er Johanna Marie Meißner und hatte mit ihr sieben Kinder, fünf Söhne und zwei Töchter. Zu Beginn des Ersten Weltkrieges wurde Esterer im August 1914 als Artilleriemaat der Reserve zur 3. Kompanie der Matrosenartilllerie-Abteilung Kiautschou einberufen, am 4. Oktober 1914 Beförderung zum Vizefeuerwerker der Reserve. Im November 1914 geriet er in japanische Gefangenschaft und kam zunächst in das Kriegsgefangenenlager Osaka. Am 19. Februar 1917 erfolgte seine Verlegung in das Lager Ninoshima. Mehrere missglückte Fluchtversuche brachten ihm verschärften Arrest ein und zuletzt, ab 1918, drei Haft im Zuchthaus Hiroshima. 1920 amnestiert und entlassen kehrte Esterer mit der Familie – seine Frau verbrachte die Kriegszeit mit damals sechs Kindern in Shanghai – nach Deutschland zurück. Ab 13. April 1921 Leutnant der Reserve und beschäftigt bei der Firma Hugo Stinnes. Ab 1927 wohnhaft in Potsdam und wieder bei der Firma Siemens angestellt, in deren Überseeabteilung  mit Schwerpunkt Südamerika (u.a. Argentinien, Brasilien). 1935 soll Esterer zum zweiten Mal geheiratet und den Titel eines Professors geführt haben, den ihm der Präsident Chinas, Tschiang Kai-Schek, verliehen habe. In Potsdam wohnte das Ehepaar in der Wörther Straße 20 (heute: Menzelstraße). Esterer wird im Adressbuch von 1938/39 als Ingenieur geführt. Nach 1945 verließ er mit seiner Frau Potsdam und ließ sich in Pullachmühle (Oberbayern) und später in Grünbach bei Mühldorf nieder, wo Maximilian Esterer am 4. April 1958 verstarb. (Vgl. dazu http://www.tsingtau.info/index.html?namen/e.htm)
Über seine in China gesammelten Erfahrungen schrieb Esterer Bücher und hielt Vorträge. 1929 erschien sein Buch „Chinas natürliche Ordnung und die Maschine“. (https://www.zvab.com/manuskripte-papierantiquitaeten/MAXIMILIAN-ESTERER-1880–1956-deutscher-Matrose/16155079276/bd) 1933 hielt er in der „Volkswirtschaftlichen Arbeitsgemeinschaft Siemens des Vereins der Siemensbeamten e.V.“ einen Vortrag über „Geistige Strömungen in China“. Diese AG war erst in diesem Jahr geschaffen worden und bezeichnete sich selbst als „eine Vereinigung jüngerer Herren des Konzerns, die teils studierte Volkswirte, teils Techniker und Kaufleute sind“. (https://books.google.de/books?id=JAzv9ye6mn0C&pg=PA109&lpg=PA109&dq=Volkswirtschaftlichen+Arbeitsgemeinschaft+Siemens&source=bl&ots=xH17cycQ4W&sig=ACfU3U3OMkmAUYF6FihSW-XLlua8qX_rbg&hl=de&sa=X&ved=2ahUKEwiUt4ns-YbqAhVdwMQBHVmICDAQ6AEwAHoECAUQAQ#v=onepage&q=Volkswirtschaftlichen%20Arbeitsgemeinschaft%20Siemens&f=false)
1937 soll Esterer Pressereferent des Hauptamts für Technik in der NSDAP gewesen sein. Leiter des Amts war zu dieser Zeit Fritz Todt. (Vgl. dazu https://de.wikipedia.org/wiki/Hauptamt_f%C3%BCr_Technik_in_der_NSDAP und https://books.google.de/books?id=TS9IAAAAQBAJ&pg=PT521&lpg=PT521&dq=Volkswirtschaftlichen+Arbeitsgemeinschaft+Siemens&source=bl&ots=rl3kB08RQq&sig=ACfU3U33gcapEgIecoKL2nLQbs2lbG1OSQ&hl=de&sa=X&ved=2ahUKEwiUt4ns-YbqAhVdwMQBHVmICDAQ6AEwAXoECAsQAQ#v=onepage&q=Volkswirtschaftlichen%20Arbeitsgemeinschaft%20Siemens&f=false)

[49] Mit Beginn der Naziherrschaft in Deutschland verloren 30 Professoren und Dozenten der Alma Mater Lipsiensis aus rassischen oder politischen Gründen ihre Stellung. (Vgl. https://research.uni-leipzig.de/agintern/baugeschichteuni/uni3345.htm) Wer der hier genannte „Dr. Eberts“ war, müsste sich aus den Akten der Universität Leipzig erschließen lassen.

[50] Erstmals veröffentlicht wurde der Zeitungsbeitrag in übersetzter und kommentierter Fassung von Robert Leichsenring am 19. August 2016. (https://storyofpotsdam.wordpress.com/2016/08/19/potsdam-1945-der-sowjetische-blick/)

[51] Detailliertere Informationen ergeben sich vermutlich aus der Auswertung des „Archivfundus zu TASS“ im Staatsarchiv der Russischen Föderation in Moskau (http://statearchive.ru/515).

[52] Grisebach, Hanna: Potsdamer Tagebuch, Heidelberg 1974, S. 36 ff.

[53] Punzel, Volker: 25./30. April 1945: Die Rote Armee erobert Potsdam, Potsdam 29.05.2020 (https://potsdam.presseclubpotsdam.com/?p=1197)

[54] Bericht des Prinzen Oskar über seine Tätigkeit als Leiter der Generalverwaltung und seine Flucht nach Niedersachsen, 31. Juli 1945. In: GStA PK, Brandenburg-Preußisches Hausarchiv, Rep. 16A, Nr. 6, S. 11.
Zitiert in: Korschanowski, Jessica: Rot dominiert – Funktion und Ausstattung des Weißen Salons im Schloss Cecilienhof während der Potsdamer Konferenz 1945. Betrachtungen anlässlich der Sonderausstellung 2020. Teil 1, S. 24.
Eine Abteilung des Städtischen Krankenhauses Potsdam, geschrieben wird von der Kinderstation, soll schon vor dem 14. April 1945 in das Schloss Cecilienhof ausgelagert worden sein. Im Krankenhaus gab es eine Gynäkologische-Geburtshilfliche Abteilung, aber keine reine Abteilung für Kinderkrankheiten. Somit könnten es Kinder gewesen sein, die in den verschiedenen Abteilungen behandelt wurden. Mit ihrer Auslagerung wurden freie Betten geschaffen für Verwundete aus den bereits absehbaren Kämpfen um Potsdam. Dass die Stadt am 14./15. April so heftig bombardiert werden würde, ahnte zu diesem Zeitpunkt wohl niemand. Nach dem Bombardement wurden die Kinder nach Beelitz-Heilstätten gebracht.
Vgl. zu diesem Thema Beevor, Anthony: Berlin. The Downfall 1945, London u.a. 2002, S. 224.

[55] Prinz von Preußen, Louis Ferdinand, a. a. O., S. 339 f.

[56] CORONA. Nachrichten für Monarchisten v. 6. Mai 2014. (https://coronanachrichten.wordpress.com/2014/05/06/kronprinzessin-cecilie-starb-vor-60-jahren/)

[57] Prinz von Preußen, Louis Ferdinand, a. a .O., S. 334.

[58] Cecilienhof. Nationale Gedenkstätte des Potsdamer Abkommens, Potsdam Neuer Garten. Ein Gang durch die historische Stätte, Nationale Gedenkstätte des Potsdamer Abkommens Potsdam, Cecilienhof, o. J. (1959), S. 49.

[59] Cecilienhof. Historische Gedenkstätte des Potsdamer Abkommens, Generaldirektion der Staatlichen Schlösser und Gärten Potsdam-Sanssouci 1983, S. 44.

[60] Vgl. Korschanowski, Jessica: Rot dominiert – Funktion und Ausstattung des Weißen Salons im Schloss Cecilienhof während der Potsdamer Konferenz 1945. Betrachtungen anlässlich der Sonderausstellung 2020. Teil 1, S. 27, Anm.74.

[61] Heller, Gisela: Potsdamer Geschichten, Berlin 1984, S. 504.
In der Ausgabe des Buches von 2019 ist der gleiche Vorgang wie folgt beschrieben:
Als die Rote Armee die Oder überschritt, ging die Kronprinzessin daran, ein halbe Million Reichsmark zu transferieren, wovon der Herr Gemahl – vorwiegend in der Schweiz – noch recht behaglich bis zu seinem Tode 1951 leben konnte. Alle riskanten Transaktionen lagen in ihren Händen. Sie war es auch, die couragiert den Auszug aus Cecilienhof dirigierte. Im März fünfundvierzig packte sie den Kronschmuck – Diademe, Ketten, Armbänder, ein Reichsschwert, ein Kurschwert, einen Brillantknopf vom Hute Napoleons und einen Reichsapfel mit siebenundvierzig Brillanten – zusammen und begab sich damit in den Flüchtlingsstrom, der in den Südwesten des Reiches floss.
(Heller, Gisela: Potsdamer Geschichten, Pinnow 2019, S. …. Zitiert nach der bei Google Books veröffentlichten Leseprobe: https://books.google.de/books?id=Gt6kDwAAQBAJ&pg=PT386&lpg=PT386&dq=Herbrig,+Erika&source=bl&ots=M-SRavm9KP&sig=ACfU3U3eyB7Rm4ojPx6IZZqqkaqaVSvTEw&hl=de&sa=X&ved=2ahUKEwjs6vmomffoAhVS_KQKHWhJA_YQ6AEwDnoECAsQLQ#v=onepage&q=Herbrig%2C%20Erika&f=false)

[62] Badstübner, Rolf: Code „Terminal“. Die Potsdamer Konferenz. (Illustrierte Historische Hefte, Nr. 36), Berlin 1985, S. 2.

[63] Grützner, Günter: Cecilienhof Gedenkstätte des Potsdamer Abkommens im Neuen Garten, Stiftung Schlösser und Gärten Potsdam-Sanssouci o. J. (1994), S. 6.

[64] Hohenstein, Erhart: Gefangener Vogel im vergrabenen Winkel. In Potsdam wurde Cecilie nicht glücklich: Ausstellung zum 50. Jahrestag der Kronprinzessin im Marmorpalais. In: Potsdamer Neueste Nachrichten v. 27. Dezember 2003. (Zitiert nach: https://www.pnn.de/potsdam/gefangener-vogel-im-vergrabenen-winkel/22370886.html).

[65] Berndt, Harald: Schloss Cecilienhof – nur eine Gedenkstätte? Anmerkungen zum konzeptionellen Umgang mit dem letzten Schlossbau der Hohenzollern. In: Zeitenblicke 7 (2008), Nr. 1, [05.06.2008], Absatz <9>, URL: http://www.zeitenblicke.de/2008/1/berndt/index_html, URN: urn:nbn:de:0009-9-13100

[66] Zur Person von Otto Groha: https://www.munzinger.de/search/portrait/Otto+Groha/0/6589.html.
Der Spiegel, Nr. 26/1954 v. 23. Juni 1954. Der Spiegel, Nr. 49/1961 v. 29. November 1961.
Die Erinnerungen Grohas im Hessischen Staatsarchiv Darmstadts: https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction.action?detailid=v4216862.

[67] Die Bänder der Cecilie. In: Der Spiegel, Nr. 19/1955 v. 4. Mai 1955.

[68] Des Hofrats Verdienste. In: Der Spiegel, Nr. 15/1954 v. 7. April 1954.

[69] https://de.wikipedia.org/wiki/F%C3%BCrstenhof_(Bad_Kissingen)

[70] https://de.wikipedia.org/wiki/Bismarckstra%C3%9Fe_6,_Marbachweg_4_(Bad_Kissingen)

[71] https://de.wikipedia.org/wiki/Paul_Sotier

[72] Brief von Wilhelm Prinz von Preußen an Ines, verfasst in Hechingen, Fürstenstraße 16, 1947. In: In: GStA PK, Brandenburg-Preußisches Hausarchiv, Rep. 54, Nr. 125, S. Iv-IIv.

[73] Vgl. Markert, Karin: Hochadel trifft sich bei Cecilie. Hohenzollernchef Georg Friedrich bei Ausstellungseröffnung. In: MAZ v. 10. Mai 2004.

[74] Grisebach, Hanna, a.a.O., S. 41.

[75] Vgl. http://forum.mozohin.ru/index.php?topic=781.10;wap2

[76] Vgl. zu den Personenangaben die Angaben im Internetforum der sowjetisch/russischen Grenztruppen: http://www.pogranec.ru/showthread.php?t=33482.

[77] https://de.wikipedia.org/wiki/Innenministerium_der_Russischen_F%C3%B6deration

[78] Vgl. http://vvmvd.ru/menu2/history/vv-vov/vv-vov_5.html

[79] Paul, Walter: Wir hauen beide Beine weg. In: Der Spiegel, Nr. 10/1952 vom 05.03.1952, S. 10.

[80] Ebenda.

[81] Ebenda.

[82] Shukow, Georgij K.: Erinnerungen und Gedanken, Berlin 1969, S. 362.

[83] Antipenko, N. A.: In der Hauptrichtung, Berlin 1982, S. 279 ff.

[84] Ebenda, S. 280.

[85] Shukow, G. K., a.a.O., S. 362.

[86] Zur Person von Kosogljad, Grigori Davidowitsch siehe:
Косогляд, Григорий Давидович.
Dokumente zu seiner Person: https://rgavmf.ru/fond/r-2192/fond-r-2192-opis-3/fond-r-2192-opis-3-edhr1523.

[87] https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%9F%D1%80%D0%BE%D1%88%D0%BB%D1%8F%D0%BA%D0%BE%D0%B2,_%D0%90%D0%BB%D0%B5%D0%BA%D1%81%D0%B5%D0%B9_%D0%98%D0%B2%D0%B0%D0%BD%D0%BE%D0%B2%D0%B8%D1%87.

[88] Vgl. https://rv-ryazan.ru/old/news/50546.html

[89] https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%A5%D0%B0%D1%80%D1%87%D0%B5%D0%BD%D0%BA%D0%BE,_%D0%92%D0%B8%D0%BA%D1%82%D0%BE%D1%80_%D0%9A%D0%BE%D0%BD%D0%B4%D1%80%D0%B0%D1%82%D1%8C%D0%B5%D0%B2%D0%B8%D1%87

[90] Russisch: 1-я гвардейская отдельная Брестско-Берлинская Краснознамённая орденов Суворова и Кутузова моторизованная инженерная бригада РГК.
https://ru.wikipedia.org/wiki/1-%D1%8F_%D0%B3%D0%B2%D0%B0%D1%80%D0%B4%D0%B5%D0%B9%D1%81%D0%BA%D0%B0%D1%8F_%D0%BC%D0%BE%D1%82%D0%BE%D1%80%D0%B8%D0%B7%D0%BE%D0%B2%D0%B0%D0%BD%D0%BD%D0%B0%D1%8F_%D0%B8%D0%BD%D0%B6%D0%B5%D0%BD%D0%B5%D1%80%D0%BD%D0%B0%D1%8F_%D0%B1%D1%80%D0%B8%D0%B3%D0%B0%D0%B4%D0%B0

[91] Ebenda, S. 258 f.

[92] Berndt, Harald: Schloss Cecilienhof – nur eine Gedenkstätte? Anmerkungen zum konzeptionellen Umgang mit dem letzten Schlossbau der Hohenzollern. In: Zeitenblicke 7 (2008), Nr. 1, [05.06.2008], Absatz <9>, URL: http://www.zeitenblicke.de/2008/1/berndt/index_html, URN: urn:nbn:de:0009-9-13100

[93] Vgl. u.a. Hunter, Joy: Joy`s Journey. A Memoir, Umbria Press London, S. 100.

[94] https://en.wikipedia.org/wiki/FBI_Criminal_Investigative_Division

[95] Gemeint ist vermutlich Dr. jur. Karl Heinrich von Eckartsberg, Amtsgerichtsrat a.D. und Eigentümer des Hauses Wörther Straße 10 (heute: Menzelstraße).
Er war Mitglied des Entomologischen Vereins zu Potsdam und hinterließ eine Sammlung, die heute zum Bestand der Entomologischen Sammlung (Insektensammlung) des Naturkundemuseums Potsdam zählt. Sein Enkel, Wolfgang von Eckartsberg, geb. 22.01.1924, diente als Leutnant und galt ab 18.02.1944 als vermißt. Eckartsberg muss nur kurzzeitig inhaftiert worden sein, um ihm auf diese Weise klarzumachen, dass er nunmehr kein Hauseigentum mehr habe und sich nach einer neuen Bleibe umsehen müsse. 1949 ist er in der Heinrichstraße 16 (heute. Clara-Zetkin-Straße 16) im Haus des Amtsrates a.D. G. Friedrich zu finden.
(Siehe dazu „Dahlemer Blätter. Aus dem Schülerheim“ Nr. 1/2 v. Mai/August 1944, S. 3: https://www.altearndter.de/wp-content/uploads/2015/08/dahlemer_blaetter_1944-45.pdf )

[96] Grisebach, Hanna, a.a.O., S. 45 f.

© Dr. Volker Punzel, GeschichtsManufaktur Potsdam (04.07.2020)